27 Juni 2012


Bradley Beal gilt, spätestens nach seiner starken zweiten Saisonhälfte in der NCAA, als bester Guard im diesjährigen Draft. Ein Pick unter den ersten fünf ist gesichert. Egal, ob er letztendlich in Charlotte, Washington oder Cleveland landet: dank einer speziellen, unverwechselbaren Fähigkeit scheinen ein Platz in der Startformation und eine lange NBA-Karriere für ihn vorprogrammiert zu sein. Beal kann werfen! Beobachter schwärmen von "einem neuen Ray Allen", einem tödlichen Distanzschützen mit Range bis 'raus zum Parkplatz. Sein Jumpshot ist nicht irgend einem Lehrbuch entnommen - sein Jumpshot ist das Lehrbuch. Perfektes Squareup, perfekte Base, perfekter Release, alles vom Feinsten. Seine Skills als Spotup-Shooter werden Beal gleich zu Beginn viel Spielzeit verschaffen und ihn an der Seite eines guten Point Guards (Wall, Irving) ins All-Rookie Team katapultieren. Ich war schon vor einem Jahr von Beal begeistert, als er noch an der High School spielte. Seine Physis, seine Ruppigkeit, seine solide Defense, aber vor allem seine Reife - als Spieler wie auch als Mensch - überzeugten mich früh davon, dass hier ein neuer NBA-Star heran wächst. Schon klar, die Liste an reinen Wurfexperten, die als Spezialisten verkümmerten, ist in der NBA-Geschichte lang. Aber Beal kann mehr. Nimmt ihm der Verteidiger die erste Option weg, kann der 1,94m Guard ohne Schwierigkeiten zum Korb ziehen. Sein Basketball-IQ ist enorm hoch, er spielt immer kontrolliert und ist ein echter Teamplayer (im Gegensatz zu Austin Rivers beispielsweise). Seine Defense ist mehr als adäquat, sowohl individuell als auch im Pick & Roll oder im Mannschaftsverbund. Eine häufig unterschätzte Fähigkeit in Beal's Spiel ist sein Rebounding. Seine Technik ist fantastisch, ebenso wie seine 6.7 RPG als Freshman (bester Guard-Rebounder in der SEC). Das sind Stärken, die am einfachsten in die NBA transferierbar sind: Härte, Einsatzwillen, Fundamentals.

23 - Bradley Beal

Jahrgang: 1993
College: Florida Gators (Freshman)
Größe/Gewicht: 1,94m/92 kg
Position: SG
Stats: 14.8 Pts, 6.7 Reb, 2.2 Ast, 34% Dreier
Stärken: Shooting, Scoring, Defense, Rebounding, "NBA-ready", Basketball-IQ, teamdienlich, zäh
Schwächen: Ballhandling, Drive, Abschluss direkt am Ring, eigenen Wurf kreieren
Best Case Vergleich: Eric Gordon, Ray Allen









Versteht mich nicht falsch: Beal ist sicherlich noch nicht auf Star Niveau. Sein Spiel zeigt noch erheblichen Verbesserungsbedarf, das weiss er selbst: "Ich muss unbedingt an meinem Dribbling arbeiten, um in der NBA auch als primärer Ballhandler im Backcourt eingesetzt werden zu können. Ich will mehr Combo-Guard werden, kein reiner Spotup Scorer wie im College", sagt der Gatorade Spieler des Jahres 2011. In der Tat liess seine Ballbehandlung bei den Gators so einiges zu wünschen übrig. Einen Grossteil seiner Punkte erzielte Beal via Jumpshot - ein Luxus, den er bei den Profis nicht so häufig bekommen wird, da dort die erste Option von guten Teams meist neutralisiert wird. Ein paar Kontermoves, vor allem auf dem Weg zum Ring, können also nicht schaden. Alles in allem darf man aber nicht vergessen, dass Beal erst 18 Jahre alt ist. Er verfügt schon jetzt über einen "NBA-Körper" und ein klar identifizierbares Skillset, welches Teams auf Anhieb helfen kann. Dank seiner vorbildlichen Einstellung, (Spiel-) Intelligenz und Toughness wird Beal schnelle Lernzuwächse verzeichnen und sich von Beginn an in der besten Liga der Welt durchsetzen können. Die Vergleiche mit Ray Allen/Eric Gordon kommen also nicht von ungefähr. Langjähriger 20 PPG Scorer mit dezentem All-Star Potential in meinen Augen.

Prognose: 3. Pick