22 Februar 2012


Der wöchentliche, kompakte Blick auf die Rookie Tops und Flops des Draft-Jahrgangs 2011 (Stand: 22. Februar 2012, Pre-ASG Edition)


1. Kyrie Irving (Cleveland Cavaliers): 18.6 Pts, 4.9 Ast, 49% FG
Irving ist ein Phänomen. Die meisten bekommen sicher nicht mit, wie der Cavaliers-Rookie Abend für Abend einen talentlosen Haufen mit Antawn Jamison als 2. Scoring-Option im Spiel hält. Dabei sind nicht nur seine nackten Zahlen verblüffend (sein Scoring-Schnitt im Februar liegt bei über 20 PPG). Was noch mehr beeindruckt ist die Abgeklärtheit und Gelassenheit, mit der Irving routinierte Defensiven auseinander nimmt und entweder selbst punktet, Fouls zieht (mittlerweile fast 5 Freiwürfe pro Abend), für seine Teamkollegen vorbereitet oder Spiele entscheidet. In Cleveland redet schon längst keiner mehr von "ihr wisst schon wem."

2. Ricky Rubio (Minnesota Timberwolves): 11.5 Pts, 8.4 Ast, 2.4 Stl
Die spanische PG-Sensation Ricky Rubio ist an einer interessanten Wegkreuzung in seiner NBA Rookie-Saison angelangt: je besser sich Teams auf sein Playmaking einstellen, indem sie ihm die erste Passoption weg nehmen (schon 8 Partien in Folge unter 10 Assists), desto mehr sucht RR seinen eigenen Wurf. Die letzten Spiele gegen Denver und Philadelphia sah man einen Rubio in Schusslaune - er übertraf jeweils seine Karrierebestwerte bei den Würfen aus dem Feld. Sein Scoring war in der letzten Woche so hoch wie noch nie (16 PPG). Die Quoten bleiben aber nach wie vor unterirdisch (37% FG).

3. Brandon Knight (Detroit Pistons): 12.5 Pts, 3.5 Ast, 1.6 Dreier
Knight's Durchschnittsstats in den letzten drei Partien: 19.5 Punkte, 5 Rebounds und 5 Assists. Inklusive 10-13 Dreier und 50% aus dem Feld. "Er ist phänomenal. Ich liebe es, mit ihm zusammen zu spielen", sagt sein Backcourt-Partner Rodney Stuckey mittlerweile über ihn, und spricht damit aus, was man in Detroit wohl gerne hört. Dank Knight's bemerkenswerter Konstanz und Steigerung von Monat zu Monat - noch ein Leistungssprung im Februar - träumt man in der Motor City bereits von einer Thomas/Dumars Backcourt-Neuauflage.

4. MarShon Brooks (New Jersey Nets): 14.2 Pts, 4.3 Reb, 43% FG
Wie schon letzte Woche angedeutet, ist Brooks in gesundem Zustand einer der besten Rookies des Jahrgangs. Kleine Startschwierigkeiten nach seiner Verletzungspause hielten ihn nicht lange auf. Der lange Shooting Guard macht mittlerweile genau dort weiter, wo er vor seiner Fehlzeit aufgehört hat. Er punktet immer zweistellig und bleibt der zweitbeste Scorer dieser Altersklasse hinter Irving. Wenn er jetzt noch aufhört, unmotivierte Dreier zu lancieren, und statt dessen Richtung Korb zieht, wird ihm Platz 3 wohl kaum zu nehmen sein.

5. Kemba Walker (Charlotte Bobcats): 13.2 Pts, 3.8 Ast, 1.0 Stl
Walker war am Freitag mit 14 Punkten und 8 Assists einer der Protagonisten bei Charlotte's erstem Sieg nach 16 Pleiten in Folge. Auch die Rückkehr des etatmässigen Spielmachers DJ Augustin hatte auf Walker's Spiel keinen Einfluss. Der Rookie traf zuletzt besser (44% FG), verteilte im Schnitt 5 Assists und beschützte den Ball wie ein echter PG-Veteran. Insgesamt nur 0.5 Ballverluste pro Abend im Februar offenbaren seinen deutlichen Lernzuwachs - und das, obwohl sich gegnerische Defensiven angesichts der katastrophalen Bobcats-Lineup meist vollständig auf den Backcourt konzentrieren können.

