29 Oktober 2012


Passiert ihm mit Orlando sicherlich nie wieder: JJ Redick vor gefühlten 30 Jahren im Conference Finale (Photo: RMTip21) 

Letztes Jahr: 37-29 (.561)
Alles lief wunderprächtig, als man bis Februar zu den besten Teams der Liga zählte. Howard dominierte und harmonierte mit den knapp 2000 Dreierschützen in der Lineup. Dann passierte "ihr wisst schon was", und die Magic brachten uns mehr Drama als "Vom Winde verweht". Die Trade-Gerüchte, die Drohungen, Howards borniertes "Opt-In"... es hörte gar nicht mehr auf, und wir konnten alle nicht mehr. Irgendwann hatten selbst Howards Bandscheiben genug und verabschiedeten sich kurz vor den Playoffs vorzeitig aus dem Orlando-Trikot. Ohne Howard gab es für die Ansammlung an Rollenspielern gegen Indiana in den Playoffs nichts zu holen. Stan van Gundy und GM Otis Smith wurden gegangen, ehe Howard in einer der verblüffendsten Transaktionen der letzten 20 Jahre zu den Lakers getradet wurde. Ein Schleuderwaschgang ist gemütlich dagegen...

Abgänge: Dwight Howard, Jason Richardson, Ryan Anderson, Chris Duhon, Earl Clark, Von Wafer, Daniel Orton, DeAndre Liggins
Zugänge: Arron Afflalo, Al Harrington, Josh McRoberts, Moe Harkless, Nikola Vucevic, Christian Eyenga, Gustavo Ayon, Armon Johnson, Andrew Nicholson, Kyle O'Quinn

Kader:


Check:
Mit Neucoach Jacque Vaughn und GM Rob Hennigan ziehen die Magic einen Schlussstrich unter die Dwight Howard Ära. Vaughn und Hennigan waren früher beide in San Antonio angestellt und wollen jetzt in Orlando das Spurs-Ding machen. Viel Glück dabei! Jameer Nelson erhielt eine Vertragsverlängerung und muss - zumindest in der Theorie - Stabilität in den nächsten Jahren bringen, in denen man von Grund auf umbaut. Die entscheidende Frage im Magic Kingdom: wer gehört zum Kern einer zukünftigen Mannschaft? Glen Davis? Der machte in den Playoffs gegen die Pacers immerhin 19 und 9 im Schnitt, hat aber überhaupt nichts mit einem Franchise-Player gemein. Neuzugang Afflalo vielleicht? Der two-way Guard kann scoren, verteidigen und will vom Komplettabsturz nach Reset absolut nichts wissen. Von Afflalo und Davis wird erwartet, dass sie offensiv in die Fussstapfen von Howard/Anderson treten (immerhin 36 PPG). Turkoglu, Harrington und der Scharfschütze Redick sind ideales Tradematerial für Hennigan, der spätestens im Februar einen weiteren Grossteil der alten Garde für Perspektivspieler und Picks veräussern wird. Der grösste Handlungsbedarf besteht zur Zeit sicherlich im Frontcourt, wo nach Jahren einer All-NBA Center Dominanz jetzt Nikola Vucevic, Gustavo Ayon und Kyle O'Quinn um Minuten streiten. Den Rebuild-Plan kennt man bereits aus Cleveland/OKC: Platz unter dem Cap freischaufeln (Orlando ist verblüffenderweise meilenweit drüber), geduldig junge Spieler entwickeln und darauf hoffen, dass einem im Draft mindestens eine Franchise-Type in den Schoß fällt, die den Unterschied ausmacht. Die Shabazz Muhammad/Nerlens Noel Zeituhr ist bereits in vollem Gange.

Prognose: Platz 15, Eastern Conference