27 Mai 2012



Sie sagen von sich selbst, dass sie am liebsten unter dem Radar fliegen, für grosse Egos keinen Platz haben, nicht mit dem Drama der grossen US-Metropolen Los Angeles, New York, Chicago oder Miami assoziiert werden wollen und lieber unbemerkt um Meisterschaften mitspielen: die „kleinen Märkte“ im Profisport, die San Antonios (Platz 30 landesweit) und Oklahoma Cities (Platz 45) dieser Welt. Die Spurs und Thunder treffen ab Sonntag im vorgezogenen NBA-Finale aufeinander. Es wird nicht nur das Duell zwischen den beiden besten Mannschaften dieser Saison, sondern auch zwischen engen Verwandten, die viele Parallelen abseits des Parketts aufweisen.

Gregg Popovich ist die Institution im amerikanischen Profisport, der dienstälteste Coach in allen vier Hauptsportarten und wie kein Zweiter Sinnbild für den konstanten Erfolg seines Clubs seit fast zwei Jahrzehnten.

Er gründete in San Antonio ein Programm, mehr noch, er etablierte eine ganze Kultur, eine Philosophie, deren Ausläufer sich mittlerweile wie Krakenarme durch die Association ziehen. Popovich kam 1994 zu den Texanern, damals noch als „Chef für Basketballangelegenheiten“, und brachte den heutigen General Manager R.C. Buford gleich mit. Im Dezember '96 feuerte Popovich den damaligen Trainer George Hill nach katastrophalem 3-15 Start und ernannte sich kurzerhand selbst zum Coach. Seither hat er sich mit 1036 Siegen (inklusive Playoffs) und einer 67% Quote als All-Timer und die Spurs als eine der erfolgreichsten Franchises aller Zeiten etabliert. Das ist umso erstaunlicher, als doch Popovich nie selbst NBA-Basketball gespielt hat und vor seinem Engagement in San Antonio nur am drittklassigen Pomona-Pitzer College trainierte.

„Pop“ hatte jedoch von Beginn an eine klare Vision...

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