03 November 2012


Stopper Iguodala soll die poröse Nuggets-D respektabel machen. Genug, um ganz oben mitzuspielen? (Photo: Ryan Hurst) 

Letzte Saison: 38-28 (.576)
Liebe Clevelands, Torontos und Orlandos dieser Welt: so geht post-Superstar Rebuild. Der sehr gute Manager Masai Ujiri hat aus den Trümmern des Carmelo Anthony Intermezzos in Denver einen der tiefsten und faszinierendsten Kader der NBA geformt. Angeführt vom diametralen Point Guard Spiel des wieselflinken Lawson und des methodisch-entspannten Andre Miller fanden die Klumpen in der vergangenen Saison immer einen höheren Gang und liefen ihren Gegnern meistens davon - im wahrsten Sinne des Wortes. 19.8 Fastbreak-Punkte und 104.1 PPG insgesamt, so viel erzielte kein anderes Team. Bei den Field Goals belegte die Drive & Kick Offensive Platz zwei mit fantastischen 47.2%. So wurden auswärts 18 Partien gewonnen. Nur vier Mannschaften schafften auf fremdem Parkett mehr. Dank eines saisonabschliessenden 8-2 Runs kletterte Denver bis auf Platz 6 im Westen und schrammte in der ersten Playoff-Runde nach aufopferungsvollem Kampf nur knapp an der Sensation gegen die Los Angeles Lakers vorbei.

Abgänge: Arron Afflalo, Al Harrington, Chris Andersen, Rudy Fernandez
Zugänge: Andre Iguodala, Evan Fournier, Anthony Randolph

Kader:


Check:
Das Nuggets-Management frappierte viele, als es im Sommer in den Lakers/Magic Blockbuster Trade mit einstieg. Zwar musste man mit Arron Afflalo (15.2 PPG) und Al Harrington (14.2 PPG) zwei der vier besten Punktesammler aus dem Vorjahr abgeben. Dafür kam im Gegenzug ein Mann, von dem Ujiri und Head Coach George Karl glauben, dass er diesen Club auf das nächste Level, das Championship-Level hieven kann: Andre Iguodala, All-Star, Olympiasieger. Iggy verstärkt im Alleingang eine bisher nur durchschnittliche Defensive, ohne dabei den explosiven Angriff zu korrumpieren. Iguodala liebt das Open Court Spiel und ist dank seiner Vielseitigkeit wie gemacht für das Karl'sche System, das ganz ohne Stars und go to guys auskommt. Iguodala, Lawson und Danilo Gallinari sind hier das "Gremium", auf dem an den meisten Abenden die grösste Verantwortung lasten wird. Lawson, der gerade eine Verlängerung unterschrieben hat (4 Jahre/48 Mio. $) ist in vielerlei Hinsicht Sinnbild für Nuggets Basketball ("der kleine Mann, der kann") und scheut sich nicht vor der Führungsrolle. "Klar, 18 (Punkte) und 8 (Assists) dürften drin sein bei diesem Team. Alle können scoren und alle sind uneigennützig. Ich will einfach nur gewinnen." Es wird sich zeigen, ob der Plan der Nuggets und die alternative 'Teamplayer' Strategie in Zeichen von Superstar-Akkumulationen wirklich mithalten können mit den Lakers, Clippers, Thunder und Heat dieser Welt. Wenn Ujiri es schafft, noch mindestens einen echten Shooter via Trade an Land zu ziehen und das athletische Big Man Duo Faried/McGee über die volle Saison so harmoniert, wie in den Playoffs gegen die Lakers, sind definitiv ein paar Überraschungen drin. Karl hat ähnlich strukturierte Mannschaften (Seattle, Milwaukee) schon mehrfach bis ins Conference Finale gecoacht. Im schlimmsten Fall bleiben die Nuggets, was sie schon sind: ein Wirbelwind von einem Offensivteam, ein League Pass Must-See mit elitärem Angriffsspiel und suspekter Verteidigung, das in der regulären Saison den meisten Teams davon läuft und als gefährlicher Underdog in die Postseason geht - auch wenn es niemals wirklich reichen wird für den ganz grossen Coup.

Prognose: Platz 5, Western Conference