22 November 2012




• Eine der wildesten Nächte der Saison steht uns bevor, mit knapp 200 Partien und gut 289 Mannschaften in Action. Perfekter Zeitpunkt also für das erste konfus-nichtssagende Roulette der Saison und nonstop League Pass Zapping ohne Sinn und Verstand. Die Highlights heute: OKC-LAC, Celtics-Spurs und der K(r)ampf der Wizards um Sieg Nummer eins. Und Bowling-Analogien, hoffentlich...

• Orlando schickt schon seine siebte unterschiedliche Starting-Lineup im elften Saison-Spiel ins Rennen. Ja, das wird noch eine Weile dauern, bis Coach Vaughn da etwas halbwegs Vernünftiges gefunden hat. Ein paar Jährchen, vielleicht?

• Charlotte gerade mit Walker und Sessions im Backcourt, Ben Gordon spielt Small Forward. Kein Druckfehler. Ben Gordon. Big Ball vom Feinsten bei den Bobcats. Und ich zitiere den Ansager: "What is going on in the NBA?"

• Indianas Offense in dieser Saison - schlimmer als rostige Reisnägel unter den Fingernägeln. So unglaublich funktionsgestört, und das, nachdem die Pacers sich anschickten, heuer ganz oben mitzuspielen. Dabei scheint alles auf Spacing und Playmaking hinaus zu laufen. Und: von Zeit zu Zeit den Korb treffen würde auch mal helfen (nur 41.1%, Platz 29). New Orleans führt, auch ohne Anthony Davis und dem Dauer-Patienten formerly known as Eric Gordon.

• Anthony Davis Profikarriere kommt nur langsam in Gang. Der Nummer Eins Pick muss heute schon wieder pausieren. Eine Stressreaktion im lädierten linken Fussgelenk zwingt ihn in Anzug und Schlips. Besonders gefährlich: wird der Fuß zu früh wieder belastet, droht eine Fraktur und mindestens ein Monat Pause.

• Interessant: Suns Coach Alvin Gentry verbannt Scola/Dudley auf die Bank, beginnt mit Dragic, Brown, Beasley, Morris & Gortat. Der Coach ist nach 4-7 Start seiner Suns sichtlich angefressen, und wer will's ihm verdenken? Zwei Monate mit Michael Beasley, und ihr würdet auch langsam, aber sicher, die Contenance verlieren.

• Haslem, Miamis Mister Basketball, überflügelt mit seinem dritten Rebound Alonzo Mourning als Heat-Alltime-Rebounding-Leader. So etwas kann schon einmal vorkommen, wenn man seit zehn Jahren für einen einzigen Club aufläuft und sich auf's Glasputzen und Mundschutz-Kauen spezialisiert hat.

• Das Vorgeplänkel ist endlich vorbei, Zeit für's Spitzenspiel (und potentielle Western Conference Finale): Clippers vs. Thunder. All-Star und Hobbymutant Blake Griffin feiert ein weiteres Homecoming in der Chesapeake, wo er in seinen ersten beiden NBA-Jahren regelmäßig ausgebuht wurde. Diesmal aber lauter Jubel für Oklahomas ehemaligen Mr. Basketball. Auch Paul (spielte mal mit den Hornets in OKC während der verheerenden Hurricane-Geschichte in New Orleans) wird freundlich empfangen.

• Thunder-Coach Brooks stellt Thabo Sefolosha gleich zu Spielbeginn auf CP3. Ein guter Schachzug. Die Full-Court Presse des Schweizers und seine langen Arme zeigen frühe Wirkung: Paul trifft nichts.

• Blake Griffin mit dem Duncan-esken Bankshot vom Ellbogen. Fantastisch mit anzusehen, wie das Spiel mittlerweile langsamer geworden ist für Griffin und er viel bessere Entscheidungen trifft. Wo er früher das Ding am liebsten aus vier Metern gedunkt hätte, zeigt er jetzt einen soliden Jumper und ein gutes Aufgebot an Post Moves. Wer also immer noch behauptet, Griffin könne nichts ausser dunken, dem empfehle ich dringend, mehr Basketballspiele in voller Länge zu verfolgen. Das hilft, ganz ehrlich.

