03 November 2012


Bryant liebäugelt nach spektakulären Neuzugängen im Sommer mit NBA-Titel Nummer sechs (Photo: Jerry Perezchica)

Letzte Saison: 41-25 (.621)
Die reguläre Saison zählt nicht viel - das war schon immer so in Tinseltown, wo man wie in Boston oder San Antonio nur um Meisterschaften mitspielt. Auch letzte Saison war man von der Larry O'Brien Trophäe mehrere Runden entfernt. Ein Supergau-Szenario für die talentierten Lakers, die ihre Überlegenheit unter den Brettern und Kobes Extraklasse wieder nicht nutzen konnten und gegen Oklahoma City sang- und klanglos untergingen. Man hatte nicht nur verloren, sondern sich sichtlich älter, satter und statischer präsentiert, in jeglicher Hinsicht. Schon während der regulären Saison waren die Anzeichen alarmierend: nur mäßige Offensive und Defensive, katastrophales Playmaking trotz Neuzugang Sessions, und die wohl schwächste Ersatzbank der Liga.

Abgänge: Andrew Bynum, Matt Barnes, Ramon Sessions, Christian Eyenga, Josh McRoberts
Zugänge: Dwight Howard, Steve Nash, Antawn Jamison, Jodie Meeks, Earl Clark, Chris Duhon

Kader:


Check: 
Wer das Gesicht von Lakers-GM Mitch Kupchak während des Aus in Oklahoma City in der Nahaufnahme sah, erkannte eine Menge Ernüchterung und wohl auch den unbedingten Willen, im Sommer ein paar alte Strukturen aufzusprengen. Dass das in diesem Rahmen passieren würde, hätte wohl niemand für möglich gehalten. Kupchak gelangen mit der Verpflichtung des besten Centers der Liga und des besten Pick & Roll Guards aller Zeiten gleich zwei absolute Coups, die LAL auf Anhieb wieder in die absolute Elite katapultierten. Es hatte den Anschein gehabt, als sei man aus diesem unmittelbaren Contender-Kreis vollständig heraus geplumpst. Mit Dwight Howard und Steve Nash neben Gasol und Kobe darf man sich jetzt natürlich wieder dazu zählen. Bryant, der in der kommenden Saison mehrere Meilensteine und Rekorde knacken wird, hat nun in der Tat wieder eine realistische Chance auf Championship-Ring Nummer sechs. Für Nash, Howard und einen weiteren Neuzugang, Antwan Jamison, wäre es der erste. Das schiere Talentlevel an der Spitze ist irrsinnig hoch. Howard/Gasol und Nash/Bryant stellen in Front- und Backcourt den Gegner vor riesige Probleme. Natürlich muss das Team erst noch zusammen wachsen - während der Vorbereitung war immer mal wieder ein Star verletzt, man konnte kaum zusammen trainieren, und das mit der neuen Princeton Offense, die Head Coach Mike Brown installieren will, klappt folgerichtig auch noch nicht so wie gewünscht. "Wir sehen das aber alles mehr langfristig", sagt Steve Nash, der eventuelle Startschwierigkeiten bei sich und seinem neuen Team gar nicht ausschliessen kann. "Wir müssen und erst noch finden, das dauert schon alles seine Zeit." LA gilt auf dem Papier zwar jetzt wie der kommende Western Conference Champ - bei 33 All-Star Teilnahmen in der Startformation und allen Referenzen in dieser Lineup keine grosse Überraschung. Gespielt muss trotzdem erst noch werden. Die Clippers, Thunder, Nuggets und Spurs sind allesamt tiefer als die Lakers, die stark von Jamison, Meeks und Steve Blake abhängig sind und zu den ältesten Teams der Liga zählen. Die Defensive ist am Perimeter nicht verstärkt worden, und das extrem niedrige Spieltempo könnte der Lake-Show wieder einmal zum Verhängnis werden. Gegen athletische, junge Teams im Open Court sieht man ganz schön alt aus. Gegen athletische Point Guards ebenfalls. Bis zu den Playoffs sind es aber noch sechs Monate. Genug Zeit für Nash, Bryant & co., um einen gemeinsamen defensiven Nenner zu finden, die 'Princeton' mit Hilfe von Assistant Coach Eddie Jordan zu meistern und sich einzuspielen für die Wochen im Mai, wenn es wirklich an's Eingemachte geht. Alles andere ist, wie immer in La-La-Land, nur langweiliges Vorgeplänkel...

Prognose: Platz 2, Western Conference