31 Mai 2012




Sieh an, sieh an: die New Orleans Hornets, die sich rein technisch gesehen noch im Besitz der National Basketball Association befinden, haben den ersten Pick im kommenden Draft zugeschustert bekommen gewonnen. Die Tinte auf den erst kürzlich unterschriebenen Vertragsdokumenten für den neuen Käufer Tom Benson ist noch nicht ganz trocken, da fällt der Franchise im Big Easy eine weitere glückliche Schicksalsfügung in den Schoss: Anthony Davis, allgemein und schon lange als Nummer eins Pick gehandelt und einer der talentiertesten College-Spieler der letzten zehn Jahre. New Orleans flog von Platz vier (im Vorfeld zugeteilte Platzierung relativ zur umgekehrten Siegesquote) hinauf auf die Eins und überwand seine 13.7 Prozent Chance auf den Top-Pick. Es ist der erste für die Hornets seit den Tagen in Charlotte - 1991 selektierten die damaligen Charlotte Hornets "Goldzahn" Larry Johnson von der UNLV. Die Tatsache, dass die NBA in Person von David Stern mit dem Kauf der Franchise vom inkompetenten ex-Besitzer George Shinn einen klaren Interessenskonflikt herbei beschwor, einen schon abgewickelten Chris Paul Trade mit den Los Angeles Lakers im Dezember annullierte und die Hornets jetzt auch noch als Erstes selektieren dürfen, wird die Gemüter ausserhalb von Louisiana nicht gerade beruhigen.

Schon gar nicht in Charlotte, wo die Bobcats ihre beispiellose Niederlagen-Serie auch nach der miesesten Saison der NBA-Historie fortsetzen. Obwohl mit einer 1:4 Chance auf den Nummer eins Pick gestartet, fielen die Rotluchse von Michael Jordan auf Platz zwei ab und müssen sich wohl oder übel mit einem Semi-Star zufrieden geben. MJ schäumt sicher vor Wut, und wer will's ihm verdenken? Versteht mich nicht falsch: Michael Kidd-Gilchrist hat irres Game und definitiv das Potential zum Star. Aber angesichts von 59 Niederlagen in 66 Partien wäre ein Kulturwechsel im Clubhaus ganz dringend nötig gewesen. So einen hätte Davis vom ersten Tag an bringen können. So aber gehen MJ und seine 'Cats als Verlierer vom Platz, wieder einmal.

Brooklyn verlor seinen eigenen Pick an die Portland Trail Blazers als Ergebnis des Deals im März, als die damaligen New Jersey Nets Gerald Wallace verpflichteten. Der Pick war nur Top-3 geschützt und lässt den Trade angesichts der Personalsituation in Brooklyn (nur vier Spieler unter Vertrag für 2012/13, Deron Williams Free Agent) und nur eines Zweitrundenpicks (57.) immer schlechter aussehen. Portland freut sich über zwei eigene Picks unter den Top-11, ebenso wie die Hornets übrigens, die als Erstes und Zehntes selektieren dürfen. Pick eins ist schon mal klar.

Eure Verschwörungstheorien in 3, 2, 1, ...



1. New Orleans Hornets
Bilanz letzte Saison: 21-45 (.318)



2. Charlotte Bobcats
Bilanz letzte Saison: 7-59 (.106)



3. Washington Wizards
Bilanz letzte Saison: 20-46 (.303)



4. Cleveland Cavaliers
Bilanz letzte Saison: 21-45 (.318)



5. Sacramento Kings
Bilanz letzte Saison: 22-44 (.333)



6. Portland Trail Blazers
Bilanz letzte Saison: 28-38 (.424)
* via New Jersey/Brooklyn Nets



7. Golden State Warriors
Bilanz letzte Saison: 23-43 (.348)



8. Toronto Raptors
Bilanz letzte Saison: 23-43 (.348)



9. Detroit Pistons
Bilanz letzte Saison: 25-41 (.379)



10. New Orleans Hornets
Bilanz letzte Saison: 21-45 (.318)



11. Portland Trail Blazers
Bilanz letzte Saison: 28-38 (.424)



12. Milwaukee Bucks
Bilanz letzte Saison: 31-35 (.470)



13. Phoenix Suns
Bilanz letzte Saison: 33-33 (.500)



14. Houston Rockets
Bilanz letzte Saison: 34-32 (.515)