21 November 2012


Pioneers Guard Jeffery Taylor pulverisierte mit 138 Punkten in 36 Minuten den alten NCAA Scoring-Rekord (Photo: Grinnell)

Ein unbekannter 1,75m Guard von einer ebenso unbekannten Division III Universität in Iowa hat am heutigen Dienstag den NCAA Scoring-Rekord pulverisiert: Jack Taylor erzielte völlig wahnwitzige 138 Zähler beim 179-104 Sieg seiner Grinnell Pioneers gegen das Faith Baptist College.

Die alte NCAA-Bestmarke von 113 Punkten (aufgestellt 1954 von Clarence Francis) hatte gegen Taylors Eskapaden nicht den Hauch einer Chance. Ich kann's zwar immer noch nicht für einhundert Prozent voll nehmen, bis wir irgendwann in den nächsten Tagen (hoffentlich) den offiziellen Boxscore - oder besser noch - Videomaterial von Taylors Schützenfest zu sehen bekommen. Aber sein Punktegelage schien sich sogar angebahnt zu haben: in seinen bisherigen Einsätzen in dieser Saison kam der Transfer-Schüler von Wisconsin LaCrosse auf 23.5 PPG in nur 13.5 Minuten pro Partie. Seine Coaches, die ganz offensichtlich sehen wollten, was sie in ihrem hoch gepriesenen Neuzugang haben, liessen Taylor also länger als üblich auf dem Parkett.

Normalerweise wechseln die Pioneers all ihre zwölf Spieler im Minuntentakt durch, um ihr frenetisches Spieltempo und die ermüdende Ganzfeldpresse über die volle Spielzeit aufrecht zu erhalten. Damit erzielen sie routinemässig weit über 100 Punkte. Taylor durfte am Dienstag aber 36 Minuten ranklotzen und fackelte die ganze Hütte ab: 108 Wurfversuche aus dem Feld (kein Tippfehler), 71 davon von jenseits der Dreierlinie, 52 Treffer (27 Dreier) und dazu noch 7-10 Freiwürfe für insgesamt 138 Zähler in einer Partie. Macht umgerechnet 3.8 Punkte und genau drei Feldkorbversuche pro Spielminute. Wie lief das ab: bekam Taylor in jedem Angriff den Ball zugeschustert? Hat er irgendetwas anderes gemacht, als per Catch & Shoot abzudrücken? Wo war der Gegner bei diesem Schützenfest? Das gesamte restliche Team der Pioneers warf übrigens nur 28 Mal mal in Richtung Korb und fütterte seinen Topscorer über die volle Distanz bereitwillig mit Assists. Fasste Taylor sein Rekordspiel abschliessend noch einmal zusammen: "Ich hatte das Gefühl, dass jeder Wurf reingeht"...

Was er nicht sagt...