02 November 2012


George gilt als kommender Superstar in der NBA, muss aber seine vielen Skills erst noch konsolidieren (Photo: Press Box)

Letztes Jahr: 42-24 (.636)
Die Indiana Pacers sind vergangene Saison angekommen. Nicht ganz oben in der Conference, also da, wo man seit 2000 nicht mehr war. Aber unter den wenigen Mannschaften, die Miami im Osten wenigstens bedrängen können, dort schon. Mit mühevoller Kleinstarbeit hat der scheidende Präsident Larry Bird nach dem 'Malice at the Palace' vor acht Jahren wieder ein echtes Team zusammen gestellt. Paul George, Roy Hibbert... sie alle wurden von Bird gedraftet und gefördert. Letzte Saison machten die beiden Youngster einen grossen Schritt nach vorne in ihrer Entwicklung. Hibbert landete im All-Star Team, George war nach 12.1 PPG und 5.6 RPG für den 'Most Improved' Award im Gespräch. Dank guter Defense unter dem jungen Coach Frank Vogel und umsichtigen Transaktionen von Bird (George Hill, David West) landete Indiana auf Platz 3 im Osten hinter Chicago und Miami. Die junge Truppe spielte plötzlich ruppigen 'Smashmouth Basketball', wohl inspiriert von Wests Charakter und Führungsstärke. In den Playoffs zahlte sie dann aber Lehrgeld, als sie gegen den späteren Champ trotz 2-1 Führung im Conference Halbfinale unterlag. Dennoch: mit effizienter Offensive und harter Verteidigung war der Schritt unter die Semi-Contender sicherlich kein Zufallsprodukt.

Abgänge: Darren Collison, Dahntay Jones, Kyrylo Fesenko, AJ Price, Louis Amundson
Zugänge: DJ Augustin, Gerald Green, Sam Young, Ian Mahinmi, Miles Plumlee

Kader:

Check: 
Ausser den neu formierten Brooklyn Nets kann wohl keine Mannschaft in der Eastern Conference eine beeindruckendere Starting Five auf's Parkett schicken als Indiana. Hibbert und West lassen inside ihre Muckis spielen, Paul George und Danny Granger bringen Defense, Vielseitigkeit und Shooting auf dem Flügel, und Point Guard George Hill hat in seiner kurzen Zeit als Pacer genug gezeigt, um das neue Front Office um Donnie Walsh und Kevin Pritchard vollends zu überzeugen. Hill wurde als Starter installiert, der bisherige Spielmacher Darren Collison schnurstracks nach Dallas getradet, und im Gegenzug kam mit Ian Mahinmi ein Big Man für die Ersatzbank. Will Indiana seine Erfolge aus der Vorsaison wiederholen, lautet der Schlüssel: so viel wie möglich über Gross spielen. Kaum ein Team im Osten kann den Pacers im Interieur Paroli bieten. Warum also nicht permanent über West/Hibbert agieren? Dazu müssen die Guards, allen voran Hill und Backup DJ Augustin (kam aus Charlotte), einfach nur ihre Entry Pässe anbringen und hinter der Dreierlinie Position beziehen. Das klappte gegen Miami ab Spiel 4 überhaupt nicht mehr - mit ein entscheidender Grund, warum die Tempomacher nach 2-1 Führung in den Conference Semifinals völlig untergingen. Die Gelegenheit, über den Osten herzufallen, ist jetzt günstig. Boston, New York und Brooklyn müssen viele neue Teile integrieren, Chicago noch bis Februar ohne Derrick Rose auskommen. Hinter Miami ist der zweite Platz - und damit wohl das Vermeiden der Heat bis zum Conference Finale - so zugänglich wie nur selten zuvor. Es winkt sogar der erste Titel in der Central-Division seit 2004 (dem Jahr vor 'The Malice'). Dazu muss sich das Team nur weiterhin auf seine Defensive verlassen, weiterhin fast 80% seiner Freiwürfe treffen (78.2%, Platz 3) und vorne etwas flüssiger und smarter spielen als in '11/12. Wie weit die Pacers dann in den Playoffs kommen, hängt stark davon ab, ob sich ein Bankspieler bewährt (Gerald Green vielleicht), ob man auch mal von aussen trifft, und ob Aufsteiger George früher oder später Granger obsolet macht. Mit Granger als erster Option ist für Indiana nämlich nichts zu holen.

Prognose: Platz 3, Eastern Conference