17 Juli 2012



Orlando ist Geschichte, Vegas ist jetzt angesagt. Was in Vegas passiert, bleibt nicht zwangsweise in Vegas: NBCHF bringt euch bis nächsten Sonntag die täglichen Top-Performer und zukünftigen Jung-Stars der Basketball Association, wie immer eingebettet in einen umfassenderen Kontext. Check it!


Jeremy Lamb/Donatas Motiejunas (Houston Rockets)

Daryl Morey scheint mit Lamb und Motiejunas voll ins Schwarze getroffen zu haben. Beide waren ja bereits am Wochenende bei den Top-Performern aufgetaucht und etablieren Houston als eines der besten diesjährigen Teams in Sin City. Lamb setzte sein Scoring-Gelage mit 19 Punkten fort und hat mit jetzt 61 Punkten in drei Partien die meisten Zähler insgesamt erzielt. Das alles bei überragenden 51% aus dem Feld und 93% von der Linie. Motiejunas zeigte sich gut erholt von seinem Aussetzer in Spiel zwei (1 Punkt, 0-5 FG) und meldete sich mit ebenfalls 19 Zählern bei 7-11 FG eindrucksvoll zurück. Definitiv zwei Youngster, die in den Zukunftsplänen der Rockets eine prominente Rolle spielen werden.

Dominique Jones (Dallas Mavericks)

Ein weiterer Mann, der hier schon ge-highlight-ed wurde, ist Mavs-Kombo-Guard Dominique Jones, der nach 32 zum Auftakt gestern 21 erzielte und das Scoring in Vegas mit 26.5 PPG anführt. Jones scheint in der Tat zu gut für Summer League Action zu sein, durfte aber in der regulären Saison bisher nie seine Skills zur Schau stellen. Meine Hoffnung ist, dass DJ weiterhin lernt, die für einen NBA-Einser so wichtige Balance zwischen Scoring und Playmaking zu finden. Sein Scoring-Instinkt (er war in South Florida einer der gefährlichsten Punktesammler der NCAA), sein wuchtiger Körperbau und seine mühelosen Penetrations müssen ihm nach dem Abgang von Jason Kidd zumindest mehr Spielzeit einbringen als die 8.1 MPG im letzten Jahr.

Norris Cole (Miami Heat)

Angesichts der fauligen Leistungen der LA Lakers, die hier in Vegas eines der miesesten Summer League Teams aller Zeiten an den Start geschickt haben, dürfte eigentlich kein Gegner der Kalifornier heraus gehoben werden. Norris Cole spielte sich mit 13 Punkten und 9 Assists dennoch in den Recap, vor allem, weil er seinen ganzen Schaden und einen absurden +35 Plus/Minus Wert in gerade mal 24 Minuten und mit nur 4 Würfen aus dem Feld anrichtete. Wie gesagt: die Lakers sind peinlich schlecht!

Ed Davis (Toronto Raptors)

Der Forward zeigte eindrucksvoll, warum Colangelo und Toronto grosse Stücke auf den ehemaligen Star von der North Carolina Universität halten, der vor zwei Jahren mit dem 13. Pick ausgewählt wurde. Davis erzielte 23 Punkte bei 9-14 FG und griff sich 7 Rebounds, während er den ganzen Abend lang in der Zone schaltete und waltete, wie er wollte. Der vielseitige Kombo-Big liebäugelt in seinem dritten Profijahr mit mehr Einsatzzeit in einem mehr und mehr überfüllten Raptors-Frontcourt.

Tyler Zeller (Cleveland Cavaliers)

Weitaus wichtiger als die 19 Punkte, 7 Rebounds und 2 Blocks des als letzter Spieler im Green Room verblienenen Zeller ist für die Cavaliers die Tatsache, dass der ehemalige Tar Heeler eine konstant hohe Drehzahl an den Tag legt und trotz limitierter athletischer Voraussetzungen immer hart spielt und sich nonstop voll reinhängt. Dank dieser Fähigkeiten wird er unter der Ägide von Byron Scott in Cleveland von Beginn an solide Einsatzzeiten abstauben können. Herz & Hustle stehen jedem Team gut zu Gesicht.

Jimmer Fredette (Sacramento Kings)

Als wollte der nach seiner sensationellen College-Karriere etwas in Vergessenheit geratene Fredette nach der Verpflichtung von Aaron Brooks wenige Minuten vor Tipoff sagen wollen: "Halt, ich bin doch auch noch da!", nahm der 23-Jährige wie in besten BYU-Zeiten jeden nur erdenklichen Wurf auf dem Weg zu insgesamt 30 Punkten. Dass er dabei aber wie eine One-Man Show auftrat und seine Nebenleute, allen voran den Nummer 5 Pick Thomas Robinson, ein ums andere Mal übersah, verdeutlicht die Schwierigkeiten, die Fredette bei der Transition von NCAA-Scoringmaschine zum NBA-Playmaker hat. Vielleicht setzen ihn die Kings in Zukunft als reinen Bankscorer ein. Das würde seinem Naturell eher entsprechen, denn als Spielgestalter hat der Jimmer es einfach nicht drauf.