16 April 2012


Carmelo Anthony würde wohl allein schon aufgrund seiner Leistung beim gestrigen Highlight-Spiel gegen die Heat seinen Weg in die POWs finden. Nach dem zweithöchsten Knicks-Output in dieser Saison (42) und einem der höchsten des Jahres kann das schon mal passieren. Wem diese Passage verdächtig bekannt vorkommt, der hat letzte Woche genau aufgepasst und ein photographisches Gedächtnis. Der amtierende POW14 machte in den vergangenen sieben Tagen dort weiter, wo er letzten Sonntag aufgehört hatte. Melo war wieder einmal Topscorer der NBA mit 30.3 Punkten pro Spiel und starken 52% aus dem Feld. Er spielt derzeit überragend und trägt die Knicks ohne Stoudemire und Lin in Richtung Platz 6/7. Beim 111-107 Sieg gegen Milwaukee dominierte Anthony mit 32 Punkten und 10 Rebounds. Die Niederlage gegen Miami konnte er aber trotz 42 Zählern auch nicht verhindern. Kevin Garnett ist und bleibt das Herz der Boston Celtics und hat nach dem All-Star Wochenende einen beispiellosen Run hingelegt. Die C's haben die Atlantic Division so gut wie in der Tasche dank einer weiteren 4-1 Woche, in der KG konstant wie ein Schweizer Uhrwerk drei Double Doubles und drei 20-Punkt Spiele ablieferte. Seine 24/9 beim Sieg in Miami und 22/12 beim anschliessenden Heimerfolg gegen die Hawks waren ausschlaggebend für eine nahezu perfekte PF-Line in den letzen Sieben: 20 PPG, 10.8 RPG, 2.5 APG, 50% FG und 93% von der Linie. Perfekt war auf jeden Fall auch die Bilanz der Indiana Pacers, die 4-0 Siege einsammelten und ihren dritten Platz in der Eastern Conference zementierten. Roy Hibbert hat nach einem zwischenzeitlichen Durchhänger seine Komfortzone als Post-Option gefunden und setzt seine Länge endlich effektiv zu Verteidigungszwecken ein. Er griff die viertmeisten Rebounds im Osten (10 RPG), blockte 2.3 Würfe pro Abend und rundete sein Spiel mit guten Pässen (3 APG) und Quoten von der Center-Position ab (50% FG, 73% FT).

Um Andrew Bynum's derzeitiges Leistungslevel zu erreichen, muss Hibbert aber noch ein wenig ackern. Der Lakers-Pivot nutzte die Abwesenheit von Topscorer Kobe Bryant zu einer überragenden Woche, in der sein Team unbesiegt blieb und seinen knappen Vorsprung in der Pacific Division verteidigte. Bei Siegen in San Antonio und zu Hause gegen Denver und Dallas war Bynum der entscheidende Mann. 30 Rebounds bei den Spurs, 30 Punkte gegen die Nuggets oder 23/16 und alle wichtigen Körbe in der Verlängerung gegen die Mavs sind nur einige Wochenhighlights für einen jungen Centers, der sich auf All-NBA 1st Team Niveau gespielt hat. Dort hält sich Chris Paul schon lange auf. Dass die Clippers drauf und dran sind, den ersten Division-Titel ihrer Franchise-Historie zu gewinnen, verdeutlicht den stillen Einfluss des besten Point Guards der Liga. CP3 tat nur das Nötigste, um den Schiffchen weitere 3 Siege aus 4 einzufahren mit seinen patentierten 4th Quarter Takeovers und 22/8 im Schnitt. Das Ganze garniert mit 2.5 Steals (Platz 3) und 53-54-94 Shooting Splits, und fertig ist eine weitere perfekte Point Guard Woche. Denver holte im gestrigen ersten Duell eines back to backs mit den Houston Rockets einen wichtigen Sieg im Kampf um das Playoff-Ticket. Wichtigster Mann auf dem Platz war, wie so oft in letzter Zeit, Nuggets-Rookie Kenneth Faried. Gar nicht unbedingt wegen seines dritten Double Doubles in den letzten vier Partien (3-1 für Denver). Sondern wegen der Art, wie er seine Farben permanent antreibt, wenn es brenzlig wird, ob durch einen Rebound, Blockshot oder Monsterjam. Faried griff sich die drittmeisten Rebounds (11.8 RPG), erzielte 15 PPG bei 60% aus dem Feld und traf 80% seiner Freiwürfe (der beste Wert des Jahres). Wenn Denver seine Position (7.) halten kann und in die Playoffs einzieht, hat der rasende Rasta-Rookie daran einen gigantischen Anteil.