16 November 2012


Der wöchentliche, kompakte Blick auf die Rookie Tops und Flops des Draft-Jahrgangs 2012 (Stand: Woche 2)


1. Damian Lillard (Portland Trail Blazers): 18.4 Pts, 6.6 Ast, 1.3 Stl, 2.5 Dreier
Lillard tat in Woche zwei genau das, was ihn auch auf Anhieb auf Nummer eins in den  Rankings katapultiert hatte: er führte weiterhin Regie mit der Abgebrühtheit einer alten Tasse Tee und war mit 22 Punkten und 9 Assists beim Sieg gegen die Kings ausschlaggebend. Sein Schnitt in den vier Partien seit dem letzten Check: 17.5 PPG, 5.3 APG und 1.8 SPG. An Lillard kommt derzeit keiner vorbei.

2. Anthony Davis (New Orleans Hornets): 15 Pts, 7 Reb, 1.5 Stl, 2.8 Blk
Der kalte Atem in Lillards Nacken, der kommt von Mister Davis höchstpersönlich. Die Braue machte nach 2,5 verpassten Partien (Gehirnerschütterung) gegen Charlotte ein Monsterspiel: 23 Punkte, 11 Rebounds, 2 Steals und 5 Blocks, inklusive verärgerten Blicken in Richtung Gegenspieler. Bei den Blocks belegt Davis jetzt ligaweit Platz 4 - Tendenz steigend (4 BPG seit seiner Genesung).

3. Michael Kidd-Gilchrist (Charlotte Bobcats): 11.1 Pts, 6.9 Reb, 1.1 Stl, 1.7 Blk
MKG legte in seiner zweiten Profiwoche noch eine Schippe drauf. Der athletische Flügelspieler belegt jetzt in nahezu allen relevanten Rookie-Kategorien einen Platz unter den besten Fünf und zeigte beim Sieg gegen Dallas sein volles Repertoire (25 Pts, 12 Reb, 2 Blk). Noch wichtiger: Charlotte gewinnt zur Zeit (4-3) und hat schon jetzt fast genauso viele Siege auf dem Konto wie letzte Saison. Der positive Einfluss von Kidd-Gilchrist bei den Bobcats ist nicht von der Hand zu weisen.

4. Dion Waiters (Cleveland Cavaliers): 14.5 Pts, 2.1 Ast, 2.3 Dreier
Kaum lobt man ihn nach starken Leistungen zum Auftakt über den grünen Klee, zeigt Waiters in Woche zwei sein wahres Gesicht. Der Rookie ist und bleibt das Sinnbild eines egomanischen Chuckers, der immer und von überall drauf hält. 'One legged Fadeaways' mit 18 Sekunden auf der Shotclock? Kein Problem für Waiters, der in seinen letzten beiden Partien 16 von 22 Würfen daneben gesetzt hat. Nicht, dass ihn das sonderlich stören würde...

5. Alexey Shved (Minnesota T'wolves): 9 Pts, 3.9 Ast, 0.8 Blk
Hammer-Woche von Shved, einem der letzten Wölfe, die noch nicht in der Tierklinik gelandet sind. Dass Minnesota ohne einen Großteil seiner verletzten Leistungsträger bei 5-3 Siegen steht, hat bisher viel mit dem Spiel der beiden Russen Andrei Kirilenko und eben Shved zu tun. Der Rookie-Guard war bei zwei Siegen (Dallas und Indiana) maßgeblich beteiligt und trug vergangene Woche 11.8 Punkte, 3.8 Rebounds und 5 Assists im Schnitt bei.

6. Bradley Beal (Washington Wizards): 11.6 Pts, 3.1 Reb, 95% FT
Ah, da ist ja der Nummer Drei Pick von den Wizards. Während die Zauberer einer historisch schlechten Saison entgegen gehen, dürften die Spiel- und Offensivanteile für den begnadeten Scorer von Woche zu Woche steigen. Gut so. Gegen Milwaukee erzielte Beal 22 Punkte und platzierte mit durchschnittlich 13.8 pro Abend hinter Davis und Lillard an Position drei. Beeindruckend: bisher hat der Shooter 19 seiner 20 NBA-Freiwürfe verwandelt.

7. Kyle Singler (Detroit Pistons): 8.8 Pts, 2.9 Reb, 50% FG
Wer weiss, wie lange Singler noch in diesen Rankings verweilen wird. Talentmässig sind ihm andere Frischlinge weit überlegen. Aber Singler nutzt bisher seine Chancen. Am Mittwoch durfte er zum ersten Mal für den verletzten Stuckey von Beginn an ran und führte Detroit prompt zum ersten Saisonsieg überhaupt. 16 Punkte, 7-14 FG, 1 Block... nichts Weltbewegendes, aber immer noch konstanter als ein Großteil der Rookie-Klasse bisher.

8. Jae Crowder (Dallas Mavericks): 7.7 Pts, 2.3 Reb, 47% FG
Crowder hat nach einer guten ersten Woche stark nachgelassen, wie übrigens das gesamte Mavs-Team. Der Swingman punktete fünf Spiele in Folge immer weniger, ehe ihn Rick Carlisle gegen Washington von der Bank brachte. Crowder antwortete mit 12 Punkten, 3 Assists und 2 Steals in 21 Minuten und scheint besser in die Rolle des Ersatz-Energiebolzens zu passen. Umso besser, denn seine Tage als Starter sind spätestens mit der Rückkehr von Shawn Marion in die Lineup ohnehin gezählt.

9. Andre Drummond (Detroit Pistons): 6.4 Pts, 4.8 Reb, 1 Blk, 67% FG
Trivia: Welcher Rookie hat nach Anthony Davis den zweithöchsten PER-Effizienzwert überhaupt (23.85)? Welcher Rookie kommt auf umgerechnet 15 Punkte, 11.8 Rebounds, 1.7 Steals und 2.3 Blocks pro 36 Minuten? Und welcher Rookie bekommt trotz atemberaubender Big Man Skills und null Wettbewerbsfähigkeit der Pistons weiterhin nur mickrige 15 Minuten Einsatzzeit pro Abend, "...um ihn zu schonen" (Zitat Lawrence Frank)?

10. Harrison Barnes (Golden State Warriors): 9.6 Pts, 3.8 Reb, 48% FG
Harrison Barnes ist angekommen, zumindest im NBACHEF Rookie Check. Obwohl ich persönlich mit noch mehr Produktivität nach Brandon Rushs Kreuzbandriss gerechnet habe, wächst der Nummer 7 Pick langsam aber sicher in seine Rolle als Warriors-Zünglein an der Waage heran. Beim Sieg gegen Atlanta zeigte Barnes mit 19 Punkten, 13 Rebounds und teils fantastischer Defensivarbeit, dass er über kurz oder lang sicherlich unter den produktivsten Spielern dieses Jahrgangs landet.


Aussen vor:
Thomas Robinson, Terrence Ross, Austin Rivers, Jonas Valanciunas, Tyler Zeller*, Jared Sullinger