14 Juli 2012



Orlando ist Geschichte, Vegas ist jetzt angesagt. Was in Vegas passiert, bleibt nicht zwangsweise in Vegas: NBCHF bringt euch bis nächsten Sonntag die täglichen Top-Performer und zukünftigen Jung-Stars der Basketball Association, wie immer eingebettet in einen umfassenderen Kontext. Check it!


Michael Kidd-Gilchrist (Charlotte Bobcats)

Was für ein Einstand von Michael Kidd-Gilchrist! Der Nummer zwei Pick war überall und stopfte den Boxscore wie einen Thanksgiving-Truthahn mit 18 Punkten, 8 Rebounds, 5 Assists und 4 Steals. MKG demonstrierte seine immense Athletik bei jeder Gelegenheit, drang fast nach Belieben zum Korb durch und beendete mehrfach trotz hartem Kontakt. Seine beinharte Defense gegen Jimmer Fredette und die Kings war lehrbuchreif. Wenn er auch noch anfängt, regelmässig von aussen zu treffen (ein Dreier gestern), dann haben die 'Cats einen echten Rohdiamanten aus dem Draft-Teich gefischt.

Bradley Beal (Washington Wizards)

Die Vergleiche mit Ray Allen und Eric Gordon kennt ihr ja schon: Beal traf 6-14 aus dem Feld für insgesamt 22 Punkte und zeigte dabei ein paar Mal seinen ultrageschmeidigen Distanzwurf. Was mich am Nummer drei Pick aber besonders beeindruckte, waren seine Fähigkeiten als Ballhandler, sein harter Drive zum Korb und seine exzellente Defense gegen den Topscorer der Hawks, John Jenkins (siehe unten). Diese drei Faktoren suggerieren, dass er ein vielseitigerer Spieler werden könnte, als Allen und Gordon das jemals waren.

Harrison Barnes/Klay Thompson (Golden State Warriors)

Manche halten Harrison Barnes für eindimensional. Andere für den kommenden Rookie des Jahres. Beide Fraktionen werden aber in einem Punkt gleich urteilen: der Rookie-Forward der Dubs ist ein Shooter. Barnes traf gestern 8-13 Würfen und alle vier Versuche von jenseits der Dreierlinie für insgesamt 23 Punkte in seinem ersten Einsatz als Warrior. Das Zusammenspiel mit Sophomore Klay Thompson war dabei eine Augenweide. Thompson hatte schon in seiner ersten Profisaison durchschlagenden Erfolg und wird in Vegas dank seiner Treffsicherheit (gestern 24 Punkte inkl. 6 Dreier) und seiner offensichtlich stark verbesserten Defensive einer der Top-Spieler des Turniers sein.

Donatas Motiejunas (Houston Rockets)

Motiejunas ist ein weiterer lebender Beweis für die endlose Inkompetenz von Timberwolves-GM David Kahn. Der hatte D-Mo letztes Jahr gedraftet, nur um ihn kurz darauf (zusammen mit Jonny Flynn im Tausch für Brad Miller und Nikola Mirotic) nach Houston zu traden. Der 2,13m Hüne zeigte eine der besten Leistungen am Freitag mit 25 Punkten und 9 Rebounds. Dabei war nicht nur sein Offensivarsenal (kurze Hakenwürfe, Putbacks, zwei Dreier) beeindruckend. Der Litauer spielte hinten wie ein Besessener, zog Offensivfouls und war generell fast überall auf dem Court zu finden. Kahn sucht derweil in Minnesota verzweifelt nach einem dritten Big Man. Nicht lachen, Leute...

John Jenkins (Atlanta Hawks)

Okay, das also hatten die Hawks-Verantwortlichen um den neuen GM Danny Ferry also im Sinn, als sie Commodores-Scharfschütze John Jenkins mit dem 23. Pick im Draft selektierten. Der Shooting Guard dominierte in Halbzeit eins des 102-82 Blowouts gegen Washington und beendete Spiel eins mit 19 Punkten (7-13 FG) und vier Dreiern. Seinen Jumpshot drückt er ultraschnell ab, egal ob gegen Mann oder frei stehend nach sinnvollem Ausnutzen von Down-Screens an der Baseline. Jetzt, da Joe Johnson ein Brooklyn Net ist, kann Jenkins Spielzeit auf der Zwei abstauben - ob von Beginn an oder hinter Neuzugang Lou Williams, das wird wohl erst die neue Saison zeigen.