6. Isaiah Thomas (Sacramento Kings): 8.5 Pts, 2.8 Ast, 37% Dreier
Der absolute Steal des Drafts ist ohne Frage Isaiah Thomas. Der nur 1,75m kleine Guard versauerte unter dem alten Head Coach Paul Westphal auf der Bank, während der sich beschwerte, dass die Kings keinen echten Ausbauspieler hätten. Unter Keith Smart avancierte der allerletzte Pick 2011 zum Starter auf der Eins und brillierte in der letzten Woche mit 18.5 Punkten, 4.5 Rebounds und 6 Assists im Schnitt. Inklusive Fast Triple Double (23/8/11) am Sonntag in Cleveland. Direkt im Spiel darauf traf Thomas 5 Dreier und stellte eine neue persönliche Bestmarke bei den Punkten auf (24).

7. Kenneth Faried (Denver Nuggets): 7.1 Pts, 5.9 Reb, 1.2 Blk
Mehrere Verletzungen in Denver's Frontcourt haben die Tür geöffnet für das Rasta-Monster aus Morehead State. Und Kenneth Faried hat eindrucksvoll bewiesen, warum ihm - trotz wenig Spielzeit in den ersten beiden Monaten - eine lange Karriere bevor steht: er rackert sich den Arsch ab. Nach einer guten Woche (10 Pts, 7 Reb, 63% FG im Schnitt) führt das 'Manimal' (halb Mensch, halb Tier) jetzt alle Rookies bei den Rebounds (5.9 RPG) und Blocks (1.2 BPG) an. George Karl wird es schwer haben, den Frischling in den nächsten Wochen wieder auf der Bank versauern zu lassen.

8. Iman Shumpert (New York Knicks): 10.3 Pts, 3.2 Ast, 2 Stl
Shumpert wäre weiter oben angesiedelt, wenn ihm zur Zeit nicht eine Knieverletzung zu schaffen machte. Die entzündete Patellasehne ist jedenfalls so lädiert, dass der Shumpster seine Teilnahme am Slam Dunk Contest absagen musste. Dumm für die Knicks, die ein paar Spiele auf ihren besten Perimeter-Verteidiger verzichten müssen. Genau dort wird der Rookie nach seiner Rückkehr am meisten auf sich aufmerksam machen. Er gehört schon jetzt zu den effektivsten und härtesten Isolation Verteidigern der NBA.

9. Markieff Morris (Phoenix Suns): 8.1 Pts, 5.0 Reb, 41% Dreier
Morris macht in Phoenix weiterhin sein Ding und zwei Dinge für einen Rookie ausgezeichnet: er trifft seine freien Würfe - vor allem spot up Jumpshots, wenn er direkt hochgeht - und steht auch im Low Post seinen Mann. Eine neue Dimension, die der kräftig-robuste Forward seinem Spiel in den letzten Wochen hinzu gefügt hat, ist das Ziehen von Fouls nach Fakes am Ring (mehr als 3 Freiwürfe pro Spiel in den letzten zwei Wochen). Obwohl er im Vergleich zum Januar etwas schwächer geworden ist, bleibt 'Kieff einer der wichtigsten Rotationsspieler in Phoenix.

10. Klay Thompson (Golden State): 7.3 Pts, 47% FG, 1.3 Dreier
Klay Thompson's Effizienz ist verblüffend. Der Warriors-Rookie ist auf dem besten Weg, erst der 3. Rookie seit 1989/90 zu werden, der mehr als 45% seiner Würfe von jenseits der Dreier-Linie trifft. Die anderen beiden: Drazen Petrovic und Anthony Morrow. Thompson hat in der Bay Area schon jetzt ernsthafte Diskussionen um den vermeintlich besten Warriors-Werfer entfacht. Bei Teamkollegen wie Stephen Curry, Brandon Rush, Dorell Wright und Monta Ellis ein Beweis seiner Klasse.


Enttäuschend:
Enes Kanter (Utah Jazz, 3. Pick): 5.2 Pts, 0.5 Blk
Jan Vesely (Washington Wizards, 6. Pick): 3 Pts, 3.2 Reb, 0.5 Blk
Jimmer Fredette (Sacramento Kings, 10. Pick): 8 Pts, 37% FG
Alec Burks (Utah Jazz, 12. Pick): 5.8 Pts, 0.6 Ast
Marcus Morris (Houston Rockets, 14. Pick): 1.7 Pts, 0.7 Reb