29 Oktober 2012


Einer dieser drei Gentlemen durfte bisher noch niemals frische Playoffs-Luft schnuppern. (Photo: Gabriel Li)

Letztes Jahr: 23-43 (.348)
Der neue Head Coach Dwane Casey schaffte das, was vor ihm noch niemandem in Toronto geglückt war: die Raptors zu defensiv furchteinflössenden Dinosauriern zu erziehen. Die Kanadier verbesserten sich in der Verteidigung bis auf Platz 12 und sogar in die Top-10 hinein bei den erlaubten Punkten pro Partie. Zwar verlor man ein weiteres Mal fast zwei Drittel seiner Begegnungen. Die finale Bilanz sieht aber schlimmer aus, als es letzten Endes dann war. Man machte als Mannschaft einen soliden Schritt in die richtige Richtung und wechselte unter Casey in den nächsten Rebuild-Level.

Abgänge: Jerryd Bayless, James Johnson, Ben Uzoh, Gary Forbes
Zugänge: Kyle Lowry, Jonas Valanciunas, Terrence Ross, Quincy Acy, Landry Fields, John Lucas III., Dominic McGuire, Chris Wright

Kader:


Check:
So sehr sich die Dinos in der Defensive auch verbesserten - kein Team machte einen grösseren Sprung in den Rankings - so schwach präsentierten sie sich im Angriff (Platz 25). Vieles davon hatte mit den Verletzungssorgen von Bargnani zu tun, der gut spielte, wenn er gesund war (19.5 PPG), aber viel zu selten auf dem Platz stand (nur 31 absolvierte Partien). Eine volle Saison von 'Il Mago' und genug Vorbereitungszeit in diesem Jahr werden Casey und seinen jungen Raptors sicherlich gut tun. Ein interessantes, neues Spielzeug ist Kyle Lowry. Der brillierte als Starter in Houston, ehe ihn eine Infektion in seinen Anzug und an die Seitenlinie zwang. Mit nur
12 Millionen Dollar für die nächsten zwei Jahre ist der Pitbull ein echtes Schnäppchen, der die Offensive in Toronto gehörig ankurbeln wird. Calderon weicht folgerichtig in die Backup-Rolle und wird früher oder später ohnehin getradet. Fields und Rookie Ross streiten sich um Minuten auf der Zwei. Der eine war schon in New York nicht mehr als ein Rollenspieler und ist mit 19 Millionen für drei Jahre hoffnungslos überbezahlt. Der andere scheint aber trotz seiner hohen Draft-Position noch nicht als Starter in Frage zu kommen. Vielleicht muss also wieder DeRozan auf Shooting Guard ran. Der Highflyer will zeigen, dass sein Rückschritt in der Lockout-Saison eine Ausnahme und kein beginnender Trend war. Einen Steal scheinen die Raptors hingegen mit dem Litauer Valanciunas gemacht zu haben, der schon letztes Jahr im Draft gezogen wurde und jetzt im Sommer über den Teich wechselte. Mit 6.8 Rebounds und 1.8 Blocks in nur 23 MPG stellte der 20-Jährige schon in der Preseason seine Defensiv-Fähigkeiten unter Beweis. Ich könnte wetten, dass der 2,11m Mann unter Casey schon bald zum echten Leistungsträger avanciert, und die Raptors zumindest bis April um die Playoff-Plätze in der Eastern Conference mitspielen - wenn sie ihr brutales Auftaktprogramm mit 15-7 Auswärtsspielen relativ unbeschadet überstehen.

Prognose: Platz 10, Eastern Conference