16 Juli 2012



Orlando ist Geschichte, Vegas ist jetzt angesagt. Was in Vegas passiert, bleibt nicht zwangsweise in Vegas: NBCHF bringt euch bis nächsten Sonntag die täglichen Top-Performer und zukünftigen Jung-Stars der Basketball Association, wie immer eingebettet in einen umfassenderen Kontext. Check it!


Kawhi Leonard (San Antonio Spurs)

Leonard ist nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Cavalier Kyrie Irving, der sich die Hand gebrochen hat, und der Abbeorderung von Anthony Davis zum Team USA der wohl beste übrig gebliebene Youngster in Vegas. Der Spurs-Überraschungsrookie erzielte beim 82-76 Auftaktsieg gegen Atlanta 23 Punkte und war gewohnt vielseitig (4 Reb, 3 Ast), während er den Hawks-Topscorer John Jenkins mit starker Defense phasenweise komplett neutralisierte. Leonard zeigte eindrucksvoll, warum er für einen Conference Finalisten startet.

Bradley Beal (Washington Wizards)

Beal, der Nummer drei Pick der Wizards, setzte seinen starken Sommer auch am Sonntag fort und erzielte gegen das D-League Select Team 20 Punkte. Damit steigt sein Scoring-Schnitt in Vegas auf 18.7 PPG. Besonders ermutigend: den grössten Schaden richtet der Guard mit seinen aggressiven Drives zum Brett an, wo er entweder leger abschliesst oder häufig an die Linie wandert (bereits 28 FTA). Gut, wenn ein Jumpshooter auch in Ebbe-Phasen wie dieser (nur 3-12 Dreier bisher) auf seine Punkte kommt.

Damian Lillard/Meyers Leonard/Luke Babbitt (Portland Trail Blazers)

Wer euch vor dem Draft erzählen wollte, dass Lillard keine Zukunft hat, weil er am College in einer unterklassigen Division dominierte, spielt entweder selbst kein Basketball, oder hat keine Ahnung von der NBA. Vermutlich sogar beides. Lillard zeigte gleich im ersten Angriff seine überragenden Skills im Pick & Roll (den er übrigens mit LaMarcus Aldridge bis zum Umkippen spielen wird) und übernahm nach der Pause mit 21 seiner insgesamt 25 Zähler vollends die Kontrolle. Er brachte Portland von 14-hinten wieder zurück, spielte Austin Rivers an die Wand und sicherte mit einer Reihe fantastischer Plays den knappen 85-82 Auftaktsieg der Blazers. Leonard profitierte häufig von Lillard's Playmaking und überzeugte mit 14 Punkten, 11 Rebounds und 3 Blocks. Dabei zeigte der Nummer 11 Pick seine erstaunliche Mobilität und ein gesundes Maß an NBA-Athletik. Babbitt demonstrierte derweil seine Treffsicherheit von Tief (4 Dreier) und beendete Spiel eins mit einem 19/10 Double-Double.

Markieff Morris (Phoenix Suns)

Morris war gegen die schwachen Knicks mit 21 Punkten und 9 Rebounds Topscorer der Partie. Dabei zeigte der letztjährige Rookie Big Man ein verbessertes Offensivrepertoire, das neben seinem gewohnten Pullup-Jumper auch ein paar neue Low Post Bewegungen entschleierte. Letztes Jahr lungerte Morris zu häufig am Perimeter herum und baute im Laufe der Saison mehr und mehr ab. Eine Neuorientierung nach innen kann seinem Spiel und dem der rundum erneuerten Suns in Zukunft nur gut tun.

Jeremy Lamb (Houston Rockets)

Lamb war einer der beeindruckendsten Spieler an diesem Wochenende. Nach 16 Punkten zum Auftakt gegen Toronto legte er den Wizards 26 ins Nest. Die Rockets verloren zwar, weil sämtliche Spieler ausser Lamb das Basketballspielen über weite Strecken einstellten. Der Shooting Guard aber zeigte sich der Situation gewachsen und offenbarte, wieso die Rockets ruhigen Gewissens den bisherigen Starter auf der Zwei - Kevin Martin - früher oder später via Trade abstossen werden.

Tony Wroten/Josh Selby (Memphis Grizzlies)

Wroten verschwendete keine Sekunde und demonstrierte gleich, wieso viele ihn viele an Nummer 25 für den Draft-Steal halten. Der Point Guard kam zwar von der Bank, stopfte aber den Boxscore mit 19 Punkten, 8 Rebounds, 6 Assists und 2 Steals in gerade mal 24 Minuten. Selby, der letztjährige Zweitrundenpick der Grizz, machte gegen die Knicks 20 bei extrem effizienten 7-11 aus dem Feld und harmonierte prächtig mit Wroten im Halbfeld sowie im Open Court. Die beiden Guards wollen sich für eine prominente Backup-Rolle empfehlen - und spielen dabei ironischerweise gegeneinander.

Dominique Jones (Dallas Mavericks)

Der Mavs-Guard profitierte von der langen Einsatzzeit und der neuen Freiheit in Dallas und stellte mit 32 Punkten den diesjährigen Vegas-Punkte-Rekord auf. Jones traf 12-25 aus dem Feld und griff sich 8 Rebounds, während er die jungen Nuggets nach Belieben vorführte. Der 23-Jährige hat im mittlerweile völlig verminderten Mavericks-Backcourt gute Chancen auf mehr Einsatzzeit als in seinen beiden ersten NBA-Jahren (7.7 MPG).

Denzel Bowles (New Orleans Hornets)

Den hatte sicherlich niemand auf der Rechnung: Denzel Bowles machte mit 18 Punkten und 12 Rebounds in gerade mal 18 Minuten Einsatzzeit ein Monsterspiel. Ich kann euch über den 2,08m Forward von der James Madison University nicht allzu viel erzählen. Er wurde nie gedraftet, führte aber sein Team zum Cup-Gewinn in der Philippinischen PBA. Die Hornets luden ihn daraufhin in ihr Summer League Team ein. Bowles dominierte gegen Portland am Brett und zeigte einen guten Touch aus der Mitteldistanz. Wäre eine gute Story, wenn der 23-Jährige den Sprung in New Orleans' Kader schaffen würde.

Josh Akognon (Sacramento Kings)

Der 1,80m Zwerg kam aus dem Nichts und stahl am Wochenende ein wenig die Show in Las Vegas, wo er sich mit 40 Punkten nach zwei Partien unter den besten fünf Scorern des Turniers etabliert hat. Nach 15 Zählern zum Auftakt legte der 26-Jährige, der schon in Europa und Asien gespielt hat, gegen die Lakers noch einen drauf und führte die Kings mit 25 Punkten (4 Dreier) zum Sieg. Zum Vergleich: die letztjährige Hype-Maschine Jimmer Fredette kommt bisher auf magere 11 PPG und hat es immer noch nicht geschafft, mich von seiner NBA-Tauglichkeit zu überzeugen.