10 Juli 2012



News & Notes von Tag eins der Orlando Summer League, aka. die Top-Performances von heute.


Perry Jones III. (Oklahoma City Thunder)

Fantastischer Auftakt von Thunder-Pick Perry Jones. Ich kann immer noch nicht fassen, dass dieser gigantische Athlet so weit im Draft abrutschte. Seine Geschmeidigkeit und sein allumfassendes Skillset waren von Beginn an ersichtlich. PJ3 brachte von Zeit zu Zeit den Ball, traf Dreier, attackierte die Bretter und beendete seine allererste NBA-Action mit 16 Punkten und 8 Rebounds. Er nahm keinen schlechten Wurf, verteidigte solide und demonstrierte zugleich, dass sich einige der 22 Teams, die ihn im Draft übergingen, schon recht bald grün und blau ärgern dürften.

Jared Sullinger (Boston Celtics)

Der nächste College-Star, der aufgrund kollektiver Bedenken im Draft stark abfiel, ehe ihn die Boston Celtics an 21 selektierten. Es stimmt schon, dass Sullinger ein wenig Babyspeck verlieren muss, um auf der Vier auf Dauer erfolgreich zu sein. Aber sein Offensivarsenal war heute mehr als beeindruckend. Egal, ob mit dem Jumper aus der Mitteldistanz oder als wühlender Maulwurf am Brett: Sully traf 6-12 aus dem Feld und 7-7 von der Linie und führte die Kobolde mit 20 Punkten und 6 Rebounds von der Bank zum 73-65 Auftaktsieg gegen OKC. Wenn der Rookie hinter Garnett und Pierce ähnlich effektiv zu Werke geht, droht Danny Ainge eine Anklage wegen schweren Diebstahls.

Andrew Nicholson (Orlando Magic)

Der 19. Pick könnte nach den Abgängen von Dwight Howard und Ryan Anderson der letzte übrig gebliebene Big Man aus dem aktuellen Magic-Kader bleiben. Wenn jener Fall eintrifft, scheint Orlando in guten (grossen) Händen zu sein. Der 2,06m Rookie zeigte, warum man grosse Dinge auf ihn hält und bestach mit seiner Länge und guten Beinarbeit unter den Körben, wo er 24 Punkte erzielte und 12 Rebounds abgriff. Starker Einstand für den neuen Hoffnungsträger im Magic Kingdom, der ein immens hohen Basketball-IQ zu haben scheint.

Jacob Pullen (Philadelphia 76ers)

Ein Spieler, auf den ich mich persönlich schon im Vorfeld freute, war der ehemalige College-Star Jacob Pullen. Der rutschte letztes Jahr von den Draft-Boards und verbrachte die letzte Saison bei Angelico Biella in Italien. Der Kombo-Guard zeigte aber im Trikot der 76ers am ersten Tag, warum er sich berechtigte Hoffnungen machen kann, bei irgend einem NBA-Team hängen zu bleiben. Mit 15 Punkten in 20 Minuten von der Bank war Pullen der Topscorer der Sixers.

Maalik Wayns (Orlando Magic)

Der 1,85m Zwerg blieb ungedraftet, verbuchte aber eins von nur drei Double-Doubles an diesem Tag (11 Punkte und 10 Assists). Wayns war anfänglich noch sehr zurück haltend, penetrierte aber später die Defensive der Nets ein ums andere Mal und legte für seine Nebenleute mustergültig auf. Traf zwar nur 2-7 aus dem Feld, aber ging dank seiner aggressiven Art für 7-9 Freiwürfe an die Linie. Gefiel mir in seiner Rolle als Antreiber und Vorbereiter sehr gut.

Detroit Pistons

Zu viele einzelne Top-Performances, um sie alle gesondert aufzuzählen. Darum die Pistons hier als Team, wo sich neben Lotterie-Pick Andre Drummond gleich vier Spieler beim 76-73 Sieg gegen Utah profilierten. Brandon Knight (17 Punkte, 6 Assists) und Austin Daye (12 Punkte, 8 Rebounds) kennt man ja bereits. Kyle Singler traf 6-8 aus dem Feld für insgesamt 14 Zähler, während sich Kim English mit einem starken Wurf aus der Mittel- und Weitdistanz für ein Engagement in der NBA empfahl. Drummond würde zwar nicht einmal die Breitseite einer Scheune treffen, hat aber dank seiner Länge und Athletik (4 Steals, 2 Blocks) eindeutigen Impact auf's Spiel.