• Die Thunder Starting Five zählt zu den ineffektivsten der Liga. Übeltäter Nummer eins: Kendrick Perkins. Ich hatte es schon während der Finals lautstark angeprangert, aber das mangelnde Spacing mit Perk und vor allem seine lähmende Funktion im Low Post halten diese Offensive unnötig zurück. Ich erkenne seine Wichtigkeit in bestimmten Phasen an, aber warum Brooks gegen alle Indizien weiter an dieser Lineup festhält, bleibt sein Geheimnis. Wenn da keine kompromittierenden Fotos im Spiel sind, dann weiss ich auch nicht.

• Die Clippers kassieren nach wie vor eine alarmierende Anzahl von Corner Threes. Nicht so viele, wie letztes Jahr, aber "nicht katastrophal" ist ja noch lange nicht "gut". OKC führt 28-22.

• OKCs Kevin Martin im Halbzeit-Interview: "Wir sind eines der besten Teams im Basketball, unsere Offense ist kaum zu stoppen, besonders wenn wir den Ball laufen lassen." Russell Westbrook ist anderer Ansicht.

• Es ist schwer, sich für irgend jemanden in Orlando sonderlich zu begeistern, aber achtet mal auf Rookie Andrew Nicholson. Arme wie ein Gibbon, gutes Scoring-Gen, solides Handling. Definitiv ein 'Keeper'

• Roy Hibbert räumt in Indiana alles weg: 5 Blocks in 11 Minuten für die Kante

• Und noch ein Rekonvaleszent: Nenê gibt sein Saisondebut für die Wiz. Mal schauen, ob's hilft in Atlanta.

• Das Rudel wird voller: Kevin Love, Nikola Pekovic und JJ Barea sind allesamt zurück in der Wolves-Lineup. Vor allem Loves frühzeitige und unerwartete Rückkehr nach Liegestütz-Unfall lässt Fans im Target Center auf einen Sieg heute gegen Denver hoffen. Die Nuggets reiten aber die Erfolgswelle nach dem beachtlichen Auswärtserfolg in Memphis. Minnesota liegt mit 5-4 Siegen im Westen auf Rang fünf.

• Loves erste Aktionen in den ersten drei Minuten: Rebound, vergebener Dreier, Rebound, Rebound, Score. Muss am schwarzen Bowling-Handschuh liegen. Bynum-Reverse-Jinx...

• Dilemma beim Spurs/Celtics Spiel: die beiden mit Abstand miesesten Kommentatoren-Duos der Liga geben sich die Ehre, also sin weder Heim-, noch Auswärtssound hier eine echte Option. Da hör' ich mir lieber Volksmusik, scharfe Krallen und quitschende Kreide auf einer Tafel oder das liebliche Geräusch eines pfeifenden Presslufthammers neben der Wohnzimmercouch an, als Zombie Heinsohn oder Homeboy Elliott zu lauschen. Die Lösung? Ton komplett aus. Jetzt geht's.

• Kurzer Kevin Love Check: 14 von 18 Wolves-Punkten in 8 Minuten. Yep, er ist zurück.

• Kinder: das, was Chris Bosh da Abend für Abend macht, bitte nicht nachmachen! Der lange Zweier ist nach wie vor der ineffizienteste Wurf im Basketball. Wenn ihr das Ding auf 6-7 Metern aber irgendwann einmal so sicher klatschen könnt wie der Dino (67%), dann von mir aus...

• Was ist denn hier los? Sam Dalembert mit dem Dreier, und das nach einem Between-the-legs Assist zu Beginn? Die Bucks kommen zurück.

• Gedämpfte Jubelarien für Kidd/Chandler bei ihrer Rückkehr nach Dallas. Schöne Geste der Fans, die sich für ein paar Minuten zurück erinnern an glorreichere Mavericks-Zeiten. Scheint schon wieder Ewigkeiten her zu sein. Und da fällt mir auf, während die Knicks wieder in eine Partie brausen, wie seltsam dieses Mavs-Team eigentlich zusammen gestellt ist. "Mavericks - der Baukastensatz", by Cuban Enterprises. Ohne Fixpunkt Dirk noch seltsamer.

• Kurz bei Denver-Minnesota vorbei gezappt: miese Entscheidung von Iguodala, der den völlig freien Dreier sausen lässt und zum Teamkollegen ins Eck passt. Der dribbelt sich fest und verwirft. Den muss Iggy nehmen. Seltsam zurückhaltend, auch jetzt noch, der hoch gepriesene Neuzugang. 13.5 PPG bei 43% aus dem Feld? Nicht so, wie man sich das vorgestellt hatte. Vielleicht lässt er es tatsächlich ruhig angehen, bis er seinen Platz im Verbund gefunden hat. Das liess er zumindest kürzlich in einem Interview vom Stapel. Die Nuggets brauchen ihn bei 17-18 PPG.

