03 November 2012



Macht keinen Fehler: CP3 ist legitimer MVP-Kandidat, wenn die Clippers den Pazifik gewinnen (Photo: Felix Garcia)

Letzte Saison: 40-26 (.606)

Die peinlichste Franchise der NBA-Geschichte erhielt im Dezember ein Geschenk, das alles verändern sollte: Chris Paul, der beste Einser der Liga, "wechselte" von New Orleans nach Los Angeles. Paul und Griffin bildeten fortan das spektakulärste Inside-Out Tandem und landeten zusammen im Western Conference All-Star Team (nur fünf Clippers waren je zuvor zum Midseason-Klassiker geladen worden, und niemals zwei gemeinsam). Doch damit nicht genug: angeführt von Pauls Brillanz forderten die jungen Clips sogar die mächtigen Lakers in der Pacific Division heraus und landeten am Ende nur einen Sieg hinter dem Stadtrivalen. Mehrere Spielerakquisitionen gegen Ende der Saison (Nick Young, Kenyon Martin, Reggie Evans) formten in den Playoffs einen beeindruckenden und hoch effektiven Bench-Mob. Die sogenannte "Goon Squad" half entscheidend mit, gegen Memphis ein historisches 21-Punkte-Comeback zu stemmen und ins Conference Halbfinale einzuziehen. Dort verbrannte man sich zwar an den glühend heissen Spurs die Pfoten. Am Ende stand aber mit über 60 Prozent Siegesquote und dem erfolgreichsten Playoff-Run aller Zeiten ein Erfolg neben dem anderen. Waren das wirklich die Clippers?

Abgänge: Randy Foye, Mo Williams, Reggie Evans, Nick Young, Ryan Gomes
Zugänge: Jamal Crawford, Lamar Odom, Grant Hill, Matt Barnes, Willie Green, Ronny Turiaf, Ryan Hollins

Kader:

Check:
Gut möglich, dass das hier mittlerweile das tiefste Team der NBA ist. Paul und Griffin sind die Basis, klar. Eine Naturgewalt von einem Power Forward (20.7 PPG, 10.7 RPG), der trotz seiner neuesten Knieverletzung im Sommer wieder zu den besten Bigs der Liga gezählt werden muss und mit erst 23 noch grosse Fortschritte in seinem Spiel machen wird. Und der Maestro an den Puppenfäden, der für sich alleine schon einen Playoff-Einzug wert ist, nicht nur, weil es in der Crunchtime keinen effizienteren Spieler als ihn gibt. Interessant wird's hinter den beiden Top-Stars. Jamal Crawford bringt die meiste Feuerkraft von der Bank und hat in diesem Sommer zum ersten Mal in seinem Leben drillmässig an seinem Game gefeilt. Odom wird sicherlich besser sein, als letztes Jahr, das kann man auch ohne Glaskugel voraussagen. Turiaf, Barnes, Hill und Billups liefern wichtiges Veteranen Know-How, während der Kugelblitz Eric Bledsoe eigentlich fast schon zu talentiert ist, um ihn von der Bank zu bringen. Aber so ist das eben, wenn man einen CP3 im Team hat. Paul, Billups, Crawford und Bledsoe geben LAC gleich vier Ballhandler, die ihr eigenes Spiel oder das der anderen orchestrieren und einen Grossteil ihrer Freiwürfe treffen können. Bei all diesen Waffen wäre es nicht sonderlich überraschend, wenn die Clippers sogar die Lakers heraus fordern und ihre Division gewinnen würden. Allerdings, bei allem Glanz dieser Tage: der nutzlose Donald Sterling ist immer noch der Besitzer der Franchise. Den bisherigen GM Neil Olshey liess er ziehen, weil er lieber Geld einnimmt, anstatt welches auszugeben. Vinny del Negro bleibt nach wie vor einer der miesesten Coaches der Liga und könnte wohl nicht einmal ein simples Play designen, wenn das Fortbestehen der Menschheit davon abhängte. Realistischer ist also Heimvorteil und - je nach Gegner in Runde eins - dann ein Weiterkommen bis ins Conference Halbfinale. Chris Paul wird danach übrigens Free Agent. Ist also nicht so, als wären die Erwartungen und der Erfolgsdruck jetzt unendlich hoch für einen Club, der schon häufiger in Schall und Rauch aufgegangen ist. Halt, was?

Prognose: Platz 4, Western Conference