12 März 2012


Zwar wird meist über Kevin Durant und Russell Westbrook sinniert, wenn von den Oklahoma City Thunder die Rede ist, aber der Donner stünde nicht da, wo er jetzt ist, ohne James Harden. Der Favorit auf den 6th Man of the Year Award hat dem Team in seinem jetzt dritten Profijahr eine besänftigende Präsenz verliehen und massakriert gegnerische Defensiven mit der leisen Effizienz eines säbelnden Samurai-Söldners. Harden war die treibende Kraft hinter OKC's 3-1 Woche, erzielte zwei mal 30plus, machte im Schnitt 23.5 PPG und traf gewohnt sicher von überall auf dem Feld (57/41/84 Quoten). Seine 11 Dreier führten das Team an. Schockierende Statistik aus Los Angeles: der verletzungsanfällige Andrew Bynum hat bisher alle 37 Partien absolviert (war für die ersten 4 Spiele gesperrt). In denen hat sich der erst 24-jährige Center (fühlt sich das nicht irgendwie an, als wäre AB schon seit 10 Jahren in der Liga?) als klare zweite Option neben Kobe Bryant etabliert und spielt die beste Saison seiner Karriere (17 PPG, 13 RPG, 2 BLK). Kein Wunder, dass sein Name immer wieder im Zusammenhang mit der ungelösten Dwight Howard Tradesituation fällt - Bynum ist mit Abstand das Beste, was Orlando im Tausch ergattern könnte, falls man D12 ziehen lassen will. Der Lakers Big Man dominierte in den vergangenen sieben Tagen mit 23.8 Punkten und 11 Rebounds im Schnitt und war beim Statement-Sieg gegen die Boston Celtics dank seiner schieren Grösse unter den Brettern ein entscheidender Faktor. Ein wenig weiter nördlich hält Monta Ellis die Golden State Warriors irgendwie im Playoff-Rennen. 'The Mississippi Bullet' übernahm nach den mehrfachen Ausfällen von Stephen Curry die Spielmacher-Rolle (7.5 Assists), ohne aber seine primäre Aufgabe - das Scoren - zu vernachlässigen (20.5 PPG). Etwas Defense (2 Steals) hinzu gemischt und gute Entscheidungen auf dem Weg zum Korb (50% FG), und fertig ist Golden State's 3-1 Woche mit Siegen in Dallas und bei den LA Clippers.

Einer der heissesten Spieler der Liga ist derzeit ohne Frage Ersan Ilyasova. Der Türke hat die Gelegenheit nach dem Ausfall des etatmässigen Centers Andrew Bogut genutzt und macht es Coach Scott Skiles jetzt unmöglich, ihn wieder vom Feld zu nehmen. In den letzten zwei Wochen hat der Kombo-Forward sein Spiel auf ein neues Level gehoben und es mit zum Teil irrwitzige Boxscores gewürzt (29/25 oder 31/12). Milwaukee konnte in den letzten sieben Tagen 3 von 4 gewinnen und hat sich bis auf 1 Sieg an Platz 8 heran gepirscht. Ilyasova erzielte 25 Punkte und 11 Rebounds pro Abend, fast jeder Wurf fand sein Ziel (64% aus dem Feld, 75% von Drei, 90% von der Linie). Der neue Ilyasova/Gooden Frontcourt harmoniert so gut, dass man in der Bierstadt jetzt sogar laut über einen Bogut-Trade nachdenkt. Nicht ganz so bewusstlos, aber für sein Team ebenfalls MVP, war der alte Mann Antawn Jamison. Der König der unorthodoxen Low Post Moves war 5.-bester Scorer der Woche (26 PPG) und brillierte vor allem beim überraschenden Auswärtssieg in Denver, wo er mit 33 Punkten und 9 Rebounds Mann des Spiels war. Auch die Cavaliers spielen derzeit auf der Überholspur und liegen, wie die Bucks, in der Eastern Conference nur 1 Sieg hinter den New York Knicks. Obwohl Jamison eine Menge Interesse auf dem Trademarkt generiert, ist er für Cleveland als zweite Offensivoption neben Kyrie Irving unentbehrlich geworden und wird auch nach Donnerstag für die Edelmänner auflaufen. Das meiste Trade-Geplapper kommt - Überraschung, Überraschung - immer noch aus Orlando. Während die Magic bis Donnerstag Zeit haben, ihre am Reisbrett skizzierte Zukunft in die Tat umzusetzen, legt Dwight Howard weiter MVP-Werte auf, ohne mit dem Bizeps zu zucken. Letzte Woche: 27.5 Punkte, 15.3 Rebounds, 2 Blocks und 67% FG im Schnitt. Ohne zweite Geige oder Pfeifen-Liebe von der Refs. Der Unterschied zwischen einem Magic-Team mit einem motivierten Dwight und ohne? Orlando verlor erst in Charlotte und putzte zwei Nächte später das beste Team der Liga in Chicago. Howard erzielte dabei 29 Punkte und 18 Rebounds. Trade who?