• Memo an Selbst: im späten Dimmlicht Zimt- und Curry-Streuer zu verwechseln hat unmittelbaren und irreversiblen Einfluss auf den Geschmack des perfekt gekühlten Apfelmus-Bechers, den man sich zurecht gelegt hat. Nächstes Mal besser: Licht einschalten.

• Der Jamal Crawford/Eric Bledsoe Ersatzbackcourt... so, so gut! Für wie viele Teams könnten die beiden eigentlich starten?

• Lamar Odom erinnert mittlerweile an eine schlechtere Version von Derrick Coleman. 2004 Derrick Coleman, wohlgemerkt. Einfach nur traurig, wie tief dieser ehemalige Alleskönner gesunken ist. Ob nachvollziehbar oder nicht, da ist nur noch Gram übrig.

• Ende drittes Viertel, und Chris Paul erzielt sein erstes Field Goal der Partie. Dass die Clips nach wie vor in diesem Spiel sind, zeigt die Charakterstärke dieses Teams. Einfache Siege gegen LAC wird's in diesem Jahr nicht geben.

• Kevin Durant zieht irgend einer Oma mit einem fehlgeleiteten Cross-court Pass den Scheitel, läuft aber sofort rüber, um sich zu erkundigen und der alten Dame einen Kuss zu geben. Es sind uninszenierte Aktionen wie diese, die demonstrieren, weshalb Durant der bodenständigste Superstar aller Zeiten ist. Manieren, Kinners!

• Ersan Ilyasova: wieder einer, der als abschreckendes Beispiel für aufgeblasene Career Year Werte vor einem grossen Free Agency Zahltag herhalten muss. Wer hat das Game des Türken geklaut? Vergangene Saison: 13 PPG, 8.8 RPG, 49% FG. Neue Saison: 6.3 PPG, 4.7 RPG, 31% FG... Euroleague-Scouts drücken seine Telefonnummer gerade in ihren Kurzwahlspeicher.

• 22/8 für Love. Halbzeit in der Kältekammer.

• Detroit. So schlecht. So, so schlecht. Mehr als zehn Minuten im dritten Viertel ohne eigenes Field Goal, gegen das alles andere als defensivstarke Orlando. Keine Kreativität im Spielaufbau, kein echtes System erkennbar, einfach nur erbärmlicher NBA-Basketball. 26 Punkte in Halbzeit zwei und eine Shot Chart, die keiner weiteren Worte bedarf. Wo sind die Rasierklingen?

• CRUNCHTIME ACTION: Raptors-Bobcats. 93-93, noch zwei Minuten zu spielen. DeRozan mit dem And-One Drive, Kemba Walker antwortet. Wieder DeRozan, der an der Linie aber nur einen verwandelt, Sessions mit dem Foul-Line Jumper zum 98-97. Die Schlusssequenz wird für Raptors-Fans  schwer zu verdauen sein, und Ja, da waren ein paar Fouls im Spiel. Aber: wer in fünf Versuchen über 28 Sekunden gegen die 'Cats keinen Korb erzielt, hat den Sieg auch nicht verdient.

• Charlotte hat jetzt 6-4 Partien gewonnen und braucht nur noch einen aus den nächsten Fünf, um schon im November die Anzahl Siege aus der Vorsaison zu egalisieren. Playoffs? Warum nicht gleich Conference Finals? Der Osten ist schwach...

• CRUNCHTIME ACTION: Pacers-Hornets 92-93. Es ist die grosse Paul George Show. Ein Dreier nach dem anderen für George, dazwischen mal West mit dem Layup und Aminu mit dem Zweier. Vier Chancen für Indiana reichen aber am Ende nicht aus. Overtime!

• Und es geht genauso weiter: George Dreier, George Freiwürfe, George Dreier. Career High für den 22-Jährigen, der am Ende 37 Zähler eingesammelt hat. Hibbert mit 11 Blocks und Triple Double. Vielleicht bringt diese 115 Punkte "Explosion" den lahmenden Pacers-Offensiv-Piraten wieder auf Kurs? Wahrscheinlich nicht.

• Die Cavs gewinnen gegen Philly, 92-83. Jeremy Pargo erzielt 28 Punkte, Varejao macht sein Tingeltangel-Ding mit 10 und 19. Die Sixers bleiben das verwirrendste Team der Liga. Und Cleveland? Wer braucht schon Kyrie Irving...

