29 Oktober 2012


Linsanity in Texas? Die Ankunft von Harden nimmt viel Druck von Lin, der sich nun frei entfalten kann (Photo: Michael Wa) 

Letztes Jahr: 34-32 (.515)
Die Rockets zählten zu den grossen Überraschungen in 2011-12. Trotz tumultuöser Lockout-Saison und zahlreichen Trades blieben die Raketen unter dem neuen Coach Kevin McHale bis Ende April im Playoff-Rennen und verpassten die Postseason nur um zwei Siege. Kyle Lowry und Goran Dragic waren die grossen Gewinner auf der vakanten Point Guard Position und erspielten sich durch starke Auftritte neue, lukrative Chancen in Toronto respektive Phoenix. Chandler Parsons entpuppte sich als Small Forward der Zukunft und einer von McHales Lieblingsschülern. Der emsige GM Daryl Morey schaffte es aber einmal mehr nicht, den gewünschten Superstar an Land zu ziehen - oder wurde von der NBA ganz vehement brüskiert... aus "Basketball-Gründen", versteht sich.

Abgänge: Goran Dragic, Kevin Martin, Chase Budinger, Courtney Lee, Luis Scola, Kyle Lowry, Marcus Camby, Samuel Dalembert
Zugänge: James Harden, Jeremy Lin, Omer Asik, Royce White, Jeremy Lamb, Terrence Jones, Donatas Motiejunas, Carlos Delfino, Scott Machado, Toney Douglas, Cole Aldrich, Daequan Cook

Kader: 


Check:
Drei Jahre geht das jetzt schon so mit Morey, seit dem Ende der T-Mac/Yao Ära in Houston, um genau zu sein. Der Manager versuchte es bei allen Spielern, die verfügbar gemacht oder getradet wurden... ohne Erfolg. Bis vorigen Sonntag, als die Rockets völlig unerwartet James Harden aus Oklahoma City verpflichteten und mit ihm endlich den Star-Spieler, den sich der Manager so sehnlichst herbei gewünscht hat. Die "Giftpillen"-Angebote an Jeremy Lin und Omer Asik und insgesamt 50 Millionen Dollar in Ehren, aber Harden spielt in einer ganz anderen Liga: bester Sechster Mann der Liga, vielseitiger Nationalspieler und Alphatier mit echtem Männerbart. 80 Millionen Dollar für 5 Jahre? Double-Check. Der 23-Jährige kann jetzt zeigen, dass er auf einer Stufe mit den James', Bryants und Durants dieser Liga steht - allesamt Hardens Mannschaftskollegen im Team USA. "Mein Talent kann da mithalten, ich konnte es nur nicht immer zeigen", sagt der und verspricht, alles zu tun, um die Rockets wieder in die Playoffs zu führen. Zusammen mit Überraschungsspieler Lin, der in Houston als Langzeitantwort auf der Eins gesehen wird, soll Harden also scoren, verteidigen, die Trikots waschen und die Offensive lenken, die sicherlich im Uptempo-Spiel ihre grossen Vorteile hat. Nimmt Houston das Tempo dagegen raus, wird's komplizierter. 25-Millionen Mann Asik hat erst zweimal in seiner Karriere mehr als 30 Minuten in einer Partie absolviert und kann seine immense pro-Minute Produktivität nicht über längere Zeiträume konservieren. Patterson war bereits auf dem College nicht mehr als ein Rollenspieler. Parsons ist noch sehr roh. Die vielen Backups auf den grossen Positionen sind jung und talentiert, aber auch unerfahren und limitiert. Mindestens einer der vielen Youngster im Kader (unfassbare 11 von 15 Spielern haben zwei oder weniger NBA-Jahre auf dem Buckel) muss sich also im Eiltempo entwickeln, damit Houston die hohen Ziele von Morey & co. irgendwann einmal umsetzen kann. Jugendlicher Elan, ein designierter Franchise-Spieler und ein klarer Plan (zumindest in Moreys Kopf) sind immerhin ein Anfang. Aber mit zwölf neuen Gesichtern und unzähligen Kaderbaustellen ist in einer brutalen Western Conference absolut nichts zu holen - ausser ein paar extra Ping Pong Bällen für den Draft 2013.


Prognose: Platz 15, Western Conference