13 Februar 2012


Heute nicht mit dem sensationellen Jeremy Lin zu beginnen, wäre vermessen und schlicht dumm. Der kometenhafte Aufstieg des US-Taiwanesen vom Bankdrücker zum Starter und Publikumsliebling innerhalb von nur einer Woche gehört zu den beachtlichsten Storys der NBA-Historie. Kurz gesagt: so etwas passiert eigentlich nicht. Seine Eigentümerschaft schoss in allen Fantasy-Ligen dieser Welt zwischen letztem Montag und diesem von 0 auf 100% - der schnellste Bekanntheits-Zugewinn in der Geschichte des Homo Sapiens. Lin's Woche war phänomenal. Angefangen bei seinem Double-Double in Washington bis hin zu seiner 38 Punkte Galavorstellung gegen die Lakers, der 23-Jährige spielte seine Gegner schwindelig und führte die Knicks zu ihrer bisher einzigen 4-0 Woche in dieser Saison. Lin's Monsterstats: 27.3 Punkte, 8.3 Assists, 2 Steals, 51% aus dem Feld. Und Tausende neuer Freunde. Der Vollständigkeit halber sollen auch noch Antawn Jamison und Dwyane Wade Erwähnung finden. Jamison hat in Cleveland einen dritten Frühling gefunden und blüht in der Rolle der ersten Scoring-Option förmlich auf. Zumindest hat man einen solchen Run von 'Tawn schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. 26.5 Punkte und 9 Rebounds pro Spiel bei 56% aus dem Feld bedeuteten in der vergangenen Woche Platz zwei im Eastern Conference Scoring hinter Lin. Das Feld wird durch Miami's Nummer 3 abgerundet, die nach ihrer Verletzungspause schnell wieder zu den besten Spielern der Liga aufgeschlossen hat. Auch ohne zu brillieren, brachte es der Heat-Guard auf durchschnittlich 26.5 PPG bei brutal effizienter 58% FG Quote. Miami gewann 3 von 4 Partien.

Im Westen muss an erster Stelle Monta Ellis erwähnt werden, Katalysator hinter Golden State's erster Winning Week (2-1) in dieser Saison. Ellis traf weit mehr als die Hälfte seiner Wurfversuche aus dem Feld (56%) und netzte im Schnitt 31.3 pro Abend ein. Mit 33 Punkten und 7 Assists führte er die Dubs zum viel umjubelten Heimsieg gegen die Rockets. Seine 48 Zähler bei der knappen Niederlage gegen OKC waren das bisherige co-Scoring-Highlight in '11/12 (höchste Punkteausbeute, zusammen mit Kobe Bryant). Ebenfalls beeindruckend: Thunder Point Guard Russell Westbrook. 30 PPG (51% FG, 85% FT), 6 RPG, 5 APG. Und 2.5 Steals am Abend. Ganz hässlich: seine 25 Ballverluste und absolut unterirdische 0.84 Assist/Turnover Quote. Da Oklahoma City aber 3 von 4 Partien gewinnen konnte, gibt's für den tasmanischen Teufel diesmal einen Blankoscheck. Das absolute Gegenteil zum kopflosen Westbrook war, wie sollte es anders sein, 'Old Man River' Steve Nash. Der Suns-Dynamo legte drei Double-Doubles in vier Partien auf, führte die Liga einmal mehr bei den Assists an (12.5 APG) und sorgte fast im Alleingang für drei weitere Siege der Wüstensonnen. Ich weiss, er ist nicht flashy genug. Aber zieht Euch bei Gelegenheit mal ein Spiel des alten Mannes 'rein. Wie er es schafft, mit jetzt 38 Jahren ein mieses Team wie Phoenix im Rennen um die Playoff-Plätze zu halten, entbehrt jeglicher Logik und Rationalität. Geniesst ihn, solange ihr noch könnt!