• Dieses Celtics Team sinkt von Spieltag zu Spieltag in meiner Gunst. Der erste Offensivrebound nach 46 Spielminuten??! Tiago Splitter als Differencemaker unter dem Korb? Und Rondo: wie wär's denn damit, Tony Parker hier mal nach rechts abzudrängen und/oder aus der Zone zu halten? Ruhe in Frieden, Celtics-Defense. Es hat mich gefreut, Bekanntschaft gemacht zu haben. Nächste Ausfahrt: First Round Exit to the right.

• Nachtrag: Bobcats jetzt bei 5-0 in Spielen, die mit 4 oder weniger entschieden werden (Quelle: ELIAS). Die Mayas hatten doch Recht.

• CRUNCHTIME ACTION: Miami-Milwaukee, 94-91. John Henson macht das Spiel seiner noch kurzen Karriere, nachdem sich Larry Sanders das schönste aller nur erdenklichen Geburtstagsgeschenke kredenzte: verfrühte Ejection nach wenigen Minuten wegen emotionalem Helligkeitsausbruch. Henson mit Monster Double-Double. Jetzt kommt LeBron. Und Miami gewinnt, wer will wetten?

• Matt Barnes: möglicherweise das beste NBA-Spiel, dass ich von dem Stinkstiefel jemals gesehen habe.

• Willkommen zur Nick Collison/Hasheem Thabeet Show. Heute schon eure All-Star Picks reingeschickt?

• Oh Vinny, warum tust du mir das nur an? Schon wieder eine fragwürdige Entscheidung hier mit Bledsoe statt Jamal Crawford. Der Fairness halber sei erwähnt, dass VDN bisher in dieser Saison wenig Fehler begangen hat, weil er nicht micro-managed, sondern seine besten Spieler auf die Platte schickt und machen lässt. Das hier war definitiv einer davon, und mir graut's vor der Rückkehr von Billups und Grant Hill. Das sind Luxusprobleme, die nur die besten Coaches adäquat adressieren können. Sucht Phil Jackson nicht 'nen Job in LA?

• Thunder gewinnen nach Verlängerung dank Durant (35) und Westbrook (23/9). Der beste Sieg bisher für OKC in dieser Saison. Ganz starkes Spiel, ein Western Conference Heavyweight Showdown der hielt, was er versprach. Wer die Chance hat, es on demand zu sehen... ab dafür!

• Die Tatsache, dass die Clippers trotz 2-14 Abend von Paul im Spiel waren und am Ende der Regulären sogar die Chance auf den Sieg hatten zeigt, wie weit LAC gekommen ist. Absolut keine Schande, in der "Festung Chesapeake" zu verlieren. Los Angeles ist 'for real' und wird da sein am Ende, keine Frage.

• Die Thunder hingegen sind ohne James Harden nichts, absolut gar nichts. Daran ändern auch zwei der besten acht Spieler der Liga und der effizienteste Scorer (nicht Durant) weit und breit nichts. Gar nichts. Mit viel Glück sind vielleicht die Playoffs drin. Wenn überhaupt...

• CRUNCHTIME ACTION: Atlanta-Washington, 86-89. Eines der spannendsten miesen Spiele aller Zeiten. Unfähigkeit auf beiden Seiten, auch die allereinfachsten Basketballplays zu machen. Da wird nicht ausgeboxt, da werden off-balance Zweier in der Crunchtime genommen, da werden neun Freiwürfe in Folge vergeben. Urteil: Overtime. Nach Fehlwürfen, versteht sich.

• Ganz hartes Ende für die Wiz, nachdem es kurz so ausgesehen hatte, als würden die Generals Sieg
Nummer eins einheimsen. Der eigene Game Winner von Martell Webster wird nach Video-Ansicht (korrekterweise) annulliert, weil 0.1 Sekunden zu spät. Atlanta überlebt ein weiteres Overtime-Spiel an diesem irrsinnigen und für meine Synapsen viel zu schnellen Mittwoch dank Korvers männlichem Dreier, der sich im Nachhinein als tatsächlicher Gamewinner des Abends entpuppt. Das Leben ist grausam.

• Ich frage mich, wann Wizards-Besitzer Ted Leonsis, der eigentlich ein ganz angenehmer und intelligenter Mensch zu sein scheint, diesem Elend mit Ernie Grunfeld ein Ende macht. Der GM ist dermaßen inkompetent, dass er David Kahn wie Pat Riley aussehen lässt. 88-234 in den letzten vier Jahren (Quelle: ESPN)... wird endlich Zeit für die Axt. Und wenn wir schon dabei sind: wer hat eigentlich aus Paul Silas Randy Wittman gemacht? Man erlöse ihn endlich von seinem Elend.

