20 Juni 2012


Spiel sechs der NBA-Finals 1988 war für die Los Angeles Lakers ein Serien-verändernder 103-102 Sieg gegen die Detroit Pistons auf dem Weg zu ihrem Back to Back Titel - dem letzten der Magic Johnson Ära. Für Isiah Thomas war es das wohl grösste Spiel seiner Karriere und ein Auftritt, der ihn für immer in den Annalen der NBA Playoffs verewigen sollte.

Die Pistons lagen im Dritten 56-48 zurück, als der Point Guard sein Scoring-Sperrfeuer eröffnete. Er traf Dreier, Korbleger, Bankshots, Putbacks nach Offensivrebounds - alles ging rein. 14 Punkte in Folge. Detroit war in Person von Thomas in einem netten Offensivgroove, als der Guard plötzlich zu Boden ging und verletzt liegen blieb. Verdacht auf Bänderriss, er musste zur Auswechselbank getragen werden. "Ich sah plötzlich meine ganze Karriere vor meinen Augen ablaufen, alles, wofür ich so hart gearbeitet hatte. Und ich beschloss, dass mich keine Verletzung von meinem grossen Ziel abhalten würde." Thomas liess das Sprunggelenk nachtapen und humpelte wenige Sekunden später zurück auf's Spielfeld. Das Verblüffende: obwohl sein Fuss dick war wie eine Grapefruit, erzielte er weitere elf der letzten 15 Pistons-Punkte im Abschnitt und beendete das dritte Viertel mit 11-13 aus dem Feld für 25 Zähler - neuer NBA-Rekord.

Thomas scorte im Vierten munter weiter und gab den Pistons kurz vor Schluss mit seinem 43. Punkt sogar eine 100-99 Führung. Die Lakers machten den Vorsprung aber 14 Sekunden vor dem Ende durch zwei Abdul-Jabbar Freiwürfe zunichte und gewannen am Ende nicht nur das Spiel, sondern auch die Serie. Thomas weinte sich nach 43 Punkten, 8 Assists und 6 Steals die Seele aus dem Leib. "Was für ein Spiel von ihm. Er war fantastisch. Ich wünschte mir, wir hätten ihm etwas mehr Unterstützung in der Offense gegeben. Wir waren nur 45 Sekunden von einer Meisterschaft entfernt", sagte der legendäre Pistons-Coach Chuck Daly später. Aber die bittere Niederlage '88, sie machte Thomas und Detroit in den Jahren danach nur noch stärker. Die 'Bad Boys' gewannen gegen die selben Lakers nur ein Jahr später in einem 4-0 Sweep ihre erste von insgesamt drei NBA-Meisterschaften. Im Jahr darauf gab's dann den Back to Back gegen Clyde Drexler und die Trail Blazers. Und wieder die Lektion: du musst erst bitter verlieren in den Finals, bevor du weisst, wie süss gewinnen ist.