31 Oktober 2012


Haben nach den Abgängen von Brand und Iguodala den Weg frei zu mehr Spielzeit: Thad Young und E.T. (Photo: 76ers)

Letztes Jahr: 35-31 (.530)
Philly stürmte letzte Saison aus den Startlöchern und dominierte in den ersten Wochen das Geschehen, ehe das junge Team unter den Anforderungen des "harten Hundes" Doug Collins zusehends zu leiden begann. Man wurde von Woche zu Woche schlechter und lief zum Schluss sogar noch Gefahr, die Playoffs zu verpassen.  Die erreichte man aber letzten Endes doch noch knapp und als 8. Team in der Conference dank der dominanten Defensive (96.6 Def. Eff.), die hinter Chicago und Boston Platz 3 belegte. Ironischerweise waren die Bulls und Celtics dann auch die jeweiligen Gegner in der Postseason. Gegen Chicago profitierte Philadelphia von der schweren Verletzung von Derrick Rose und bugsierte die erstplatzierten Bulls raus. Spätestens gegen Boston waren die eklatanten offensiven Handicaps des Teams allerdings nicht mehr zu verbergen. Im Halbfinale war dann gegen die Celtics Zapfenstreich.

Abgänge: Andre Iguodala, Lou Williams, Elton Brand, Nikola Vucevic, Sam Young, Jodie Meeks
Zugänge: Andrew Bynum, Jason Richardson, Dorell Wright, Nick Young, Maalik Wayns, Arnett Moultrie, Kwame Brown, Royal Ivey

Kader:

Check:
Die 76ers schockten die NBA-Landschaft, als sie sich in den Magic-Lakers Blockbuster einklinkten und All-Star Center Andrew Bynum stibitzten. Der Preis für einen der letzten guten Pivoten dieser Welt war mit Andre Iguodala, der in Richtung Denver abwanderte, recht gering. Und das, obwohl Iggy-Hop Spielmacher, Lockdown-Defender und Alleskönner bei den Sixers war. Ich glaube nicht, dass man ihm in Philly mit seiner Rollenauslegung (er sollte als erste Option sowohl für sich als auch für andere kreieren - eine Sache, die ihm einfach nicht liegt) einen allzu grossen Gefallen tat und dass sich sein Fehlen früher oder später bemerkbar machen wird. Denn: zum einen ist Evan Turner noch lange nicht in der Lage, ein Spiel auf so viele verschiedene Arten zu beeinflussen, wenngleich E.T. ein fantastischer Rebounder und potentieller Triple-Double Kandidat ist. Und: das gesamte Playmaking bleibt jetzt beim explosiven Jrue Holiday hängen, der dafür Sorge tragen muss, dass knapp 50 Punkte (Iguodala, Brand, Lou Williams) irgendwie ersetzt werden. Ein Großteil davon geht natürlich an Bynum, der im Osten locker 20/10 abliefern kann - wenn er denn gesund bleibt. Ich für meinen Teil glaube, dass die verkürzte Lockout-Saison für Bynum das höchste der Gefühle war (60/66 absolvierte Spiele) und er Philadelphia nicht auf das nächste Level hieven kann, so wie man das von ihm erwartet. Nick Young, Wright, Richardson und Hawes sind solide Rollenspieler, ohne aus der Masse heraus zu stechen. Thaddeus Young hätte sogar das Zeug zum Star, erhält aber immer noch nur Reservistenminuten. Alles in allem muss hier ohne Brand und Iguodala ein Rückschritt in der Verteidigung vorausgesetzt werden. Offensiv kann es zwar harmonischer und weitaus korbgefährlicher ablaufen. Wenn Bynum aber in seinen gewohnten Verletzungstrott zurück verfällt (erste Anzeichen deuten ja wieder stark darauf hin), dann ist das Erreichen der ersten Playoff-Runde schon die Hochwassermarke der neuen Sixers-Ausgabe. Zählt mich zu den Skeptikern!

Prognose: Platz 7, Eastern Conference