• Die Nuggets dominieren hier Halbzeit zwei nach Belieben. Springt da etwa nach dem Augenöffner in Memphis ein zweiter überzeugender Auswärtssieg für die Klumpen raus? Bei Minnesota geht nicht mehr viel zusammen, und hier muss ich wieder K-Love in die Pflicht nehmen. Er ist - verständlicherweise - erschöpft, aber dann darf er nicht in jedem Angriff den Ball fordern.

• Der Kampf unter den Brettern zwischen Love und Kenneth Faried ist was für absolute Basketball-Feinschmecker. Pekovic gegen Koufos dagegen ist mehr wie Bahnhofs-Yufka nachts um halb Vier.

• 34 Punkte und 14 Rebounds am Ende für den All-Star, aber die Wolves haben sich in Hälfte zwei vorführen lassen. Mein Vorschlag an Rick Adelman: nicht ausschliesslich über Love gehen, sondern den heute etwas übergangenen Kirilenko öfters das Spiel machen lassen. Der Russe ist blendend in Form und die Rolle der zweiten Geige gewohnt, aber seine Stärken als Playmaker dürfen neben Love nicht untergehen. Ich bin sicher, dass der exzellente Adelman da einen Mittelweg finden wird.

• Eine Meyers Leonard Sichtung in Portland: 12 Punkte, 5 Rebounds, 2 Steals, 2 Blocks für den Rookie in seinem ersten Profistart überhaupt. Bevor Blazers Fans jetzt aber frohlocken und an die guten, alten Zeiten zurück denken, sei angemerkt, dass Portland sich von Phoenix in der Zone mit 54-24 abschlachten liess. Und spätestens da macht sich das verletzungsbedingte Fehlen des etatmäßigen Power Forwards JJ Hickson bemerkbar, der mit 10.6 Rebounds pro Spiel ligaweit immerhin Platz 9 belegt. Leonard hat Skills. Aber bevor er Abend für Abend gegen athletische NBA-Bigs bestehen kann, muss er noch ein paar Jährchen Lehrgeld zahlen.

• Sheeeeed!!!

• Ebenso einfaches, wie geniales Spielprinzip: Ball bewegen, viele Dreier nehmen (und treffen) und sich vorne und hinten auf Tyson Chandler Rebounds und Tapouts verlassen. Fragt einfach mal die Mavericks-Meistermannschaft oder Rick Carlisle. Knicks rollen hier beim Comeback in Dallas.

• Jason Kidd Headband Check: nicht ganz so abstrakt, wie beim Heimspiel im MSG. Dafür aber diesmal härter im Kontrast. Und mit der Auswechslung ihres absurd effizienten Playmakers verabschiedet sich auch der Knicks-Angriff. Ade, smartes Passspiel. Willkommen, Chucker-Modus Level fünf.

• OJ Mayo reisst das Geschehen an sich und trägt die Mavericks hier in Hälfte zwei, zusammen mit Vince Carter und Jae Crowder. Die Verletzung von Nowitzki könnte sich in dieser Hinsicht als kleiner Segen erweisen. Mayo gehört zu den grössten Überraschungen des Jahres und wird in der Rolle der zweiten Option neben Dirk noch effizienter spielen als bisher. Dass er spielen kann, hat er bei USC und zu Beginn seiner Grizzlies-Zeit bewiesen. Problem: in Memphis fing er irgendwann an, zu slashen, anstatt zu werfen. Der Kreis ist wieder rund für Mayo, einem der besten Offseason-Pickups der Mavs-Geschichte. Jetzt darf nur Cuban im Sommer nicht wieder den Hyperaktiven bekommen...

• Mir unbegreiflich, warum Woodson hier nicht etwas mehr durchwechselt. Zweites Spiel eines Back to Back, auswärts, da musst du mehr in die Tiefe gehen. Vielleicht mal einen Camby bringen oder Prigioni, der noch keine Minute gespielt hat. Allemal besser, als die Starter zu Tode zu reiten. Dallas obenauf.

• Mieser Call gegen Melo, der sein 4. (!) Offensiv-Foul kassiert. Kritischer Pfiff gegen New York.

