05 März 2012




Celtics 115, Knicks 111 (OT)

"Die vielen Gerüchte haben mir gut getan", sagte ein überragender Rajon Rondo nach der Partie. Das ganze Trade-Geschwätz, die Zweifel und die Kritik, den Celtics-Guard scheint das alles Jahr für Jahr zu Höchstleistungen anzuspornen. So auch heute im Atlantic-Division Duell gegen die New York Knicks, wo Rondo mit 18 Punkten, 17 Rebounds und 20 Assists eines der spektakulärsten Triple Doubles der NBA-Geschichte darbot. Die Gäste dominierten Halbzeit eins, ehe Boston im dritten Abschnitt davon zog. Die Knicks kamen aber zurück und waren drauf und dran, das W zu stibitzen, ehe ein glühend heisser Paul Pierce (34 Pts) einen Dreier zur Verlängerung traf. Dort setzte sich die Erfahrung der C's letztendlich durch, die mit dem Sieg ein kleines Polster zwischen sich und NY schafften.




Raptors 83, Warriors 75

Golden State dominierte eine Halbzeit lang in Kanada, wurde dann aber selbstgefällig und gab das Spiel aus der Hand. Die Dubs schafften gerade mal 28 mickrige Punkte nach der Pause. DeMar DeRozan zeigte mit 25 Zählern endlich einmal, warum die Dinos im hohen Norden grosse Stücke auf ihn halten. Der bisher enttäuschenden Shooting Guard demonstrierte einen perfekten Mix aus Jumpshots und Drives zum Korb. Dank der grosszügigen Hilfe von Arbeitstier James Johnson, der mit 12 Punkten und 12 Rebounds sein bestes Saisonspiel zeigte, gewann Toronto nach 5 Niederlagen in Folge mal wieder gegen die Warriors.

Lakers 93, Heat 83

Nicht, dass einer wie Kobe Bryant (33 Pts) vor dem Aufeinandertreffen mit Miami einen extra Motivationsschub gebraucht hätte. Aber das absichtliche Foul von Dwyane Wade während des All-Star Spiels vor einer Woche, das Bryant das Nasenbein zerschmetterte, steckte zumindest noch irgendwo im Unterbewusstsein der "maskierten Mamba", die gegen die Heat mit 18 Punkten im Q1 in die Partie zischte. Der Grundstein für einen ungefährdeten Heimsieg war dadurch früh gelegt. LA war bissiger und verteidigte besser. Metta World Peace (17 Punkte, 4 Steals) spielte aggressiv und effektiv zugleich und war neben Bryant (drittes 30+ Spiel mit Maske) und Andrew Bynum (16/13) der entscheidende Mann beim 8. Lakers-Sieg in den letzten 10 Partien.

Nets 104, Bobcats 101

Flammenwerfer Deron Williams ist der einzige Spieler des Abends, der in diesem kurzen Recap erwähnt werden darf. Der Nets-Bartträger explodierte für 57 Punkte und stellte damit gleich mehrere Rekorde auf. Es war eine neue persönliche Bestleistung. Es war ein neuer NBA-Saisonrekord und erst das zweite 50+ Spiel in der laufenden Spielzeit (Kevin Durant). Es war der höchste Scoring-Output in der Franchise-Geschichte der New Jersey Nets. Nur Michael Jordan, Reggie Miller und Gilbert Arenas schafften jemals 50+ Punkte und 7+ Assists in einem Spiel. D-Will traf 21 von 21 Freiwürfen und führte New Jersey zum Sieg in Charlotte. Überragende Vorstellung des All-Star Guards.




Clippers 105, Rockets 103 (OT)

In einer weiteren durch und durch spannenden Partie eines höchst unterhaltsamen NBA-Sonntags lieferten sich die Rockets und Clippers ein verbittertes Duell auf Augenhöhe. Keine Mannschaft konnte sich absetzen, insgesamt stand es 20 mal Unentschieden, die Führung wechselte 24 mal. Chris Paul, mit 28 Punkten und 10 Assists wieder einmal bester Mann auf dem Platz, verpasste zunächst die Siegchance. CP3 war in den entscheidenden Phasen von Houston aber nicht in den Griff zu bekommen und dirigierte die Clippers zum knappen Auswärtserfolg - es war erst der 8. in den letzten 33 Duellen gegen Angstgegner Houston. Dass der Sieg hässlich heraus gespielt und alles andere als überzeugend war, danach fragt morgen niemand mehr.

Nuggets 99, Spurs 94

Es gibt nur wenige Spieler, die flinker sind als Tony Parker. Ty Lawson ist einer von ihnen. Der Nuggets-PG (22 Punkte, 11 Assists, 9 Rebounds) verpasste nur haarscharf ein Triple Double, war aber trotzdem der entscheidende Mann beim knappen 99-94 Auswärtssieg der immer noch verletzungsgebeutelten Goldklumpen, die ohne Nene und Gallinari antreten mussten. Denver führte meist, die gefährlichen Spurs lauerten jedoch immer in Reichweite. Ganz heran kam das Team um Rückkehrer Manu Ginobili (8 Pts, 5 Ast) aber nie, denn immer war Lawson zur Stelle. Dank punktueller Nadelstiche des 1,79m Wiesels sowie starker Leistungen von Al Harrington (16) und Duracell-Rastamann Kenneth Faried (11 Pts, 2 Blk) gewann Denver zum dritten mal seit dem All Star Spiel und kletterte wieder auf einen Playoff-Platz.

Bulls 96, Sixers 91

76ers Head Coach Doug Collins versuchte es in der Defensive mal mit Andre Iguodala, dann mit Evan Turner, später mit Lou Williams. Das Ergebnis war aber stets das gleiche: Derrick Rose spielte - mal wieder in engen Partien - wie der amtierende MVP, der er nun einmal ist und führte die Chicago Bulls mit Saisonbestleistung 35 Punkten zu einem weiteren Sieg in einer mehr und mehr beeindruckenden Saison. Philly hatte durchaus Chancen auf den Sieg - musste aber wieder ein enges Spiel gegen einen guten Gegner aus der Hand geben und nach der Partie Fragen über die eigene mentale Beschaffenheit beantworten. Die Bulls-Herde stampft hingegen unaufhaltsam von Sieg zu Sieg und darf so langsam mit Heimvorteil in den Eastern Conference Playoffs planen (schon 2 Siege Vorsprung vor Miami).




Suns 96, Kings 88

Was wäre eigentlich, wenn Phoenix nicht jeden Abend so dermassen ins Hintertreffen geraten und ein Comeback nach dem anderen starten würde? Wahrscheinlich nichts. Auch heute liessen sich die Gastgeber zunächst von DeMarcus Cousins (16/14), der sie schon in den letzten beiden Duellen dominiert hatte, den Schneid abkaufen. Dann aber besann sich der "polnische Hammer" Marcin Gortat auf seine Center-Qualitäten und hielt dagegen (14 Punkte, 17 Rebounds, 2 Blocks). Steve Nash war mit 19 Punkten (8-13 FG) wieder einmal die Effizienz in Person und führte seine Suns zum dritten Comeback-Sieg in Folge und fünften in den letzten sechs.


Lineup des Tages:

G Rajon Rondo (18 Pts, 17 Reb, 20 Ast...Triple Double)
G Deron Williams (57 Pts, 21-21 Ft, 7 Ast, 6 Reb)
F Kobe Bryant (33 Pts, 14-23 FG)
F Paul Pierce (34 Pts, 13-23 FG, 7 Reb)
C Marcin Gortat (14 Pts, 17 Reb, 2 Blk)