30 Oktober 2012


Die tonangebenden Solisten des Jazz, aber nicht unantastbar: Frontcourt-Duo Millsap/Jefferson (Photo: Jenny L.)


Letztes Jahr: 36-30 (.545)
Utah schaffte es auf verblüffende Art und Weise, die Übergangsphase zwischen zwei Hochwassermarken zu überbrücken. Angeführt von dem bärenstarken und viel zu tiefen Frontcourt fanden die Musikanten zur richtigen Zeit ihren Groove und ritten einen fulminanten 7-1 Schlussspurt zu einer 36-30 Bilanz und Platz Acht im Westen, ehe man gegen die übermächtigen Spurs aus den Playoffs flog. Besonders ermutigend war das Spiel der vielen Youngster, allen voran Gordon Hayward und Derrick Favors, die Fans an eine Rückkehr der goldenen '90er glauben lassen.

Abgänge: Devin Harris, CJ Miles, Blake Ahearn
Zugänge: Mo Williams, Marvin Williams, Randy Foye, Kevin Murphy, Darnell Jackson

Kader:


Check: 
Die grosse Stärke der Jazzer ist natürlich die bemerkenswerte Ansammlung von überdurchschnittlich talentierten und produktiven Big Men. Allein Jefferson und Millsap spielen den Gegner im Frontcourt schon schwindelig, ehe explosive und defensivstarke Youngster wie Favors und Kanter von der Bank nachrücken. Fakt: wann immer Coach Ty Corbin seine drei Grossen Jefferson, Favors und Millsap gemeinsam auflaufen liess, waren die Gegner in Offense und Defense hoffnungslos überfordert. Ich hoffe, dass wir diese Lineup-Variation in '12-13 häufiger zu sehen bekommen. Favors legte in den Playoffs gegen die Spurs fast ein Double-Double im Schnitt auf und schreit förmlich nach mehr Spielzeit. Gut möglich also, dass GM O'Connor im Februar einen seiner beiden Starter traden muss (Big Al und 'Sap werden im Sommer beide Free Agents). Mit den zwei Williamses, Mo und Marvin, hat Utah im Sommer gleich zwei Problemstellen zugespachtelt: Point Guard und Backup-Flügel. Von Aussen zählen die Jazz aber nach wie vor zu den schlechtesten Teams der NBA. Der unscheinbare Gordon Hayward ist dank seiner unerwarteten Kombination aus Athletik und Basketball-IQ auf der Drei gesetzt und gilt als aufsteigendes Sternchen. Die wichtige Frage bei diesem nach wie vor jungen Team (Hayward, Favors, Kanter und Burks sind nicht älter als 21) ist, wie gut es verteidigen kann. Das spielerische Talent und den Rückhalt der Fans ist definitiv vorhanden, um eins oder zwei Plätze weiter nach oben zu klettern. Ebenso gut möglich wäre allerdings ein Leistungsabfall, wenn Jefferson und/oder Millsap im Februar gehen müssen. Unabhängig davon ist Utah in sehr guten Händen für die Zukunft. Das Mitspielen um Playoff-Platzierungen, obwohl man eigentlich mitten im Rebuild steckt, ist sehr beeindruckend.

Prognose: Platz 7, Western Conference