03 November 2012


Architekt des unorthodoxen Spielsystems beim NBA-Champion: Riley-Nachfolger Erik Spoelstra (Photo: AudioVisualJunkie)

Letzte Saison: 46-20 (.697)
Die Heat schafften endlich das, was sie sich vorgenommen hatten im Sommer 2010, als sie in dieser Form zusammen kamen: den Titel zu gewinnen. Klar, es war erst einer, und nicht fünf, nicht sechs, nicht sieben... Aber die Art und Weise, wie Miami zu seiner zweiten Championship gelangte, war nicht minder beeindruckend. Indiana lag 2-1 in Front, die Celtics 3-2, Oklahoma City war sogar nur Sekunden (und eine verschluckte Pfeife) vom 2-0 entfernt. Die Heat hatten mit Verletzungen zu kämpfen, fanden aber trotzdem, immer wieder, die richtige Antwort. Und die hiess meistens: LeBron James. Der 27-Jährige krönte das beste Jahr seiner erst jetzt wirklich illustren Karriere mit dem Gewinn der MVP-Trophäe, Finals-MVP und Goldmedaille bei den Olympischen Spielen innerhalb weniger Wochen. Ein heisser Sommer, in der Tat. Nicht zu unterschätzende X-Faktoren während des Titelruns: der immer noch lichterloh brennende Shane Battier sowie Head Coach Erik Spoelstra.

Abgänge: Eddy Curry, Ronny Turiaf
Zugänge: Ray Allen, Rashard Lewis, Justin Hamilton, Josh Harrelson, Mickell Gladness

Kader:

Check:
LeBrons Move auf die Power Forward Position entriegelte eine Lineup-Kombination, von der Coach Spo insgeheim schon immer geträumt hatte: Bosh auf der Fünf, James auf der Vier. Smallball de luxe, eine ungleich potentere Mutation des Don Nelson'schen Systems, in der jedes traditionelle Rollenverständnis und das "Big Man" Konzept völlig ausradiert wurden (Stephen Jackson war jahrelang Donnies "Power" Forward in Golden State. Den Unterschied zwischen Jackson und James muss ich wohl nicht gesondert erklären). Mit dieser neuen Aufstellung werden die Heat also auch in '12-13 hauptsächlich spielen: den Ball zu Beginn eines jeden Sets in LeBrons Händen, der dann aber viel häufiger im tiefen Block und näher am Brett agiert, wo er seine filigrane Vielseitigkeit und simultane Brachialgewalt am effektivsten einsetzen kann. Wade und Bosh dürften wieder 100% gesund sein nach den Wehwehchen der Vorsaison. Zum Meisterkader gesellen sich heuer noch der beste Drei-Punkte Werfer der NBA-Geschichte hinzu und mit Rashard Lewis ein Typ, der noch in diesem Jahr bis auf Platz sechs in der ewigen 3-Punkte-Bestenliste vorstoßen könnte. Drive & Dish Offense auf Dauerschleife. Nein, die Heat werden sicherlich nicht Chicagos 72-10 Marke knacken. Dafür fehlt ihnen einfach der Killerinstinkt und die Motivation, das Pulver schon während der regulären Saison aus den Fässern zu holen. Da viele Rotationsspieler mittlerweile jenseits der Dreissig sind, heisst es vor allem, entspannt und - noch wichtiger - unverletzt durch die Saison zu kommen. Erst im April fängt es für Miami richtig an. Die Ausgangslage und nächtlichen Anforderungen haben sich ein Jahr später zwar verändert. Das Ziel aber ist für den hohen Meisterschaftsfavoriten immer noch ein und das selbe. Der Titel geht wieder nur über die Heat.

Prognose: Platz 1, Eastern Conference