28 Juni 2012


Thomas Robinson ist dem ein oder anderen vielleicht noch vom Final Four in Erinnerung, wo er Kansas mit starken Leistungen bis ins NCAA Endspiel führte. Mit 17.7 Punkten und 11.9 Rebounds pro Spiel etablierte sich T-Rob als klarer Führungsspieler bei den Vögeln und machte den hoch antizipierten Sprung zum Leistungsträger, nachdem er als Sophomore nur in Bruchstücken zeigen durfte, was in ihm steckt. Robinson's Spiel ist pure Power. Mit 110 Kilogramm bei 2,06m kommt da schon ein richtiger Büffel in die Liga, um unter den Körben aufzumischen. Seine grösste Stärke - neben seinen offensichtlichen athletischen Vorzügen - ist die Fähigkeit, die Bretter sauber zu halten und inside zu punkten. Er ist länger, als es den Anschein hat (grosse Spannweite), hat eine exzellente Technik und die nötige Sprungkraft, um die Abpraller auch aus luftigen Höhen zu pflücken. Und das beste an Robinson: sein Akku wird nie leer. Die Frage wird sein, wie schnell der 21-Jährige sein durchaus solides Offensivspiel auf ein ähnliches Level hieven kann. Teile davon sind bereits vorhanden: ein paar Moves in der tiefen Box, ein dezenter Jumpshot in einem ausbaufähigen Faceup-Spiel und sogar die Fähigkeit, ins Dribbling zu gehen.

0 - Thomas Robinson

Jahrgang: 1991
College: Kansas Jayhawks (Junior)
Größe/Gewicht: 2,06m/112 kg
Position: PF
Stats: 17.7 Pts, 11.9 Reb, 1.1 Stl, 51% FG
Stärken: Rebounding, Kraft/Athletik, Spannweite, Jumpshot, Offensivmoves, Ballhandling, Defense
Schwächen: Turnovers, Potential (fertig entwickelt?), Low Post Spiel
Best Case Vergleich: Karl Malone









Letzteres wird Robinson bei den Pros gut gebrauchen können, weil er dort mit seinem bulligen Körper nicht mehr so viel Schaden anrichten kann wie am College. Die grossen Jungs sind eben grösser und kräftiger. Wenn er sie aber aus der Zone locken und an ihnen vorbei ziehen kann, hat er einen entscheidenden Vorteil. Ebenfalls arbeiten muss der wohl beste Rebounder dieses Jahrgangs an seinen Bewegungen im Post. Mit dem sporadischen Mini-Haken wird er es nicht allzu weit bringen, und die Anfälligkeit für Turnovers wird von den Gegnern auf diesem Niveau gnadenlos ausgenutzt. Ich fand sein Spiel in Kansas bemerkenswert, und er hat sich den Platz unter den ersten fünf Picks redlich erarbeitet. Für ein Team wie Charlotte wird Robinson auf Anhieb zu einem wichtigen Starter avancieren, noch bevor er lernt, dass er in der NBA schneller denken und handeln muss. Sein Rebounding und seine exzellente Defense unter den Brettern sind begehrte Elemente im Basketball und dank seiner enthusiastischen und immer harten Spielweise viele Jahre konservierbar. Robinson wird vielleicht kein Franchise-Spieler, aber für eine Franchise im Neuaufbau dennoch ein wichtiger Spieler auf dem Weg zurück in die Playoffs.

Prognose: 2. oder 4. Pick