29 Mai 2012



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Popovich hatte den 2,01m Forward schon auf seinem Radar gehabt, als der noch für die San Diego State Universität spielte und die Aztecs zu einer 34-3 Saison und Sweet 16 Teilnahme powerte. Obwohl sich Pop nach aussen hin völlig uninteressiert zeigte, nie einen Scout an die SDSU schickte und Leonard nie zum Probetraining einlud - um keinen Verdacht zu schöpfen - hatte es ihm der athletische Verteidiger und exzellente Rebounder (10,6 RPG als Sophomore) angetan. So sehr, dass die Spurs während der Draft-Nacht sogar einen von Popovichs Lieblingsspielern, George Hill, nach Indiana schickten, im Tausch für deren 15. Pick, mit dem sie dann Leonard selektierten. Eigentlich hätte das Talent irgendwo unter den ersten Fünf gedraftet werden müssen, aber Zweifel über seine Grösse und seinen suspekten Wurf hatten ihn gänzlich aus der Lotterie rutschen lassen.

Ein Fehler. Was Scouts und Manager nämlich nicht berücksichtigten: Leonard ist eine "Hallenratte", wie die Amis Typen nennen, die pausenlos an sich arbeiten. Der Rookie tanzte jeden Morgen um 8:30 Uhr im Trainingskomplex an und arbeitete stundenlang an seinem Sprungwurf. Er stellte seine gesamte Technik um und verbesserte sich so sehr, dass er mit 49,3 Prozent aus dem Feld und 37,6 Prozent von jenseits der Dreierlinie zu einem der treffsichersten Spieler der Spurs avancierte. Die haben jetzt nicht nur einen der athletischsten und agilsten Perimeter-Verteidiger der Liga in ihrer Startformation, sondern auch noch einen ballsicheren, extrem wurffesten Schützen, der uneigennützig spielt und sich komplett in den Dienst der Mannschaft stellt. Einen "Bruce Bowen 2.0", wenn man genauer hinsieht.

Bowen verhalf als Verteidigungsbulldogge und Distanzspezialist den Spurs zu drei Meisterschaften in fünf Jahren. Leonard ist schon jetzt der vielseitigere und weitaus bessere Basketballer. „Ja, ich wollte aus ihm einen zweiten Bruce Bowen machen“, gibt Popovich mittlerweile zu. „Das ist im Prinzip seine Rolle. Aber er ist ein viel besserer Offensivspieler. Er ist explosiver, hat mehr Skills, mehr Talent als Bruce. Als wir das bemerkten, liessen wir ihm auch vorne seine Freiräume. Wir wussten nicht, dass er sich so schnell entwickelt, aber er hat all unsere Erwartungen weit übertroffen.“ Je besser Leonard wurde, desto wohler fühlten sich die Spurs beim Gedanken, ihren damaligen Starter Richard Jefferson nach Oakland zu schicken und den Rookie in die erste Fünf zu befördern. Gedacht, getan. Seit dem Lineup-Wechsel am 16. März hat San Antonio 30 von 33 Partien gewonnen.

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