13 Juli 2012



News & Notes von Tag drei und vier der Orlando Summer League, aka. die Top-Performances.


Jared Sullinger (Boston Celtics)

Ein weiterer überzeugender Tag für Celtics-Big Jared Sullinger, der 16 Punkte, 8 Rebounds und 2 Blocks auflegte. Das Ganze bei extrem effizienten und teilweise mühelosen 7-12 aus dem Feld. Die vielen Kritiker, die Sullinger im Draft-Vorfeld für zu kurz, zu langsam und zu dick abstempelten, essen mittlerweile ihre Shirts. Sullinger wird den Celtics schon in seiner Rookie-Saison Low-Post Scoring und Rebounding bringen und einer der effektiveren Freshmen der NBA sein.

Miles Plumlee (Indiana Pacers)

Viele Journalisten (dieser hier inklusive) zweifelten die Draft-Selektion der Pacers an, die an Position 26 Blue Devil Miles Plumlee auswählten. Der Forward stellte am Mittwoch aber sein gesamtes Athletik-Arsenal zur Schau und dominierte gegen Boston mit 18 Punkten, 8 Rebounds und 3 Blocks. Es war ein spektakulärer Auftritt von 'Jeff Foster 2.0', der mir kommunizierte, dass er in der kommenden Saison vielleicht mindestens so viel Spielzeit verdient wie der talentlose Psycho T.

Justin Holiday (Philadelphia 76ers)

Holiday wäre am Dienstag schon beinahe im 'Best of' Recap gelandet, nur um von seinem Teamkollegen Jacob Pullen ausgestochen zu werden, der am Mittwoch verletzt zusehen musste. Holiday übernahm das Zepter des Sixers-Angriffs und führte sein Team mit 18 Punkten und 6 Rebounds (4-4 Dreier) zum Sieg gegen die Nets. Dank seines lupenreinen Scoring-Instinkts und seiner guten Defense könnte Holiday in der kommenden Saison an der Seite seines Bruder Jrue in Philly's Backcourt auflaufen.

Reggie Jackson (Oklahoma City Thunder)

Jackson hat die Chance, Russell Westbrook's primärer Backup auf der Eins zu werden. Das merkt man ihm hier in Orlando deutlich an, wo der Sophomore einer der besten und konstantesten Spieler überhaupt ist. Mit 15 Punkten, 7 Rebounds und 5 Assists führte er die Thunder zum 83-62 Blowout gegen Detroit und offenbarte eine explosive Mischung aus Full-Speed Offensive und beinharter Verteidigung, die alles in den Schatten stellt, was Derek Fisher noch auf dem Basketball-Court zu leisten imstande ist.

Dwight Buycks (Oklahoma City Thunder)

Was Jackson am Mittwoch, war Rookie-Guard Dwight Buycks am Donnerstag für OKC. Buycks erzielte 22 Punkte bei 10-15 aus dem Feld mit 5 Assists und hat das prävalente Thunder-Prinzip ("Niemals aufgeben!") schon bestens verinnerlicht. Er war es, der Oklahoma City trotz hohen zwischenzeitlichen Rückstands zum aufregenden 87-86 Comeback-Sieg gegen Brooklyn führte. Buycks hat die Chance, als dritter Playmaker haften zu bleiben, bis Eric Maynor wieder fit ist.

Tyshawn Taylor/Tornike Shengeila (Brooklyn Nets)

Apropos Rookies, und apropos "haften bleiben": Taylor und Shengeila scheinen gute Karten zu haben, zwei der letzten Roster-Plätze im in der Spitze extrem überteuerten Nets-Kader erhaschen zu können. Taylor's erster Schritt ist fast zu schnell ("...ein wenig Kontrolle, Frischling"), aber seine Slasher-Fähigkeiten lassen sich bestens auf die NBA übertragen, was seine 23 Punkte und 5 Assists am Donnerstag verdeutlichten. Shengeila überzeugte am Mittwoch mit 17 Punkten, 6 Rebounds und phänomenaler Lockdown-Defense. Letztere wird ihm in Brooklyn einiges an Backup-Spielzeit einbringen können.

Alec Burks (Utah Jazz)

Wer diese Woche Summer League oder regelmässig hier vorbei geschaut hat (oder beides), dem werden Burks' Leistungen aufgefallen sein. Der Shooting Guard hat nach vier von fünf Tagen die meisten Turnier-Punkte auf seinem Konto und drängt sich immer mehr für eine Starterrolle im Jazz-Backcourt auf. Beim 87-81 Sieg gegen die Pacers waren es 22 Punkte, 7 Rebounds und 5 Assists bei 10-11 von der Linie. Mit Leichtigkeit.

Brandon Knight/Austin Daye (Detroit Pistons)

Knight und Daye haben in Orlando eigentlich nichts verloren. Knight war schon als Rookie das ganze Jahr über ein Schlüsselspieler in Detroit und ist den Akteuren in der Summer League talentmässig stark überlegen. Der Kombo-Guard spielte mit den Celtics am Donnerstag Katz und Maus und beendete die Partie mit 19 Punkten und 14 Assists. Angesichts seiner latenten Spielmacher-Qualitäten sollten Dumars, Frank & co. darüber nachdenken, ob sie ihn und Stuckey im Backcourt nicht austauschen wollen. Daye foppte die Pistons-Verantwortlichen wieder einmal mit seiner ultralangen Länge und Geschicklichkeit en route zu 15 Punkten, 8 Rebounds und 5 Blocks. Solange der 24-Jährige solche Leistungen aber nicht im blauen Pistons-Jersey abrufen kann, sind solche Zahlen in unbedeutenden Summer League Matches reine Makulatur.