21 Mai 2012




Die Lakers stehen vor dem Aus, was wohl auch das endgültige Ende der Bryant/Gasol Zweckbeziehung bedeutet: ...Würden sie konstant über ihre Big Men spielen, in jedem Angriff den Inside-Out Weg wählen und punktuell mit Sessions-Vorstössen, Bryant Midrange-Messern oder Blake Dreiern würzen, es stünde einem weiteren Vormarsch ins NBA-Finale wohl nicht allzu viel im Weg. Leider wissen die Lakers mittlerweile selbst nicht mehr so genau, wer sie eigentlich sind. Defensivteam, Kobes Team, High Post Team, Bynums Team? So verspielt man eben zwei Führungen in den letzten Minuten gegen Oklahoma City. So liegt man 1-3 zurück, obwohl man genauso gut 3-1 führen könnte. So nimmt ein Gasol keinen einzigen Wurf im letzten Viertel von Spiel vier, greift sich keinen Rebound, spielt statt dessen einen genickbrechenden Cross-Pass über die Zone in die Hände von Durant, anstatt den Bunny-Jumper aus drei Metern zu nehmen. Sargdeckel drauf. Oklahoma reicht ein gutes Viertel zum wohl vorentscheidenden 103-100 Auswärtssieg...

Ein kurzer Exzerpt zur transzendenten Leistung der Heat Big Two gestern in Indiana: ...So ungefähr muss sich Pat Riley das wohl vorgestellt haben, als er James vor knapp zwei Jahren nach South Beach holte. Zwei Überathleten, die nach Belieben den Schalter umlegen und sich in unaufhaltbare Videospiel-Charaktere verwandeln können. James stellte seinen MVP-Wert eindrucksvoll unter Beweis und lieferte eine der grossartigsten Leistungen seiner Karriere ab: 40 Punkte, 18 Rebounds, 9 Assists. Wahnsinn! Solche Zahlen hatte in den NBA Playoffs seit 1961 - damals war es Elgin Baylor - niemand mehr aufgelegt...

Rob schlägt bei 'The INKternational' in die gleiche Kerbe: ...Es war einer dieser magischen Abende, an dem zwei der besten Spieler bewiesen, dass es viel zu verfrüht war, die Miami Heat abzuschreiben. Nach Wade’s Vorstellung in Spiel 3 redete Mike Greenberg von Mike & Mike in the Morning schon von einem Trade zu den Nets während Kolumnisten die Fähigkeit des All Stars, Spiele zu kontrollieren, für klinisch tot erklärten. Neben all diesem Drama und sich hochspielenden Szenarien, ob das Team Miami Heat aufgebrochen werde, erinnerten uns James und Wade daran, dass es lediglich eines Spiels bedarf, um die Wogen wieder zu glätten, den Heimvorteil zurück zu holen und mit einem Sieg in Spiel 5 die Vorzeichen für eben jenes, als unmöglich scheinendes Weiterkommen zu setzen...





Egal wie die Serie gegen Miami ausgeht, die Pacers sind nach acht Jahren endlich wieder zurück auf der ganz grossen Playoff-Bühne: ...In Indiana sind die Fans bereits wieder da. Es hat lange gedauert, bis die Organisation die loyalen Fans im basketballverrücktesten Bundesstaat der USA zurück gewann. Die konnten sich nach der hässlichen Keilerie vor acht Jahren überhaupt nicht mehr mit der Mannschaft identifizieren und blieben in Scharen weg. Das nennt man konsequent. Mit minutiöser Kleinarbeit hat Bird es geschafft, wieder ein Team auf die Beine zu stellen, das Basketball richtig angeht und Indianapolis repräsentiert: harte Arbeit, Einsatzbereitschaft, angstloser Respekt vor dem Gegner und Stolz, ein Pacers-Trikot tragen zu dürfen. 'Country stuff' eben. Er gab dem zuvor unbekannten jungen Coach Frank Vogel eine Chance, draftete Spieler wie Danny Granger, Paul George und Roy Hibbert und tradete für David West oder Hometown Hero George Hill. Die Fans bemerkten die Siege und den Wandel und kamen geschlossen wieder zurück. Die Stimmung im Conseco Fieldhouse in Spiel drei gegen Miami war die beste seit einem knappen Jahrzehnt...

