10 März 2012


Verheerende News aus Minneapolis: die gestern von Rookie-Sensation Ricky Rubio erlittene Knieverletzung hat sich bei heutigen, genaueren Untersuchungen als Kreuzbandriss entpuppt. Damit haben sich die schlimmsten Befürchtungen der Timberwolves bewahrheitet, Rubio fällt für den Rest der Saison aus. Normale Genesungszeiten bei Verletzungen dieses Ausmaßes betragen 6 bis 9 Monate. Die olympischen Spiele in London haben sich für den kleinen Spanier also ebenfalls erledigt.

Rubio hatte sich in der Partie gegen die Los Angeles Lakers wenige Sekunden vor Schluss einem zur Mitte ziehenden Kobe Bryant in den Weg gestellt. Dabei rutschte sein Knie etwas nach innen, bevor er es frontal mit Bryant kollidierte. Der Spanier ging sofort zu Boden und griff sich mit offensichtlich schmerzverzerrtem Gesicht ans linke Bein. Er versuchte zwar noch während der anschliessenden Auszeit, das Bein zu belasten, sackte aber sofort zusammen und musste von Teamkollegen in die Umkleidekabine getragen werden.

Nicht, dass es für solche Verletzungen je einen guten gäbe, aber der Zeitpunkt hätte für Minnesota nicht ungünstiger kommen können. Nach 6 Jahren stinkendem Mief sind die Timberwolves in dieser Saison endlich wieder über die magische .500er Marke geklettert. Mit 21-20 Siegen haben sie sich als ernst zu nehmendes Playoff-Team in einer hart umkämpften Western Conference etabliert. Vom 8. Playoff-Platz trennen sie derzeit nur 0.5 Siege, Houston (8.) befindet sich derweil im freien Fall. Noch positiver schien die Aussicht angesichts des einfachen Restspielplans: 12 der letzten 25 Partien sind gegen sub .500 Teams angesetzt, nur Memphis und San Antonio haben es im Westen noch einfacher.

Das Erreichen des grossen Ziels wird aber für die Wölfe ohne ihren elektrisierenden Rookie Point Guard schwer. Der 21-Jährige platzte nach zwei Jahren Wartezeit in die NBA und eroberte die Basketballwelt im Sturm. Sein zwangloser, uneigennütziger Stil transformierte die Timberwolves quasi über Nacht. Nicht nur auf dem Platz, wo sie dank Rubio's 10.6 Punkten und 8.6 Assists pro Abend 18 ihrer 31 Partien gewonnen hatten, seit er nach 10 Spielen in die Startformation rückte. Sondern auch ausserhalb: jedes Heimspiel war ausverkauft und die Wolves spektakuläres Must-See TV im allabendlichen League-Pass Programm. Ob Minnesota die Saison mit einem Luke Ridnour/JJ Barea Komitee auf PG zu Ende spielen oder vor der Trade-Deadline umso aggressiver einen Scoring Guard á la Jamal Crawford jagen will, das werden die nächsten fünf Tage zeigen. Die Aussichten auf die erste Playoff-Teilnahme seit 2004 sind aber ohne die angeschlagenen Love (Rücken), Barea (Fuss) und jetzt Rubio plötzlich sehr, sehr trüb.

Minnesota startet am Montag einen 12 Tage/7 Spiele Auswärtstrip...