23 April 2012


Ein Name, der vor allem in deutschen MVP-Konversationen so gut wie nie auftaucht: Chris Paul. Dass der 1,83m Guard die komplettesten und statistisch besten PG-Werte der Liga auflegt wird dabei ebenso unter den Tisch gekehrt wie die Tatsache, dass er das Schicksal einer gesamten Franchise völlig umgekrempelt hat. Die LA Clippers sind nur 0.5 Siege vom Gewinn ihres ersten Division-Titels entfernt. CP3 hat daran den Bärenanteil. Letzte Woche waren es drei weitere Double-Doubles in vier Partien (3-1) und im Schnitt 21.3 Punkte, 10.3 Assists und 3.5 Steals für Paul, der in dieser Saison hinter James und Durant den wohl grössten (positiven) Einfluss auf die Geschicke seines Teams hatte. Während LAC um den Pazifik kämpft, hält Kugelblitz Ty Lawson seine Klumpen auf direktem Playoff-Kurs und im Rennen um Platz 6 in der Western Conference. Der Mann, der schneller dribbelt als sein Schatten, legte 22.8 PPG und 6.8 APG auf und führte Denver als Scoring-Option Nummer 1 und mit 60% aus dem Feld zu 3 Siegen in 4 Partien. Platz 6 hat man von den Mavericks bereits erhascht. Unaufhaltsam drängt auch der Utah Jazz in die Postseason. Die Musikanten aus dem Mormonenstaat streiten sich mit den Phoenix Suns um den achten und letzten PO-Platz, und obwohl zur Zeit die halbe Mannschaft über sich hinauswächst und Riesenleistungen abliefert, steht ein Mann besonders im Mittelpunkt: Big Al Jefferson. Sein monströses 28 Punkte/26 Rebounds Double Double beim Sieg gegen die Mavericks war das erste 25/25 Spiel in der Franchise-Geschichte seit 1978 (Rich Kelly). Mit insgesamt 20 Punkten, 15.3 Rebounds und 2 Blocks im Schnitt führte Jefferson seine Jazzer zu 3-0 Siegen und einem direkten Showdown mit den Suns um Platz 8 (Dienstag, 10.30 ET PM auf TNT/NBATV).

Glückwunsch an LeBron James, der mit einer phasenweise historisch dominanten Saison und einem starken Schlussspurt seinen insgesamt dritten MVP-Titel klar machte. Obwohl ihm Kevin Durant von Januar bis April mit ähnlich überwältigenden Zahlen stets auf den Fersen war, sicherte sich James spätestens mit der 37-Punkte/17 Zähler in Folge Explosion in New Jersey den Award. Insgesamt kam LBJ vergangene Woche auf 31 Punkte, 7.5 Rebounds und 5.5. Assists im Schnitt und führte Miami zu 4-0 Siegen (bei der peinlichen Heat-Niederlage gegen Washington stand er nicht auf dem Platz). Die unzähligen Ausfälle von Dwyane Wade in diesem Jahr stiessen die Tür zu einer neuen Hierarchie auf dem Platz weit auf. James liess sich nicht lumpen und riss das Geschehen an sich. Carmelo Anthony stand seinem grossen Rivalen aus High School Tagen in nichts nach und setzt seinen verheerenden Lauf auch in der letzten Woche fort. Melo war an 3-1 Knicks-Siegen maßgeblich beteiligt und liess bei jedem W 30+ fallen. Mit im Angebot hatte der Knickerbocker ein famoses 35/12/10 Triple Double gegen die vielgelobte Celtics-Defensive sowie ein Monster Double Double (39 Punkte/10 Rebounds) beim Sonntags-Sieg gegen die Hawks. Anthony verbrennt seit mehr als einem Monat die Liga mit knapp 30 PPG und freut sich bereits auf das bevorstehende Erstrundenduell gegen James und Miami. Wer nicht? Ein wenig weiter westlich hat David West bei den Indiana Pacers endlich seine ganz eigene Nische gefunden und sich rechtzeitig vor den Playoffs in einen Groove gespielt. Die Pacers sind so noch gefährlicher. Der ehemalige All-Star Forward absolvierte seine beste Woche in dieser Saison mit durchschnittlich 22 Punkten und 10 Rebounds im Schnitt bei 55% aus dem Feld. Die Tempomacher haben 3 von 4 gewonnen und sich auf Platz 3 im Osten festbetoniert. Das Duell gegen Orlando in Runde 1 sollte nur Durchgangsstation zu einem hochkarätigeren Matchup in Runde 2 werden - dann gegen LeBron James oder Carmelo Anthony.