29 Oktober 2012


Dragic ahnt schon Schlimmes: ohne Steve Nashs Brillanz bleibt das gesamte Suns-Spiel an ihm hängen (Photo: Nora Kuby)

Letztes Jahr: 33-33 (.500)
Nach schwachem Start fingen sich die Suns und spurteten mit einem beeindruckenden 21-9 Lauf in Richtung unerwarteter Playoff-Teilnahme, ehe ihnen auf der Zielgerade die Puste ausging. Es sollte gleichzeitig die allerletzte Saison sein, in der Fans ihren Lieblingsspieler Steve Nash im Phoenix-Trikot anfeuern durften. Der Maestro hatte die Suns so weit geführt, wie es ihm in all den Jahren möglich gewesen war. Selbst mit der Söldnertruppe legte der zweifache MVP immer noch 12.5 Punkte und 10.7 Assists pro Partie auf. Kein Wunder also, dass die Suns einmal mehr unter den zehn effizientesten Offensivteams der Liga landeten (103.5 Off. Eff., Platz 9).

Abgänge: Steve Nash, Grant Hill, Josh Childress, Ronnie Price, Hakim Warrick, Robin Lopez, Michael Redd
Zugänge: Goran Dragic, Michael Beasley, Luis Scola, Wesley Johnson, Jermaine O'Neal, Kendall Marshall, PJ Tucker

Kader:



Check:
Phoenix liess den erfolgreichsten Spieler der Vereinsgeschichte endlich ziehen. Mindestens ein Jahr zu spät zwar, und aus Suns-Fans-Sicht ausgerechnet zu den verhassten Lakers, aber immerhin. Geschichte ist nun auch Grant Hill, der in Arizona dank der besten physiotherapeutischen Abteilung der NBA seine Karriere wieder ankurbelte und nach fünf Jahren ebenfalls in Richtung LA abwanderte - wenn auch zu den Clippers. Noch am Tag des Trades nahmen die Suns ihren verlorenen Sohn Dragic unter Vertrag. Der hatte schon früher in Phoenix gespielt und sich in Houston als fähiger Starter auf der Eins entpuppt. Die Deals für Beasley und Johnson sind Flehen und Hoffen zugleich, dass aus den einst hohen, aber bisher enttäuschenden Lotterie-Picks doch noch etwas heraus zu holen ist. Ein unterschätzter Coup war die Verpflichtung von Scola für drei Jahre und günstige 13 Millionen Dollar. Scola bildet nun mit Double-Double Center Gortat und dem enigmatischen Beasley einen auf dem Papier ansehnlichen Frontcourt, zu dem sich auch noch ex-All-Star Jermaine O'Neal und All-Rookie Teamer Marcus Morris gesellen. Leider fällt Channing Frye nach einem bei einer Routineuntersuchung entdeckten Herzfehler die gesamte Saison aus. Hoffen wir, dass der sympathische Frye genauso schnell auf's Parkett zurück kehren kann wie Jeff Green bei den Celtics. Es wird eine Saison des Umbruchs in Phoenix - ein Novum nach so vielen Jahren Kontinuität im Kader. Der gute Cheftrainer Alvin Gentry, der im Sommer gerne einen neuen Vertrag hätte, wird bestimmt wieder das Maximale aus seiner unterdurchschnittlichen Lineup heraus kitzeln, die aber auch im besten Fall - Dragic emuliert Nash, Beasley macht 20+, Scola/Gortat mutieren zu McHale/Parish Klonen - nur mit Ach und Krach um die Playoffs konkurrieren kann. Wenigstens ist massenhaft Geld da, um im Sommer einen Max-Vertrag anzubieten, sowie drei Erstrundenpicks für den geneigten Rebuilder.

Prognose: Platz 12, Western Conference