17 Februar 2012


Der BBVA Rising Stars Challenge Draft-Off zwischen Charles Barkley und Shaquille O'Neal ist seit wenigen Minuten zu Ende. Chuck und Shaq wählten aus einem Rookie/Sophomore Pool jeweils neun zehn Spieler für ihre jeweiligen Teams aus. Warte, was? Wieso plötzlich zehn, wenn doch ursprünglich nur 18 Akteure insgesamt zur Wahl gestellt wurden?

Tja, die NBA zu Euren Diensten! Da sämtliche On-Court Regungen und jeder Off-the-Court Furz irgendwie vermarktet werden muss, beschloss die Partei Ligazentrale heute kurzfristig, dass Über-Nacht Sensation Jeremy Lin auch zum All-Star Wochenende eingeladen werden sollte (Kameraschwenk zu einem stoischen David Stern, der eine Rede verliest zur "allgemeinen Gemütslage des gemeinen NBA-Fans, dem man Lin einfach nicht vorenthalten darf". Overdub über das Klingeln der sich stapelnden Geldsäcke unter dem Interviewtisch). Also packte man in bester "Wer hat diese Regeln eigentlich gemacht? Wir? Scheiss Drauf! Manier" den Taiwanesen auch noch mit ins Rookie Game, nahm zusätzlich Norris Cole aus Miami mit, und schob dann mal eben kurz 'Commissioner' Kenny Smith im TV als Puffer vor. Merkt ja keiner. Dass Lin nach einer sensationellen Woche in irgend einer Form in Orlando vertreten sein würde, war klar. Ein kleiner fader Beigeschmack gleitet bei solch willkürlichen Entscheidungen aber immer mit durch den Raum.

Die eigentliche Show sorgte dann für weniger Highlights als ein Barkley-Shaq Faustkampf. Bemerkenswert und erwähnenswert war definitiv Shaquille O'Neal's völliger Mangel an Basketball-Sachverstand. Ich bin mir sicher, dass er von der Hälfte der Spieler in seinem Team weder etwas gehört, noch sie jemals live in Aktion erlebt hat. Eines muss man O'Neal lassen - die drei Top-Stars des 'Team Shaq' (Blake Griffin, Ricky Rubio, Jeremy Lin) sind integrale Bestandteile der momentanen NBA-Hype Maschinerie und rücken den Fokus so automatisch auf das Team des 6.-besten Scorers aller Zeiten. "Ich wollte das spektakulärste Team auf den Platz bringen", erklärte O'Neal später seine Strategie. "Das habe ich geschafft." Insgesamt spiegeln die Lineups die unterschiedlichen Charaktere ihrer GMs wieder. Flash und Spass auf der einen Seite, hartes Malochen und der unbedingte Siegeswille um jeden Preis auf der anderen. Insgesamt kann 'Team Shaq' dem weitaus geschlosseneren und perfekt zusammengestellten 'Team Chuck' nicht das Wasser reichen. Barkley demonstriert eindrucksvoll, dass es seinem Hall-of-Fame Counterpart in Sachen Bball Know How um Längen voraus ist (alle, die jemals INSIDE THE NBA gesehen haben, nicken gerade zustimmend) und wird das Duell dank eines tieferen, talentierteren Teams und Head Coach Mike Fratello letztendlich auch gewinnen. Zu den Lineups (in der Reihenfolge, wie sie gezogen wurde. Shaq mit dem 1. Pick.):