23 Juli 2012



Am heutigen Sonntag gibt's zum letzten Mal die täglichen Summer League Top-Performer und zukünftigen Jung-Stars der Basketball Association, wie immer eingebettet in einen umfassenderen Kontext. Inklusive All-Vegas Teams, NBCHF Edition. Bis zum nächsten Jahr!


Adam Morrison (Los Angeles Clippers)

Morrison beendete die Summer League mit einem Knall und führte die sehr, sehr schwachen Los Angeles Clippers mit 26 Punkten, 6 Rebounds und 3 Assists bei 9-15 FG zum 92-77 Sieg im letzten Duell gegen die Celtics. Der ehemalige Nummer drei Pick, der in Vegas 20 PPG und 5 RPG bei elitären 55% FG erzielte, hat sich zumindest die Chance auf eine Rückkehr in die NBA mehr als verdient.

Cory Joseph (San Antonio Spurs)

Nachdem ziemlich schnell klar wurde, dass Kawhi Leonard für die Summer League mindestens fünf Niveau-Stufen zu gut ist, übernahm Corey Joseph das Kommando im Spurs-Spiel und offenbarte wieder einmal, dass keine Organisation in der NBA über ein besseres Minor League Programm verfügt als die Texaner in San Antonio. Joseph wurde 2011 an 29. Stelle gedraftet und verbrachte 2012 in der D-League bei den Austin Toros. Mit 17 PPG, 5.2 APG und 1.8 SPG gehörte der Kanadier nicht nur zu den stärksten Point Guards in Vegas, sondern drängte mit seinen guten Leistungen auch in den 15er-Kader von Gregg Popovich.

Josh Selby (Memphis Grizzlies)

Ach, das wird doch echt langweilig mit diesem Typen. Ein weiterer 'on fire Tag' mit 7-13 aus dem Feld, fünf Dreiern vom Parkplatz und insgesamt 23 Zählern. Zu Selby gibt es nichts mehr Neues zu erzählen. Wer erst jetzt registriert, dass der Grizzlies-Guard in Vegas völlig von Sinnen war, hat in der letzten Woche nicht aufgepasst...

Wesley Johnson (Minnesota Timberwolves)

Johnson blieb bisher den Nachweis seiner NBA-Tauglichkeit schuldig und traf in keiner seiner beiden Profisaisons 40% aus dem Feld. Gegen die laxe Defense des D-League Select Teams traf der Forward aber am Samstag nach Belieben (9-14 FG, 5 Dreier) und stellte mit 28 Punkten den Tagesbestwert auf. Insgesamt war Johnson mit 20.5 PPG in vier Partien und 48-45-94 Quoten der mit Abstand beste Timberwolf. Ob er diese Effizienz in die regulär Saison hinüber retten und sich nach dem Abgang von Michael Beasley als Vollzeitstarter auf der Drei etablieren kann, ist eine andere Frage.

Markieff Morris (Phoenix Suns)

Morris hob sich seine beste Leistung für den Schluss auf und machte mit 25 Punkten und 11 Rebounds ein dominantes Spiel gegen die Grizzlies. Obwohl er sich für meinen Geschmack nach wie vor zu leicht nach aussen abdrängen lässt und "zu soft" für 2,08m spielt - was seiner Langzeitprognose in meinem Notizbuch nicht allzu gut tut - darf nicht unter den Teppich gekehrt werden, dass 'Kieff mit 19.8 PPG, 9.8 RPG und 2 BPG zu den besten Spielern der Woche zählte. Trotz 2.4 TO/G und mageren 42% aus dem Feld.

Malcolm Thomas/Jimmy Butler (Chicago Bulls)

Thomas war eine Double Double Maschine in Vegas und zeigte mit 21 Punkten, 16 Rebounds und 4 Assists beim Samstag-Sieg gegen die Clippers eine der herausragenden SL-Performances überhaupt. Keiner konnte Thomas unter den Brettern Paroli bieten (12.4 RPG, Platz 1). Nachdem der ungedraftete Sophomore letztes Jahr zwischen D-League und NBA-Kurzeinsätzen hin und her schwankte, werden mehrere Teams Gefallen an der Rebound-Maschine gefunden haben und mit Sicherheit über eine Camp-Einladung nachdenken. Butler entpuppte sich als aggressive Scoring-Maschine von der Small Forward Position und zog bei seinen Drives zum Korb absurd viele Fouls. Insgesamt ging der lange Flügelspieler 39 mal in vier Partien an die Linie und verwandelte 35. Nach sehr starken 20.8 PPG und 6.5 RPG wird Butler dann im Herbst zeigen müssen, dass er ein neues Level erreicht hat und seinen Kontrahenten in Vegas nicht einfach nur athletisch überlegen war.

Tobias Harris/John Henson (Milwaukee Bucks)

Harris und Henson beendeten die Summer League so effektiv, wie sie sich über weite Strecken von Montag bis Sonntag präsentierten. Die beiden jungen Frontcourt-Spieler der Bucks erzielten zusammen 34 Punkten bei 15-22 aus dem Feld in gerade einmal 20 Minuten Einsatzzeit und führten Milwaukee zum vierten Sieg im fünften Spiel. Harris (20.8 PPG, 53% FG) und Henson (18.3 PPG, 53% FG) gehörten zu den stärksten Akteuren des Wüstenturniers. Dummerweise stehen ihnen in Wisconsin Ilyasova, Gooden, Dalembert und Udoh im Weg zu ausreichend Einsatzzeit in 2012/13.

Jae Crowder (Dallas Mavericks)

Der spät gedraftete Forward von der Marquette Universität könnte sich zu einem der Überraschungsspieler der kommenden Saison entwickeln, wenn ihm die Dallas Mavericks genügend Spielzeit zur Verfügung stellen. Der 1,98m Mann erinnert mit seiner langen Mähne und seiner nonstop-Intensität auf dem Platz ein wenig an Kenneth Faried. Die 21 Zähler gegen die Spurs verbesserten seinen Vegas-Schnitt auf 16.6 Punkte, 5.6 Rebounds und 2 Steals pro Spiel.

NBCHF Vegas 1st Team

G - Damian Lillard (Trail Blazers)
G - Josh Selby (Grizzlies)
F - Terrence Jones (Rockets)
F - Tobias Harris (Bucks)
C - Markieff Morris (Suns)

NBCHF Vegas 2nd Team

G - Kemba Walker (Bobcats)
G - Jeremy Lamb (Rockets)
F - Adam Morrison (Clippers)
F - John Henson (Bucks)
C - Malcolm Thomas (Bulls)

NBCHF Vegas 3rd Team

G - Jordan Hamilton (Nuggets)
G - Jae Crowder (Mavericks)
F - Jimmy Butler (Bulls)
F - Harrison Barnes (Warriors)
C - Ed Davis (Raptors)