29 Oktober 2012


Quirliger Dreh- und Angelpunkt im langsamen Bucks-Spiel, aber wie lange noch? Brandon Jennings (Photo: mbk)

Letztes Jahr: 31-35 (.470)
Milwaukee, das unter Skiles eigentlich chronisch defensivstark auftrat, gab seine Langzeitpläne mitten in der Saison auf, als Andrew Bogut wieder einmal auf Krücken durch's Bradley Center humpelte. Offensichtlich frustriert durch die vielen Ausfälle des ehemaligen Nummer Eins Picks schickte man den Australier im Tausch für Monta Ellis und Ekpe Udoh nach Golden State. Die Defensive fiel auf den niedrigsten Effizienz-Wert seit Jahren ab (102.4, Platz 17), während Ellis und Brandon Jennings Probleme hatten, auf dem Parkett zusammen zu finden. Eine grosse Überraschung war das Spiel von Ilyasova, der sich zu einem der besten jungen Forwards entwickelte. Man lag lange in Playoff-Reichweite, verpasste die Postseason aber letztendlich zum siebten Mal in neun Jahren.

Abgänge: Carlos Delfino, Kwame Brown, Shaun Livingston, Jon Brockman, Jon Leuer
Zugänge: John Henson, Doron Lamb, Samuel Dalembert, Joel Przybilly, Marquis Daniels

Kader:


Check:
Der zwischenzeitliche Richtungswechsel, mehr aus der Not geboren als wirklich so geplant, liess Quälix Skiles in der Offseason nicht ruhig schlafen. "Zu viele Power Forwards, nicht genug Lange", dachte sich der Cheftrainer pausenlos und drängte GM Hammond zum Handeln. Der kaufte dann im Sommer mir nichts, dir nichts ca. 500 Center ein und stellte sicher, dass nun zwei Drittel der Bucks-Lineup aus Frontcourt-Spielern besteht. Ironischerweise dürfen die jüngsten und talentiertesten von ihnen (Udoh, Sanders, Henson) auf der Bank Platz nehmen. Dalembert und Przybilla sollen Skiles beruhigen, am besten durch konstantes Rebounding und harte Defensivarbeit. Die wird auch notwendig sein, um den anvisierten Sprung unter die acht besten Teams im Osten zu schaffen. Ebenso entscheidend wird sein, ob Ilyasova, Dunleavy und Rookie Lamb (der schlechtere Lamb) konstant von aussen treffen. Am wichtigsten aber scheint die Harmonie zwischen Jennings und Ellis zu sein. Kaum ein Backcourt-Duo ist explosiver und gefährlicher im Scoring. Und keines verteidigt schlechter. Die entscheidende Frage: können die beiden pfeilschnellen Guards ihre Mitspieler besser machen und Milwaukee zu 40+ Siegen führen? Die Offensive - und damit auch der Erfolg - hängt fast ausschliesslich von den fehleranfälligen Guards ab. Klingt nicht nach mehr unruhigen Nächten für Skiles, dessen Vertrag ebenso wie der von Hammond nach der Saison ausläuft. Wenn der harte Hund es aber schafft, die zuletzt enttäuschende Defensive wieder zu stabilisieren, ist Platz 8 und der Sprung in die Playoffs drin.

Prognose: Platz 9, Eastern Conference