22 März 2012


Pretty Ugly: Der gestrige 82-79 Auswärtssieg beim Division Rivalen Philadelphia war der hässlichste während New York's aktueller 5-Spiele Erfolgsserie. Die Knicks mausern sich unter dem mächtigen Kinnbart von Mike Woodson aber zu einer Defensivmauer (nur 87 Gegenpunkte pro Partie), die dank zahlreicher Offensivoptionen genug Feuerkraft besitzt, um den aktuellen Run noch ein wenig auszubauen. Die nächsten Gegner sind Toronto, Detroit und Milwaukee.

Einstand nach Maß: Neuzugang Nene stellte seine Fähigkeiten in Washington sofort unter Beweis und lieferte extrem effiziente 22/10 ab (9-13 FG). Noch beeindruckender war sein direkter Einfluss dank hohem Einsatz, extra Pässen und der abgeklärten Zonenpräsenz, die die Wizards bisher nicht hatten. Die Nets sind für solche Sparringseinheiten immer der perfekte Partner. Auch Javale McGee gab sein Debut beim neuen Club und erzielte 15 Punkte, 7 Rebounds und 3 Blocks in 25 Minuten. Inklusive spektakulärem Game Winner kurz vor Schluss.




Nummer 37: ein weiterer Neuzugang bekam bei seinem ersten Einsatz in Oklahoma City stehende Ovationen vom Publikum und hofft, dort seinen insgesamt 6. Meisterschaftsring einheimsen zu können. Fisher machte übrigens genau das, was von ihm erwartet wird: 5 Punkte, 1 Dreier, 1 Assist. Die neue Trikotnummer? Da kommt ihr selbst drauf...

Jekyll & Hyde: die LA Lakers. Zeigt mir ein zweites Team mit derart ausgeprägten bipolaren Störungen, und ich zeige Euch wo es in Los Angeles regnet. Nach den peinlichen Niederlagen gegen Utah und Houston holte LA in Dallas den sprichwörtlichen Hammer aus dem Schrank und gewann ungefährdet 109-93. Der Einfluss von Ramon Sessions (17 Pts/9 Ast in 29 Min.) ist schon nach zwei Spielen offensichtlich: ständige Gefahr aus dem Rückraum, drives & kicks und viele offene Würfe für Gasol, Kobe & Konsorten. Bryant ist angetan: "Ich bin extrem beeindruckt. Wir lassen ihn einfach machen. Meine Abende sind jetzt viel einfacher, ich muss nicht mehr für andere kreieren, sondern kann aggressiv scoren. Ich hatte, was, 30 Punkte? Ich musste mich dafür nicht einmal abrackern dank seiner Penetration und guten Screens."

Auf dünnem Eis: Clippers Coach Vinny del Negro schlittert seiner baldigen Entlassung entgegen. Die kann eigentlich nicht früh genug kommen, obwohl LA gerne bis nach der Saison warten würde. Nach 11 Niederlagen aus 18 Partien seit der Chauncey Billups Verletzung und absolut uninspiriertem Ball verlor VDN gestern in der Umkleide die Nerven und liess eine donnernde Schimpftirade los. Der 'Lob City' Express droht vollends zu entgleisen, wenn nicht schnell gehandelt wird. Der Coach muss weg.

Grössenwahn: Russell Westbrook wollte Rache. Vergeltung für Blake Griffin's Mord an seinem Mannschaftskollegen Kendrick Perkins vor einigen Wochen. Der Thunder-Guard sah beim Fastbreak die perfekte Gelegenheit und wollte Blake Griffin Sachen mit Blake Griffin machen. Takeoff uuuuund.... Russell Westbrook ist definitiv nicht Blake Griffin.

Bank-Boost: Chicago musste mal wieder ohne den verletzten Derrick Rose antreten und lag in Toronto nach Q3 mit 7 Punkten zurück - vermutlich weil die Raptors visuell perfekt getarnt waren. Die Ersatzbank hatte den Gegner aber ausfindig gemacht und drehte die Partie mit 28 von 32 Punkten im letzten Abschnitt. Am 20-0 Lauf entscheidend beteiligt: Kyle Korver und einmal mehr John Lucas der Dritte. Die Bulls bleiben oben.

Rookie des Jahres: nicht, dass es für seinen Kasus noch vieler Argumente bedurft hätte. Aber Kyrie Irving zerstreute mit 29 Punkten, 9 Rebounds und 9 Assists jeden noch so leisen Zweifel an seinem ROY-Award. Nur zwei Rookies haben in der Geschichte der Cleveland Cavaliers je mehr P-R-A erzielt: John Johnson und ein gewisser Lebron James.

Man on Fire: Ben Gordon war gestern völlig bewusstlos und holte - absolut unerwartet angesichts seiner höchstens durchwachsenen und von Verletzungen geplagten Saison - ein echtes Schmankerl aus der BG-Zeitkapsel: 45 Punkte und 9 von 9 Dreiern. Damit egalisierte der Piston nicht nur seinen eigenen NBA-Rekord (und den von Latrell Sprewell) für die meisten Distanzwürfe ohne Fehlversuch, sondern lieferte auch noch das 5.-höchste Scoring-Game der Saison ab.

Unter die Hallendecke: Bruce Bowen's Nummer 12 wurde in San Antonio höchst zeremoniell verabschiedet und unter's Hallendach gehängt. Der Verteidigungsspezialist gewann mit den Spurs drei Meisterschaften, stand insgesamt 8 mal im All-Defensive Team und ist persönlich für die meisten Bänderrisse direkter Gegenspielern in der Geschichte der NBA verantwortlich. Und tschüss, Bruce!