01 November 2012


Defense ist nicht das Problem der Grizzlies. Outside Shooting und Verletzungspech dagegen schon (Photo: Sean Davis)

Letztes Jahr: 41-25 (.621)
Die Grizzlybären war als einer der grossen Geheimfavoriten in die Saison 2011-12 gestartet, nachdem sie im Jahr zuvor die Spurs in Runde eins elimiert und Oklahoma City in sieben Spielen alles abverlangt hatten. Die schwere Verletzung von Zach Randolph warf das Team aber in der entscheidenden Phase zurück. Obwohl die Qualität im Kader auch ohne Z-Bo hoch genug war, um fast zwei Drittel aller Partien zu gewinnen und sich in Runde eins Heimvorteil zu sichern, fehlte gegen die Clippers in den Playoffs jegliche Synergie. Ein paar unterirdische Leistungen in den Spielen eins und sieben begruben Memphis' Chancen auf ein Rematch mit San Antonio.

Abgänge: OJ Mayo, Dante Cunningham, Jeremy Pargo
Zugänge: Jerryd Bayless, Tony Wroten Jr., Wayne Ellington, DJ Kennedy

Kader:


Check:
Wie gut kann dieses Team im Idealfall sein? Das fragen sich Grizzlies-Fans und Journalisten jetzt schon seit Jahren. Zuerst fehlte Gay beim entscheidenden Playoff-Run 2011, letzte Saison dann Randolph gegen die Clips. Immer vermisste man jemanden. GM Chris Wallace und Cheftrainer Lionel Hollins glauben nach wie vor, dass diese Lineup, gesund und vollständig, um den Titel mit konkurrieren kann. Vor geraumer Zeit hätte ein bulliger, fähiger back-to-the-basket Frontcourt, wie Marc und Z-Bo einer sind, bis tief in die Playoffs gespielt. Zumal Gay fast schon zuviel Talent hat und immer wieder mit Superstar-Status flirtet, Mike Conley einer dieser unterschätzten Spielmacher ist und Tony Allen unangenehmer wird, als ungepökelt durch den Fleischwolf gedreht zu werden. Die Defensive unter Hollins belegte vergangene Saison sogar Platz 7 - ein exzellenter Wert, der ohne weiteres auch über eine volle Saison konservierbar ist. Aber OJ Mayo ist weg, und mit ihm das letzte bisschen Outside Shooting, das dieses Team überhaupt vorweisen konnte. Man weiss nicht, ob die Neuzugänge Bayless, Ellington und Wroten mal von aussen treffen und zusammen mit Speights und Darrell Arthur auch nur ansatzweise etwas Reservisten-Leistung auf's Parkett bringen. Das verursacht zwei Probleme: der Gegner kann sich wieder einigeln und die Zone verbarrikadieren. Und man bleibt zu stark auf die Starter angewiesen. Die rebouden gut, sind eingespielt, und in Randolphs/Gays Fall scharf darauf, es diesmal allen zu zeigen. Der Sommer war produktiv. Die Grizz können als eine von nur drei Mannschaften den Thunder/Lakers in einer Serie gefährlich werden und gelten - wieder einmal - als Geheimtipp für's Conference Finale. Dazu müsste aber schon alles perfekt laufen: die Bank produziert, der neue Besitzer Robert Pera öffnet im Februar bereitwillig seinen Geldbeutel, um einen Shooter zu verpflichten, und Z-Bo/Gasol/Gay bleiben von Verletzungen verschont. Alles in allem wohl zu viele x-Faktoren, so dass ein entspannter Playoff-Einzug im Bereich 4-6 und das anschliessende Abdanken in Runde eins eher realistisch sind. Leider.  

Prognose: Platz 6, Western Conference