30 Oktober 2012


Smoove kann nach dem Abgang von Iso-Joe zeigen, dass er schon lange ein All-Star Spieler ist (Photo: Keith Allison)


Letztes Jahr: 40-26 (.606)
Alles beim Alten in Atlanta, wo ein überdurchschnittlich talentiertes Team wieder einmal überdurchschnittlich viele Siege einfuhr (40), nur um Fans und unabhängige Beobachter überdurchschnittlich häufig zu frustrieren und sich überdurchschnittlich schnell wieder aus den Playoffs zu verabschieden. Jegliche Chance, einmal weiter wie bis in die zweite Runde zu kommen, ging mit Al Horfords schwerer Schulterverletzung den Bach hinunter. Was folgte, kannte man schon aus den Jahren zuvor: viel Iso-Ball, keine All-Star Liebe für J-Smoove, der sich die weiterhin mit langen Zweiern zu erzwingen versuchte, und ein viel zu einfallsloser und ängstlicher Coach.

Abgänge: Joe Johnson, Marvin Williams, Willie Green, Jordan Farmar, Vladimir Radmanovic, Jason Collins, Kirk Hinrich, Jerry Stackhouse, Tracy McGrady, Jannero Pargo
Zugänge: Devin Harris, John Jenkins, James Anderson, Damion James, Anthony Tolliver, Kyle Korver, Anthony Morrow, DeShawn Stevenson

Kader:


Check: 
Teams wie die Hawks müssen den Court hoch und runter fliegen und ihre Videospiel-Athletik ausnutzen. Vielleicht passiert das ja endlich mal in diesem Jahr, dem ersten nach sieben davon mit Joe Johnson als go to guy. Der 120 Millionen Dollar Mann wurde vom neuen GM Danny Ferry für ein paar Bankpfeifen und zwei Schokotaler nach Brooklyn verschifft. Marvin Williams, der ewig enttäuschende zweite Pick aus dem CP3/D-Will Draft 2005, wurde gleich mit verscherbelt. Im Gegenzug kamen mit Lou Williams, Kyle Korver und Anthony Morrow drei Spieler, die im neuen Hawks-System perfekt aufgehoben scheinen - wie gesagt, wenn Drew das Tempo anzieht, wie er das ja mehrfach versprochen hat. Rookie-Guard Jenkins trifft die Dinger ebenfalls vom Parkplatz und ist alles andere als wurfscheu. Teague muss nun zum neuen Tonangeber im Spiel reifen und bei jeder Gelegenheit auf die Tube drücken. Slashen, scoren, die vielen freien Dreierschützen bedienen. Williams kann um die 20 PPG von der Bank erzielen und hat in Atlanta neue Möglichkeiten, die er in Philly nicht hatte. Das Teague/Williams Duett könnte begeistern. Horford wird wieder ganz der Alte (in den Playoffs gegen Boston fehlte ihm sichtlich die Spielpraxis), Smith nimmt seine neue Führungsrolle an und Pachulia bleibt diesmal gesund, also gewinnen die Hawks wieder mehr als die Hälfte ihrer Spiele. Die Verträge von Smith und Coach Drew laufen aber nach der Saison aus. Wenn Ferry, der mit massenweise Cap-Space im Sommer liebäugelt, den Entschluss fasst, dass beide nicht in seine neuen Langzeitpläne passen (Horford, Teague und Williams sind gesetzt), rollen wohl schon im Februar die ersten Köpfe. Nichtsdestotrotz: im schwachen Osten müsste dieser Kader auch im schlimmsten aller Fälle für die Playoff-Qualifikation ausreichen. Es wäre für Atlanta die sechste in Folge.

Prognose: Platz 8, Eastern Conference