03 November 2012


Sicher kein Mann zum gut Kirschen essen: Rajon Rondos Point Game ist gemein-gefährlich (Photo: Aaron Frutman)

Letzte Saison: 39-27 (.591)
Spurs-Abklatsch? Liegt vielleicht daran, dass beide ex-Champions ähnlich aufgebaut, ähnlich gut gecoacht und ähnlich familiär sind. Auch die Celtics galten als zu alt, zu langsam, zu gebrechlich für eine mühevolle Lockout-Saison. Das Team hatte Ende Februar nur 15-17 Siege auf dem Konto und drohte im Eastern Conference Mittelmaß zu versinken. Dann fanden die Veteranen einen neuen Gang. Boston gewann 24 seiner letzten 34 Partien, qualifizierte sich als Atlantic Divison Champion für die Playoffs und war dort nur 12 Minuten davon entfernt, ein weiteres Mal ins NBA-Finale einzuziehen. Eine schwierige Saison mit vielen Ausfällen - Jeff Green wegen eines glücklicherweise diagnostizierten Herzfehlers, Avery Bradley wegen einer Schulterverletzung und Ray Allen wegen seiner Sprunggelenke - wurde von den Kobolden exzellent gemeistert. Was eindeutig fehlte, war etwas mehr offensive Durchschlagskraft (ein katastrophaler Platz 24).

Abgänge: Ray Allen, Greg Stiemsma, Ryan Hollins, Marquis Daniels, Keyon Dooling, Sasha Pavlovic, JaJuan Johnson
Zugänge: Jason Terry, Jason Collins, Courtney Lee, Darko Milicic, Jared Sullinger, Fab Melo

Kader:


Check:
Als Free Agent Kevin Garnett im Sommer beschloss, seine Schuhe doch nicht an den Nagel zu hängen und stattdessen noch ein paar Anläufe mit den Celtics zu wagen, war GM Ainge sofort wieder "all in". Daran änderte auch Ray Allens überraschender und für Green Nation absolut unverzeihlicher Abgang in Richtung South Beach nichts. Der Championship- und Best Sixth Man- erfahrene Jason Terry kam aus Dallas und ersetzt Allen fast eins zu eins. Terry bringt seinen Scoring Punch von der Bank und polstert so eine der grössten Celtics-Schwächen aus. Der viel jüngere und defensivstarke Courtney Lee, Mikrowelle Leandro Barbosa und Rookie Jared Sullinger werden ebenso prominente Rollen in Rivers Rotation einnehmen wie der rekonvaleszente Jeff Green, der in der Preseason ein paar beeindruckende Leistungen ablieferte. Verteidigungsspezialist Avery Bradley, der sich 2011-12 einen Stammplatz erkämpfte, wird im neuen Jahr zurück erwartet. Insgesamt ist die aktuelle Celtics-Edition weitaus tiefer und spielstärker als der Conference Finalist vom letzten Jahr. Die Defensive wird wieder den Ton angeben, und Rivers an den meisten Abenden gerissener coachen als sein Pendant auf der anderen Spielfeldseite. Alles kommt auf die Offensive an. Rondo, der den Sprung unter die fünf besten Spielmacher der Liga gemacht hat, steht als Denker und kreativer Lenker besonders in der Pflicht: "Ich glaube, dass unsere Chancen nie besser waren, auch nicht in 2008. Der Titel kann definitiv uns gehören." In Boston geht's im Prinzip nur um zwei Dinge: die eigene Division gewinnen (wahrscheinlich, aber nicht unabdingbar), und sich auf ein Rematch mit den Miami Heat in den NBA Playoffs vorbereiten, in dem sich alles entscheidet. Alle Jahre wieder...

Prognose: Platz 2, Eastern Conference