07 August 2012



Die acht besten Basketball-Teams der Welt wärmten sich am letzten Tag der Vorrunde für das bevorstehende Viertelfinale auf und spielten letzte Platzierungen aus. Spanien wurde überraschenderweise nur Gruppendritter.


Australien 82, Russland 80

Australien legte durch seinen dramatischen 82-80 Buzzer Beater Sieg gegen die zuvor ungeschlagenen Russen den Grundstein für einen spannenden und phasenweise hochklassigen fünften Tag. Patty Mills traf einen Dreier mit der Schlusssirene, nachdem Fridzon kurz zuvor zwei Freiwürfe zum 80-79 verwandelt hatte. Da beide Mannschaften schon im Vorfeld für's Viertelfinale qualifiziert waren und auch ihre jeweilige Platzierung in Gruppe B bereits feststand, hatte der Sieg der Australier aber keine Auswirkungen. Russland beendet die Vorrunde auf Platz eins und trifft in der Runde der besten Acht auf Litauen. Die Aussies dürfen - wie schon in Peking vor vier Jahren - gegen die US-Amerikaner ihr Abschiedskonzert geben.

Litauen 76, Tunesien 63

Die Tunesier wollten unbedingt ihren ersten Sieg in London und suchten gegen die Litauer das Heil in der Flucht nach vorne. Nach einer deutlichen Führung in Halbzeit eins stand es auch zwölf Minuten vor dem Ende noch 54-43 für die Afrikaner. Litauen spielte mit dem Feuer, eine Niederlage hätte das Aus im Turnier bedeuten können. Die Balten aber besannen sich, gerade noch rechtzeitig, auf ihre Wurfstärke und brachten das Spiel dank eines furiosen 33-9 Runs nach Hause. Damit verteidigten die Litauer Platz vier in Gruppe A und treffen als Nächstes auf Russland.

Frankreich 79, Nigeria 73

Frankreich musste hart arbeiten, um seinen vierten Sieg unter Dach und Fach zu bringen. Tony Parker blieb blass, während Chamberlain Oguchi für 35 Punkte explodierte und die Nigerianer fast im Alleingang zum Upset geführt hätte. Die Blauen überstanden aber das Sperrfeuer der Afrikaner dank Nicolas Batum, der 23 Punkte und 6 Rebounds beisteuerte und immer zur Stelle war, wenn es für seine Farben eng wurde. Mit 4-1 Siegen verwiesen die Franzosen sowohl Argentinien als auch Litauen auf die Plätze. Im Viertelfinale warten jetzt die hoch favorisierten Spanier.

Brasilien 88, Spanien 82

Die Iberer verloren nämlich gegen Brasilien ihr letztes Gruppenspiel 88-82 und platzierten sich nur auf Position drei hinter Russland und Brasilien. Eine taktische Meisterleistung von Head Coach Sergio Scariolo? Der Sieger dieser Partie, das war schon im Vorfeld klar, würde in die obere Hälfte des Viertelfinalbrackets und damit dem zähnefletschenden Team USA Monster direkt ins Maul rutschen. Man sollte also die schwache Backcourt-Leistung der Spanier (nur 3-16 FG für Calderon, Navarro, Rodriguez und San Emeterio) in den richtigen Kontext einordnen. Fast hätte es auch so gereicht für 'La Roja', weil die NBA-Bigs Gasol, Gasol und Ibaka aus der Nahdistanz machten, was sie wollten (59 Punkte, 23-31 FG). Die Südamerikaner spielten aber einen Ticken härter und wollten den Sieg offensichtlich auch mehr. Leandro Barbosa erzielte zehn seiner 23 Punkte in den letzten sechs Spielminuten. Die Brasilianer treffen im Viertelfinale auf Argentinien.

USA 126, Argentinien 97

Falls es noch ausführlicher empirischer Daten zur Kompetenz der zwei besten Basketballspieler der Welt bedurft hatte, LeBron James und Kevin Durant lieferten diese gestern mit Nachdruck. Nachdem die Argentinier, wie bereits zwei Tage zuvor die Litauer, mit ihrem präzisen Passspiel riesige Löcher in die Verteidigung der US-Boys gerissen und das Spiel in einer elektrisierenden ersten Hälfte mehr als spannend gestaltet hatten (60-59 zur Pause), schalteten James und Durant ein paar Gänge hoch und chauffierten den USA-Speedster zu einem letztlich ungefährdeten 126-97 Kantersieg. James erzielte die ersten sieben US-Punkte nach dem Seitenwechsel, während Durant einen Dreier nach dem anderen von Greenwich aus versenkte (5 Dreier im Q3 und 8-10 insgesamt). Zu Beginn der Abschlussviertels stand es plötzlich 102-76, das Ding war natürlich gelaufen. Grund zur Sorge haben die Amerikaner nach wie vor nicht, auch wenn sie gegen Litauen und Argentinien 196 Punkte hinnehmen mussten. Zwar ist die Defensive alles andere als überragend, aber es ist mittlerweile offensichtlich, dass die Amerikaner zahlreiche Reservekanister dabei haben und individuell von jetzt auf nachher einfach den Schalter umlegen können. Diesen Luxus hat sonst kein Team der Welt.

Großbritannien 90, China 58

Einen versöhnlichen Abschluss erlebten die Hausherren mit ihrem ersten Turniersieg gegen ganz schwache Chinesen. Es war nicht nur der erste Erfolg für Großbritannien bei diesen Olympischen Spielen, sondern seit 1948, der letzten Olympiade auf englischem Boden. Jeder Spieler im Kader durfte mindestens zehn Minuten ran, fünf Spieler punkteten zweistellig, und alle Briten waren am Ende überglücklich.


Lineup d. Tages:

G - Chris Paul (17 Pts, 7 Ast, 3 Stl, 6-7 FG)
G - Chamberlain Oguchi (35 Pts, 2 Stl, 8 Dreier, 10-20 FG)
F - Nic Batum (23 Pts, 6 Reb, 2 Stl, 8-13 FG)
F - Kevin Durant (28 Pts, 9-12 FG, 8 Dreier
C - Pau Gasol (25 Pts, 7 Reb, 2 Blk, 9-11 FG)
6 - Kieron Achara (16 Pts, 6 Reb, 3 Blk in 21 Min.)

Spielplan Mittwoch:

Litauen - Russland
Spanien - Frankreich
Brasilien - Argentinien
USA - Australien