06 Dezember 2012




Kobe Bryant erzielte heute gegen die New Orleans Hornets den 30000. Punkt seiner Karriere und manövrierte sich damit hinein in einen ganz illustren Club, dem jetzt nur er, Wilt Chamberlain, Michael Jordan, Karl Malone und Kareem Abdul-Jabbar angehören. Bryant ist mit 34 Jahren der jüngste Akteur, der diese bemerkenswerte Leistung zustande brachte, benötigte aber auch die meisten Spiele dafür (1179). Vier der genannten fünf Hall of Famer trugen irgendwann einmal das gelb-lilane Lakers-Jersey.

Der Rekord kam via Drive in die Zone knapp vor Ende der ersten Hälfte zustande, ironischerweise gegen jene Franchise, die ihn ursprünglich mit dem 13. Pick im Draft selektiert hatte, nur um ihn kurz darauf gegen Vlade Divac nach Los Angeles zu traden. Der Rest ist Geschichte, wie man so schön sagt. Bryant fürt die Liga mit derzeit 27.9 Punkten pro Abend an und wird voraussichtlich noch in dieser Saison an Chamberlain (31419) vorbei ziehen.

Wo genau er landen wird, wenn alles aus und vorbei ist? Top-10, locker. Top-5? Wer weiss. Kommt ganz auf den Betrachtungswinkel an. Im Streit über Bryants engültiges Vermächtnis und seinen genauen Platz unter den besten Spielern der NBA-Historie werden sich Menschen in Hunderten von Jahren noch gegenseitig die Köpfe einschlagen, aber dass die Schwarze Mamba zu den All-Timern gehört, steht wohl für alle ausser Frage. Held, Vorbild, Besessener, Aufsässiger, Scoring-Maschine, Nachmacher, Egomane, Arschloch - egal, was man mit Bryant verbindet, ein Bild wird für immer haften bleiben: das des kaltblütigen Raubtiers, das für Punkte über Leichen geht.

Auf die Frage, ob er vorhabe, irgendwann einmal die All-Time Scoring-Liste anzuführen, sagte Kobe übrigens vor Kurzem: "Wenn ich Bock habe, so lange zu spielen... Ja."