31 Januar 2012


18 Jahre. 2,28m. Schuhgrösse 57. Das sind die Richtwerte von Mamadou Ndiyae, High School Basketball Sensation aus dem Senegal. Ein kalifornischer College-Scout hatte den damals erst 16-jährigen in der einzigen überdachten Sporthalle (!) des westafrikanischen Landes entdeckt und ihm den Weg in die USA geebnet. Über die kleine Vorbereitungsschule Stoneridge Prep, die ihm beim Visum half, landete Ndiyae schliesslich an der katholischen Brethren Christian High School in Huntington Beach, wo er nächstes Jahr seinen Abschluss machen wird. Eine Pflegefamilie, die ihre Identität gegenüber den Medien nicht preisgeben möchte, nahm den sanften Riesen bei sich auf und betreut ihn seitdem.

Ndiyae's unkontrolliertes Wachstum wurde von einem Tumor in der Hirnanhangsdrüse ausgelöst - die gleiche Krankheit übrigens, die ex-NBA Hüne Gheorge Muresan auf unglaubliche 2,35m hatte anwachsen lassen. Mehrere Wohltätigkeitsorganisationen sammelten Bargeld, um Ndiayes dringend benötigte Operation bezahlen zu können. Ohne die Tumorentfernung wäre der Jugendliche innerhalb von zwei Jahren komplett erblindet. Glücklicherweise blieb ihm das Schicksal aber erspart, und er konnte seinen mysteriösen und von vielen Fragezeichen umsäumten Lebensweg fortsetzen - ebenso wie seine noch junge Basketballkarriere. Mit 22.9 Punkten, 13.2 Rebounds und 4.7 Blocks pro Spiel gehört Ndiyae zu den besten Nachwuchsspielern des Landes.

College-Coaches trieft links und rechts bereits jetzt das Wasser aus den Mundwinkeln. Sicher: Ndiaye (nicht zu verwechseln mit ex-NBA Spieler Mamadou N'diyae) ist roh, wirkt noch unbeholfen und spielt in seiner unterklassigen High School Liga gegen Zwerge. Aber: "You can't teach Height". Sein Potential macht, nicht nur aufgrund seiner absolut unrealistischen Grösse, Lust auf mehr. Er wirkt gefühlvoll und mächtig zugleich und könnte - mit ein wenig Big Man Einzelunterricht - zur unaufhaltsamen Low Post Waffe mutieren. Sein High School Coach Jon Bahnsen ist davon überzeugt: "Mamadou ist das grösste menschliche Wesen, das ich je gesehen habe. Aber er ist nicht nur gross, sondern kann auch ziemlich gut Basketball spielen." Das sehen immer mehr Beobachter so. Sie belagern mittlerweile die Turnhallen der Umgebung (Brethren High School hat selbst keine), in denen der gigantische Teenager seine gleichaltrigen Gegner nach Belieben dominiert. Ndiaye, den all seine Mitmenschen als schüchtern, aber lustig und aufgeschlossen beschreiben, ist die ganze Aufmerksamkeit um seine Person noch nicht ganz geheuer. Daran wird er sich aber wohl oder übel gewöhnen müssen. Vor allem wenn sein Weg - wie alle behaupten - ihn in zwei bis drei Jahren in die NBA führt...