11 Juli 2012



News & Notes von Tag zwei der Orlando Summer League, aka. die Top-Performances von heute.


Jacob Pullen (Philadelphia 76ers)

Jacob Pullen überzeugte zum zweiten Mal in Folge und spielt sich mehr und mehr in eine gesicherte NBA-Anstellung hinein. Nach 15 Punkten gestern durfte der bärtige Bartträger von der Kansas State University diesmal von Beginn an seine Skills zur Schau stellen und liess mit 23 Punkten, 4 Assists und einem makellosen 'Old Dutch' klare Taten sprechen. Pullen traf 8-14 aus dem Feld und insgesamt vier Dreier. Die 76ers könnten eine deutliche schlechtere Wahl treffen, als diesem Score-First Einser und sekundären Ballhandler auf der Zwei als Backup von Jrue Holiday eine Camp-Einladung zukommen zu lassen.

Alec Burks (Utah Jazz)

Alec Burks hat diesen Sommer ein ganz klares Ziel vor Augen: der Sophomore will die Verantwortlichen des Utah Jazz unbedingt davon überzeugen, ihm einen Platz in der Startformation zu vermitteln. 31 Punkte bei 10-14 aus dem Feld sind schon sehr gewichtige Argumente für seine Vorstellungen, schon in der kommenden Saison auf Shooting Guard starten zu dürfen. Burks ist schon jetzt der wohl gefährlichste Slasher der Jazzer - eindrucksvoll demonstriert von 10-11 Freiwürfen gegen die Sixers - und offenbart ein geschmeidig-aggressives Spielnaturell, das stets im Fluss der Offensive operiert. Sleeper-Alert!

Austin Daye (Detroit Pistons)

Daye hat bereits drei NBA-Saisons auf dem Buckel und gehört eigentlich gar nicht in die Summer League. Dass er dennoch in Orlando für die Pistons aufläuft, unterstreicht die bedrohliche Situation, in der sich der spindeldürre Forward befindet: wenn er nicht ein für allemal beweist, dass er langfristig in einen NBA-Kader gehört, ist seine Zeit in Detroit bald abgelaufen. Daran werden dominante Sommer-Auftritte wie der heutige (24 Punkte, 6 Rebounds) nichts ändern. Gegen die Magic traf Daye nach Belieben (8-10 FG) und legte mit acht Punkten während eines 10-3 Runs den Grundstein für den zweiten Sieg der Kolben.

Lance Stephenson (Indiana Pacers)

Solange Stephenson am Dienstag auf dem Parkett stand, konnte für die Indiana Pacers nichts schief gehen. Der 21-Jährige dominierte die Partie gegen Oklahoma City fast nach Belieben und präsentierte sich wie ein Profi unter Anfängern. Er kontrollierte das Spieltempo und erzielte 28 Punkte mit einer erstaunlichen Leichtigkeit. Dazu setzte er seine Mitspieler mit 7 Assists gekonnt in Szene und leistete sich beim 78-74 Erfolg keinen einzigen Turnover. Viel besser kann man nicht spielen. Stephenson hat alle Voraussetzungen, um ein integraler Part der Pacers-Rotation zu werden. Ob das Oberstübchen mitspielt, ist eine andere Frage.

Jonathan Gibson (Boston Celtics)

Wer ist dieser Typ? Boston war chancenlos und sah bereits wie der sichere Verlierer aus, ehe Gibson im letzten Spielabschnitt das komplette Geschehen auf den Kopf stellte und die Partie für die Celtics drehte. Gibson wer, also? Der 25-jährige Point Guard spielte zuletzt in Europa (Türkei) und erzielte heute gegen die Brooklyn Nets 15 seiner 17 Zähler (und drei Dreier) im letzten Viertel. Es war eine dieser klassischen Summer League Performances, in denen ein unbekannter, ungedrafteter Spieler für einen Tag ins Rampenlicht stösst und sich damit höchstwahrscheinlich eine Einladung in irgend ein Camp verdient hat - auch wenn das sicher nicht in Boston passieren wird.