30 Oktober 2012

Viele neue Gesichter nützen ohne einen 100% fitten Dirk Nowitzki auch nicht viel in Dallas. (Photo: D210TV)

Letztes Jahr: 36-30
Cuban und die Mavericks begannen ihre „Mission:Titelverteidigung“ auf dem falschen Fuß. Erst ließ man sechs Leistungsträger aus der Meistermannschaft ziehen, dann holte man sich mit Odom und Yi auch noch die Krätze ins Haus. Die Defensive war gut, der Angriff aber fiel aus allen Wolken. Nowitzki kam nach Knieproblemen zu Beginn der Saison überhaupt nicht in Tritt und gab später sogar zu, seine 11. All-Star Teilnahme gar nicht verdient gehabt zu haben. Trotzdem fanden die Mavs irgendwann ihre Formel und ritten Nowitzkis Extraklasse zur 11. Playoff-Teilnahme in Folge. Dort war dann in Runde eins gegen den späteren Western Conference Champion Oklahoma City Schluss. Insgesamt eine der verblüffenderen Titelverteidigungs-Saisons der Geschichte.

Abgänge: Jason Kidd, Jason Terry, Brendan Haywood, Lamar Odom, Ian Mahinmi, Kelenna Azubuike, Yi Jianlian
Zugänge: OJ Mayo, Chris Kaman, Elton Brand, Darren Collison, Dahntay Jones, Jared Cunningham, Bernard James, Jae Crowder

Kader:



Check:
Die Mavericks stecken in ernsten Schwierigkeiten! Wie ernst? Ernst genug, um die zwölfte Playoff-Teilnahme in Folge ernsthaft zu gefährden. Grösster Grund zur Sorge ist Dirks Knie, das bereits während der Saisonvorbereitung zu zwicken begann und wenige Tage vor dem Start der Runde zur Arthroskopie unters Messer musste. Zwar will der Würzburger schon Anfang Dezember wieder einsatzbereit sein, aber wer schon einmal die Preseason verpasst hat, weiss, dass man da nicht von einem Tag auf den anderen wieder der Alte sein kann. Erst recht nicht mit fast 35. Es wird sich zeigen, ob die Neuen Brand und Kaman Nowitzkis Ausfall unter den Brettern adäquat kompensieren können. Auf dem Papier hat das Team nach seinen mächtigen Free Agency Strikeouts noch ein paar solide Singles geschlagen: Kaman, Brand, Collison und Mayo. Letzterer muss in Nowitzkis Abwesenheit die Rolle des Topscores übernehmen, blieb aber bisher meist blasser als Kamans Teint. Collison wird nach den Abgängen von Kidd und Terry natürlich starten. Ihm fehlt aber der nötige Überblick und die nötigen Zentimeter, um ein überdurchschnittlicher NBA-Einser zu werden. Ob Carlisle bei solch hohen Wetteinsätzen und der drohenden Gefahr seinen Youngstern Beaubois, Crowder, Cunningham und Jones genügend Spielzeit für ihre Entwicklung zuschustert, darf man getrost anzweifeln. Dabei ist offensichtlich, dass dieser Kader weder über die erste Playoff-Runde hinaus kommen, noch im kommenden Sommer die grossen Free Agent Fische für eine Rückkehr in die NBA-Elite an Land ziehen kann. Es wird also eine verdammt schwierige Saison in Dallas, wo man sich bereits von Delonte West getrennt und ausgerechnet Eddy Curry zum Opening Day Starter auf der Fünf bestimmt hat. Carlisle hat aber kaum eine andere Wahl: Kaman ist ebenfalls angeboxt, und die Lakers bitten zum Tanz. Die Abhängigkeit von Nowitzki ist zu stark, das Spiel der rundum erneuerten Mavericks bisher wenig beeindruckend, als dass man dem ex-Champion schon jetzt ein Freilos für die erste Playoff-Runde reservieren müsste. Solange Dirk seine unmöglichen Fadeaways trifft, bleibt Dallas zwar im Rennen. Man ist erfahren und hat einen nahezu perfekten Coach. Die Konkurrenz schläft aber nicht. Ein bisschen mehr Verletzungspech oder ein mieser Start, und die Pferdchen landen zum ersten Mal seit 2000 wieder in der Lotterie.

Prognose: Platz 9, Western Conference