01 August 2012



Wenig Brisanz wurde dem geneigten Zuschauer während des zweiten Basketball-Wettkampftages bei den Olympischen Spielen in London aufgetischt. Vier der sechs Partien waren schon früh entschieden und entbehrten jeglicher Spannung. Zwei interessante und hart umkämpfte Duelle gab's dann aber doch zu bestaunen: Großbritannien gegen Brasilien und Frankreich gegen Argentinien. Die Dienstags-Action im Überblick...


Russland 73, China 54

Die Russen eröffneten gleich am frühen Morgen den Blowout-Reigen am heutigen Dienstag und deklassierten die Chinesen dank Andrei Kirilenko und gewohnt guter Defensivarbeit (46-29 Rebound-Vorteil). Der NBA-Rückkehrer war mit 16 Punkten, 9 Rebounds und 4 Steals erneut stärkster Akteur seines Teams, während ihn Viktor Khyrapa (12 Rebounds, 6 Assists, 2 Steals) und Alexey Shved (14 Pts, 6 Ast) tatkräftig unterstützten. Kein Chinese ausser Yi Jianlian (16) punktete zweistellig, die Wurfquote blieb mit 37% weit unter dem Idealfall. Die Russen liessen nichts anbrennen und wirken bisher wie ein sicherer Medaillenkandidat, während AK-47 das olympische Turnier mit 25.5 PPG im Scoring anführt.

Spanien 82, Australien 70

Die Spanier nutzten ihre eklatanten Grössenvorteile gegen tapfer kämpfende Australier und gewannen am Ende dank klarer 52-36 Reboundüberlegenheit und seinen beiden All-Star Brüdern. Pau und Marc Gasol kombinierten ihre Spielweise für insgesamt 32 Punkte und 12-22 aus dem Feld, aber es waren ihr Spielwitz und ihre Anspielbarkeit im Low und High Post, die das spanische Spiel antrieben. Rudy Fernandez streute vier Dreier für 17 Punkte ein. Genug für den grossen Favoriten in Gruppe B, um als Sieger vom Platz zu gehen, ohne wirklich zu glänzen. Die Effizienz eines Medaillenkandidaten eben...

Litauen 72, Nigeria 53

Die Nigerianer hätten noch drei Tage weiter spielen können, sie wären wohl nie auf einen grünen Zweig gekommen. Es schien, als würde es sich jeder zweite Wurf zwei mal überlegen, nur um dann am Ende wieder aus dem Zylinder zu springen. So verfehlten die aktiveren, aggressiveren Afrikaner 76% ihrer Wurfversuche aus dem Feld, während Litauen den Ball laufen liess (19 Assists) und einfach, aber smart spielte. Kein Akteur im Team von Head Coach Kęstutis Kemzūra stach an diesem zweiten Turniertag besonders hervor. Gegen die Nigerianer reichte es auch so zu einem nie gefährdeten 72-53 Sieg.

Brasilien 67, Großbritannien 62

Die Briten hatten in Spiel zwei immens gute Chancen auf die grosse Sensation und einen Heimsieg gegen anfänglich peinlich schlechte Brasilianer. Nach dem ersten Spielabschnitt stand es 8-4 (!) für die Gastgeber. Allmählich fanden die Südamerikaner dann besser ins Spiel, während die britischen Probleme im Spielaufbau immer deutlicher wurden. Einzig und allein Deng sorgte mit seinen insgesamt 7 Assists für leichte Punkte. Die Ballverluste brachen den Einheimischen aber wieder einmal das Genick. Tiago Splitter war mit 21 Punkten (9-11 FG) Topscorer der Partie und deckelte selbige kurz vor Schluss mit einem vorentscheidenden Leger zu. Zwei Spiele, zwei Siege für die Brasilianer. Wie die zustande kamen, interessiert später kein Mensch mehr.

Frankreich 71, Argentinien 64

Die Franzosen zeigten sich gut erholt von der Auftaktniederlage gegen die Vereinigten Staaten, während Argentinien nicht an die exzellente Leistung gegen die Litauer anknüpfen konnte. Les Bleus schossen mit einem frühen 12-0 Lauf aus den Startlöchern und erhöhten im Q1 auf 19-10. Diesen Vorsprung gaben sie im restlichen Spielverlauf nicht mehr aus der Hand. Alle Leistungsträger beteiligten sich: Batum mit 14 Pts (3 Dreier) und 7 Rebounds, Gelabale mit 13 und de Colo mit 11 Zählern. Tony Parker outscorte die Gauchos im Schlussviertel im Alleingang (13-11) und brachte so die erste kleine Überraschung des Turniers unter Dach und Fach.

USA 110, Tunesien 63

Wenig beeindruckender Pflichtsieg des Team USA, das sich zu Beginn sogar blamierte und die Tunesier mit 8-4 und 15-12 in Führung gehen liess. Coach K hatte die Nase gestrichen voll, wechselte wie im Eishockey seine komplette Starting Lineup aus und brachte Williams, Westbrook, Iguodala, Anthony und Love. Diese Line spulte einen 12-0 Run und dann zu Beginn der zweiten Hälfte noch einmal einen 23-3 Lauf herunter und ebnete so den Weg zu einem letztlich standesgemäßen 47-Punkte Blowout. Sechs Amerikaner punkteten zweistellig (Durant, Westbrook, Harden, Love, Anthony und Davis).


Lineup d. Tages:

G - Tony Parker (17 Pts, 5 Ast, 9-10 FT)
G - Manu Ginobili (26 Pts, 5 Reb, 2 Stl, 3 Dreier)
F - Andrei Kirilenko (16 Pts, 9 Reb, 4 Stl, 7-12 FG)
F - Makram Ben Romdhane (22 Pts, 11 Reb, 4 Ast)
C - Tiago Splitter (21 Pts, 6 Reb, 9-11 FG)
6. - Carmelo Anthony (16 Pts, 6-6 FG, 12 Min.)

Spielplan Donnerstag:

Litauen - Frankreich
China - Australien
Tunesien - Argentinien
Russland - Brasilien
Großbritannien - Spanien
USA - Nigeria