28 Juni 2012


Ist Michael Kidd-Gilchrist der talentierteste und potentiell beste Spieler in diesem Draft? Oder lassen sich Beobachter von seinen atemberaubenden athletischen Fähigkeiten blenden und überschätzen dabei seine Leistungskurve? Das ist die Multi-Millionen Dollar Frage, der sich am Donnerstag alle Lotterie-Teams hinter den New Orleans Hornets ebenfalls stellen müssen. Kidd-Gilchrist war einer der Protagonisten beim sensationellen Titelgewinn der Freshmen Kentucky Wildcats und zählte trotz seines jungen Alters zu den besten Spielern der abgelaufenen NCAA Saison. Je nach Blickwinkel könnte man sogar sagen, dass er für den Titel mindestens genauso instrumental war wie der College Spieler des Jahres, Anthony Davis. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob man tatsächlich soweit gehen sollte, aber diese Diskussionen verdeutlichen, dass der 18-Jährige ein echter Winnertyp ist, der bisher auf jedem Level seiner Spielerkarriere triumphiert hat. Diese Qualitäten färben auf Teamkollegen ab - man hat fast keine andere Wahl, als ebenso hart und emotional zu spielen. Im Moment kommt MKG als Defensivspezialist und Überathlet in die Liga. Dank seiner Länge, Sprungkraft und Schnelligkeit kann er vier Positionen auf dem Platz verteidigen. Ich sehe ihn zunächst auf der Drei, wo er in bester Scottie Pippen Manier am besten als Nummer zwei neben einem etablierten Star (Kyrie Irving, zum Beispiel) die vielen kleinen Dinge erledigt, die Spiele gewinnen. Rebounden, Verteidigen, Fastbreaks laufen, das Hustle Spiel eben. Im Transition-Spiel ist Kidd-Gilchrist schon jetzt ein echter Star.

14 - Michael Kidd-Gilchrist

Jahrgang: 1993
College: Kentucky Wildcats (Freshman)
Größe/Gewicht: 2,01m/105 kg
Position: SF
Stats: 11.9 Pts, 7.4 Reb, 1.9 Ast, 49% FG
Stärken: Defense, Vielseitigkeit, Athletik, Ausdauer, Intensität, Transition-Spiel, Emotionen, Einstellung
Schwächen: Offense, Shooting, Dreier, Isolations, Pick & Roll, Ballhandling
Best Case Vergleich: Scottie Pippen








Sein Offensivspiel ist aber insgesamt noch weit davon entfernt, NBA-tauglich zu sein. Sein Wurf ist schwach, angefangen bei der wackligen Form über die Schussauswahl bis hin zu seinen Freiwürfen. Er ist kein guter Ballhandler, kann sich noch keinen eigenen Wurf erarbeiten, und selbst wenn er es könnte, wüsste er vermutlich nichts damit anzufangen. Da hat Kidd-Gilchrist noch eine Menge Arbeit vor sich, um eines Tages sein Potential voll auszuschöpfen und vielleicht tatsächlich mal das All-Around Game eines Scottie Pippen auf's Parkett zu bringen. Die gute Nachricht: er ist der jüngste Spieler im Draft. Und das sind alles Dinge, die sich ohne Weiteres erlernen lassen. Es ist viel einfacher, einem solch feinmotorischen Athleten die korrekte Armhaltung beim Distanzwurf beizubringen, als ihn dazu zu ermuntern, 48 Minuten lang alles zu geben und sich Loose Balls hinterher zu schmeissen. MKG ist eine "Hallenratte" und mehr als erpicht, die Schwächen in seinem Spiel durch hartes Training auszumerzen. "I'm a winner, man. That's all i care about", sagt der Dauergrinser immer. Welches Team sich auch immer seine Rechte sichern kann, wird wohl schon bald das Gleiche sagen.

Prognose: Pick 2 bis 5