Los Angeles verlor gestern auch Spiel vier gegen schier übermächtige Spurs und kassierte den so ungern gesehenen 4-0 Besen. Die Serie hatten die Clippers aber schon einen Abend zuvor verloren, am Samstag, als man eine eigene 40-16 Führung nicht halten konnte: ...Das Staples Center stand Kopf. Die Spurs? Blieben cool und relaxed wie Iceman Gervin und verzogen keine Miene. Sie wichen keine Sekunde von ihrem Gameplan ab, gerieten nie in Panik, spielten stoisch ihren Stiefel herunter. Ginobili Drive. Parker Floater. Duncan Bank Shot. Leonard Dreier. Bonner Dreier. Green Dreier. Die Führung, sie schrumpfte schneller als das kollektive Selbstvertrauen in Clipper Nation. Und genauso schnell, wie der Punkteunterschied auf der Anzeigetafel war, war er dann auch wieder weg. San Antonio erzielte im zweiten und dritten Spielabschnitt 58 Punkte, davon 24 in einem vorentscheidenden und verheerenden zu Null Lauf. Die Clippers im gleichen Zeitraum: 28. Game Over!...

Die Serie Boston gegen Philadelphia ging bisher hin und her, ohne klaren Favoriten in Sicht: Dachte man nach Spiel drei noch, dass die Celtics dank ihrer nahezu perfekten Defensive und einer unerwarteten Offensivexplosion jetzt kurzen Prozess mit Philly machen würden, meldeten sich die 76ers dank Gamechanger Lavoy Allen in Hälfte zwei von Spiel vier eindrucksvoll zurück und glichen zum 2:2 aus. Spiel fünf ist heute, im Bostoner TD Garden, und man darf gespannt sein, auf welche Seite der hektische Ping Pong Ball heute bouncen wird.




Rob wirft drüben beim Knicksjournal einen ersten Blick auf die spannende Offseason bei der Big Apple Franchise: Nach dem Ausscheiden der Knicks in 5 Spielen in Runde 1 gilt die gleiche Weisheit, wie in den letzten Jahren auch – der Blick sollte(!) nach vorn gerichtet sein. Das all umfassende und stets präsente Offseason Drama verlor wie erwartet nicht viel Zeit und blüht bereits hell auf. Zig Fragezeichen und Ungewissheiten haben die Franchise fest im Griff – neben den sportlichen aber leider auch außer-basketballerische Vorboten einer schwierigen Zukunft. Wo fangen wir bei all diesen Baustellen nur an?...

Neuer Magic-GM: "Orlando hat in diesem Sommer eine Reihe von Personalentscheidungen zu treffen. Dwight Howard, Stan van Gundy, Jameer Nelson, Ryan Anderson (...) auch Manager Otis Smith." So hatte ich das noch vor zehn Tagen geschrieben. Und siehe da, zwei Personalien sind schon geklärt, ehe es überhaupt richtig Sommer wird: Stan van Gundy wurde heute zusammen mit dem plan- glücklosen General Manager Otis Smith entlassen. van Gundy ist mit 239-135 (.657) der erfolgreichste Coach in der Geschichte der Magic. Phil Jackson und Jerry Sloan marschieren sicher nicht durch diese Tür, so dass es für Orlando schwer werden dürfte, adäquaten Ersatz für die Seitenlinie zu finden. Vielleicht Brian Shaw, vielleicht Patrick Ewing, vielleicht Nate McMillan, vielleicht Mike D'Antoni, vielleicht gar nicht so wichtig. Das ist ein klares Bekenntnis zu Howard, mal sehen, wozu der sich in den nächsten 13 Monaten bekennt. Die Trainersuche läuft bereits auf Hochtouren.

US Select Team steht fest: der amerikanische Basketballverband hat heute sein offizielles 'Select Team' bekannt gegeben, eine Art Trainings- und Sparringsmannschaft für die grossen Jungs, für die Nationalmannschaft, die in wenigen Wochen bei den Olympischen Spielen in London seinen Titel verteidigen wird. Das Select Team besteht ausschliesslich aus Youngstern, die in naher Zukunft wohl selbst einmal für's A-Team in Frage kommen. Die Lineup sieht so aus: DeMarcus Cousins, Jeremy Lin, Klay Thompson, Kyrie Irving, John Wall, DeMar DeRozan, Paul George, Gordon Hayward, Kawhi Leonard, DeJuan Blair, Ryan Anderson, Taj Gibson, Derrick Favors.