01 November 2012


Wie ein alter Cadillac, der läuft, und läuft, und läuft... Duncan, Parker und die ewig jungen Spurs (Photo: RMTip21)

Letzte Saison: 50-16 (.758)
"Zu alt, zu wenig Sex-Appeal, zu verbraucht"- man kann alle Spurs-Preseason-Analysen dieser Welt Jahr für Jahr frisch aufwärmen wie die Suppe vom Vortag, aber noch nie haben sie zugetroffen. Letzte Saison sahen viele Experten die Texaner mit Ach und Krach die Playoffs erreichen. Na ja, fast richtig getippt! Orchestriert von einem wieder einmal brillanten Gregg Popovich stürmte San Antonio von Sieg zu Sieg und zur besten Bilanz der Liga (50 Siege). Quasi im Vorbeibrausen wurden neue Spieler wie Stephen Jackson, Boris Diaw oder Super-Rookie Kawhi Leonard integriert, ohne überhaupt anhalten zu müssen. In den Playoffs rollte man zu zwei Sweeps in Folge - und verbesserte seinen eigenen end-of-season Run auf 18-0 Siege, ehe man in hart umkämpften Conference Finals gegen das explosivere Oklahoma City mit 2-4 unterlag.

Abgänge: James Anderson
Zugänge: Derrick Brown, Nando de Colo

Kader:

Check: Während jeder Contender ausser OKC links und rechts Verstärkungen ins Boot holte, blieben die Spurs gewohnt pragmatisch. "Wir verlassen uns lieber auf unsere Kontinuität", lautet das Mantra in San Antonio, wo der "spektakulärste" Coup des Sommers die Vertragsverlängerung mit Tim Duncan war. Ihr seht: alles in etwa so spannend wie Duncans Mimik im Zeitraffer. Der alte Mann (36) wäre sicherlich nicht für drei weitere Jahre zurück gekommen, wenn er nicht weiterhin das Gefühl hätte, mit den Spurs oben mitspielen zu können. Tony Parker (18.3 PPG, 7.7 APG) treibt den Wagen an, der weiterhin super-effiziente Ginobili ist das Lenkrad, und Duncan eben das Chassis. Neue Technologien, wie der überathletische und defensivstarke Leonard, der Franzose de Colo oder Big Man Tiago Splitter, sie sollen den alternden Cadillac effizienter durch die reguläre Saison führen, in der man ohne Weiteres wieder um die beste Bilanz in der Western Conference mitspielen kann. Die grössten Konkurrenten Oklahoma City und Los Angeles Lakers müssen erst neue Schlüsselspieler integrieren und sich finden. Bis dahin könnte Pop schon wieder 20-4 Siege aus seinem Team gekitzelt und sich damit oben festgesetzt haben. Aber darum geht's ja nicht. Seit 1998, Duncans Sophomore-Jahr in der NBA, hatte man bis auf eine Ausnahme ('09-10) immer Heimrecht in den Playoffs. Es geht hier um Titel, sonst nichts. Die Offensive wird wieder einmal heraus stechen, wenngleich eine Wiederholung der erschreckenden, maschinenartigen Perfektion von letztem Jahr schon aus Prinzip ausgeschlossen werden muss. Der Schlüssel zum ganz grossen Playoff-Erfolg und einer Rückkehr ins NBA-Finale steckt ohnehin in der Verteidigung. Die platzierte in den letzten beiden Jahren nur auf Platz 11. Das komplette Jahrzehnt zuvor war San Antonio immer unter den besten fünf Defensiv-Teams zu finden gewesen...

Prognose: Platz 3, Western Conference