07 Februar 2012


Heute vor genau 24 Jahren segneten uns Michael Jordan und Dominique Wilkins mit dem wohl besten 1-on-1 Duell in der Geschichte des Slam Dunk Contests. Die beiden Protagonisten waren schon drei Jahre zuvor gegeneinander angetreten - damals hatte Wilkins noch triumphiert. Die Bühne war im altehrwürdigen Chicago Stadium also zubereitet für einen Revanche-Showdown der Extraklasse.

Die zwei Legenden hatten sich in der Vorrunde eines damals noch drei Stunden andauernden Dunk-Offs (nicht im Entferntesten zu vergleichen mit dem abgekarteten Käse, der uns heute unter die Nasen gehalten wird) gegen ein qualitativ hochwertiges Feld um Clyde Drexler, Spud Webb, Jerome Kersey, Ron Harper und Shelton Jones durchgesetzt. Der All-Star Samstag hatte zu dem Zeitpunkt bereits Bird's berühmten Finger produziert. Die Spannung am späten Abend in der mit 18403 Fans ausverkauften Arena war also so dick, dass man sie mit dem Messer durchschneiden konnte. Wilkins, der furiose Power-Dunker, gegen den filigranen Highflyer Jordan. Es sollte das grösste Finale aller Zeiten werden, inklusive 4 von 6 perfekten Scores und Flugeinlagen für die Basketball-Ewigkeit, die ganze Generationen prägten. Wilkins legte mit zwei gewaltigen 50ern vor. Der Druck auf Jordan war immens, und er hätte das Event wohl verloren, wenn ihm der Heimvorteil nicht in die Karten gespielt hätte. "Wenn du in der Stadt eines anderen antreten musst, ist es immer schwer", erklärte Wilkins später. "Aber sein Dunk war grossartig, und wenn irgend jemand mich schlagen darf, dann soll das bitte schön Michael sein."

Es lief alles auf einen letzten Dunk hinaus. Jordan, der vor seinem letzten Versuch den Contest schon verloren geglaubt hatte ("...Ich konnte nicht fassen, dass 'Nique nur eine 45 für seinen letzten Dunk bekam"), brauchte 48 für ein Unentschieden, 49 für den Sieg. Er stand auf, schnappte sich den Ball und schlurfte - zur Verzückung aller Bulls-Fans im Chicago Stadium - an das entgegen liegende Ende des Courts. Die Menge begann zu raunen und zu gröhlen, während der im Publikum sitzende Julius Erving ihn noch weiter nach hinten schickte. Dr. J wusste genau, was als Nächstes kommt. Jordan lief an, hob an der Freiwurflinie ab, und... der Rest ist Geschichte, wie man sagt! Der Lokalmatador setzte sich im dramatischsten und kontroversesten Dunk Contest schliesslich mit dem knappsten aller Vorsprünge (147-145) durch. Es sollte das letzte Duell zwischen diesen beiden Legenden bleiben. Ein Revanche-Sieg, den der spätere All Star-MVP Jordan trotz der Freude über den Erfolg immer in die richtige Perspektive zu rücken wusste: "Ich bin mir sicher, dass es in einer anderen Stadt anders ausgegangen wäre."