• Bärenstarke Defense von Marion bei den letzten beiden Aktionen von Anthony, der sich erst blocken lässt und dann in den Double-Clutch muss - und verwirft. Aber die Entscheidung der Knicks war katastrophal. Problem 1: kein einziger Pass, statt dessen ein einfacher Handoff an Melo bei acht Metern. Problem 2: wo ist der Nachdruck? Wenn du hinten liegst, darfst du die Uhr nicht unnötig auslaufen lassen, obwohl du keine Timeouts mehr hast und foulen musst, wenn das Ding daneben geht. Wenn man sich schon für den Iso-Melo auf dem Flügel entscheidet, warum dann so lange warten?

• Guter Sieg für die Mavs, der qualitativ vielleicht beste in dieser Saison gegen ein echtes Spitzenteam, das, müde und ausgelaugt, in alte Fehlermuster verfallen ist. Dallas hat ein hartes Restprogramm bis Weihnachten - dem ungefähr anvisierten Zeitpunkt für eine Nowitzki-Rückkehr. Wenn die Fohlen das einigermaßen unbeschadet überstehen, kann es klappen mit den Playoffs. Ein oder zwei Niederlagen zu viel, und das ist in der brutalen Western Conference kaum wieder gut zu machen.

• Was für ein lahmes Spiel in der adäquat benannten 'Sleep Train Arena' in Sacramento. Wie aus dem Nichts umklammern mich von hinter der Couch Morpheus' Arme und versuchen, mich in den Tiefschlaf zu reissen.

• Lineups für die Sondermülltonne: Duhon-Meeks-Jamison-Hill-Howard

• Lakers mit mehr Ballverlusten in Halbzeit eins als in den letzten drei Partien jeweils insgesamt

• Es war abzusehen, dass Kobe Bean Bryant nach Jack Taylors 138 Punkte Explosion mal eben kurz anziehen würde. Der Rest seiner Mannschaft scheint aber in der 'Sleep Train Arena' auch schon im Tiefschlaf zu sein. Was bleibt Bryant also anderes übrig? Für diese Teamleistung hätte man Mike Brown nicht mit D'Antoni ersetzen müssen.

• Erschreckender Trend in La-La-Land: die Freiwurfquote geht immer mehr in den Keller, die Plage hat fast das gesamte Team erfasst. Ist vielleicht keine allzu gute Idee, den dauergrinsenden Dwight Howard das Wurftraining leiten zu lassen.

• Egal, wie's die Lakers versuchen, Sacramento ist heute einen Schritt schneller und treffsicherer. Marcus Thornton von der Bank völlig besinnungslos (23 Pts in 28 Min.) und das gesamte Kings-Team mit Trainings-Spiel-ähnlichen 54% aus dem Feld. Bin gespannt, wie schnell die Luft wieder aus dem Kings-Ballon ist nach diesem emotionalen Hoch gegen den grossen Pacific-Rivalen.

• Kobe Bryants 388. Spiel mit minimum 30 Punkten katapultiert ihn an Oscar Robertson vorbei auf Platz 5 in der NBA-Historie. Platz 1: Michael Jordan (562). Ich weiss, ich war genauso überrascht wie ihr... (Quelle: ESPN)

• Ironie des Lakers-Dramas: LA schafft es in beiden Partien unter D'Antoni nicht, 100 Punkte zu erzielen. Nostalgische Fans erinnern sich an die glorreichen Showtime Zeiten unter Bernie Bickerstaff zurück, der mit 4-1 Siegen jetzt der alleinige 'Winningest Head Coach in Los Angeles Lakers history' ist. The good ol' days...

• Last, but not least: als ich vorhin kurz reinschaute, hatten die Nets in Oakland alles unter Kontrolle. In einer faszinierenden Schicksalswendung dominieren aber die Dubs Halbzeit zwei und gewinnen am Ende 102-93. Ich will natürlich wissen, was passiert ist und zappe mich durch den kompakten 'Condensed Game' Schnellvorlauf: bis auf zwei oder drei Aktionen von Landry und Ezeli sieht man nur drei Männer in Aktion, die absolut 'in the zone' sind. Steph Curry, David Lee und Klay Thompson haben am Ende 68 Punkte und 13 Assists beisammen und Golden State jetzt 7-5 Siege auf dem Konto. Es ist altbekannt: nichts geht über spannende Spiele in der Oracle Arena zum Abschluss eines vollgepackten Marathon-Spieltages. Muss das Wasser in der Bay sein.

• Keine Spiele am morgigen Donnerstag. Freitag geht's weiter mit einem gemütlichen 12er-Abend. Happy Truthahn, allerseits!