04 Dezember 2012




Nicht allzu viel Bewegung an der Spitze, wo lediglich die Spurs nach ihrem Fast-Sieg in Miami trotz B-Mannschaft und dem Overtime-Thriller gegen die Grizzlies in einem hochklassigen Southwest Division Clash den Gipfel übernehmen. Ansonsten könnt ihr die Top-4 ganz nach Belieben ranken - jede Variante hätte, je nach Betrachtungswinkel, ihre Legitimation. Die grössten Sprünge machten Houston/Milwaukee (+5) und die Bobcats (-9), die ja ihr Saisonziel bereits im November erreicht haben. Zu den Fakten...


San Antonio Spurs (14-4)  (+1)
Offense: 6.; Defense: 5.
Der Popovich-Mittelfinger in Richtung NBA-Zentrale war letzte Woche das Thema Nummer eins. Dabei wird vergessen: die Spurs haben trotz 11 von 16 Spielen auswärts zum Auftakt mehr Siege eingefahren als jedes andere Team.
Memphis Grizzlies (12-3)  (-1)
Offense: 11.; Defense: 1.
Auch die kollektive Grizzlies-Schmelze in San Antonio ändert nichts: Memphis bleibt riesig und ruppig und spielt nach wie vor die härteste Defensive der Liga. Vier einfache Partien sollten die Bären wieder zurück in die Spur bringen.

Oklahoma City Thunder (14-4)
Offense: 3.; Defense: 5.
Noch immer nicht dominant, aber OKC hat 8 seiner letzten 9 und fünf in Folge gewonnen. 13-4 Siege im November waren gleichzeitig ein neuer Franchise-Rekord. Die Defense hat sich um Zehn verbessert und sieht fantastisch aus.

Miami Heat (12-3)
Offense: 2.; Defense: 19.
Nur zwei Partien für die Heat, die gegen San Antonio und Brooklyn überlebten. Es scheint, als würde Miami mit den meisten Gegnern spielen, ohne jemals das Gaspedal ganz durchzudrücken. Die Saison ist lang und die Heat haben Zeit.
Brooklyn Nets (11-5)  (+2)
Offense: 9.; Defense: 12.
Nach Siegen gegen die Clippers, Knicks und Celtics in sechs Tagen wäre fast der Coup in Miami geglückt. Eine fantastische Bank um Evans, Stackhouse und Blatche und ein D-Will in Assistlaune haben die Nets als Spitzenteam etabliert.

Los Angeles Clippers (11-6)
Offense: 4.; Defense: 9.
Top-10 in Offense und Defense und mit Abstand tiefstes Team der NBA. Aber obwohl der Spielplan bis Weihnachten kinderleicht wird: solange die Clips nicht aufhören, sich ihrem Gegner anzupassen, wird das nichts mit Platz 1.

New York Knicks (12-4)  (+1)
Offense: 1.; Defense: 11.
Die effizienteste Offensive der Liga und zweithöchste Punktedifferenz hätte einen Platz weiter oben verdient. Unkonzentriertheiten in der D, 4 der nächsten 6 auswärts und Verletzungen der PGs Felton & Kidd dämpfen die Stimmung.

Atlanta Hawks (9-5)  (-3)
Offense: 18.; Defense: 4.
Nach sechs Siegen in Folge zu Hause gegen angeboxte Cavaliers zu verlieren: peinlich. Dafür bleibt die Defensive aber bemerkenswert stabil. Gegen Denver, Memphis und Miami können die Hawks jetzt zeigen, wo sie wirklich stehen.

Golden State Warriors (10-7)  (+1)
Offense: 15.; Defense: 13.
Die Anomalie der bisherigen Saison: exzellent im Rebounding, phasenweise dominant in der Defense, und das alles ohne den immer noch verletzten Andrew Bogut. Können diese Dubs im Westen tatsächlich um die Playoffs mitspielen?

Milwaukee Bucks (8-8)  (+5)
Offense: 22.; Defense: 16.
Worauf den Fokus legen? Auf die katastrophale Offensive, die massive Probleme mit dem Scoring hat? Oder auf eine 2-2 Woche mit Siegen gegen Boston und Chicago und einem historischen Larry Sanders Triple Double?

Chicago Bulls (8-7)  (+2)
Offense: 20.; Defense: 2.
Das Abwehr-Bollwerk hat in den letzten Wochen ein wenig an Festigkeit gewonnen. Der 93-88 Heimsieg gegen Philadelphia war der bisher beste der Saison. In der ausgeglichensten Division der Liga bleibt Chicago weiter oben.

Philadelphia 76ers (10-7)  (+4)
Offense: 20.; Defense: 10.
Zwar haben die Sixers jetzt 6 Siege aus ihren letzten 9 Partien geholt, aber der drittleichteste Spielplan bläht die Bilanz untragbar auf. Solange Bynum nicht auf's Parkett zurück kehrt, kann man dieses Team nicht wirklich ernst nehmen.

Denver Nuggets (9-9)  (-4)
Offense: 9.; Defense: 24.
Drei Niederlagen, vier Siege, drei Niederlagen, vier Siege, drei Niederlagen, jetzt wieder vier Siege am Stück? Möglich wär's für die 'streaky Nuggets', die am Mittwoch für fünf Auswärtsspiele in acht Tagen die Stadt verlassen.

Los Angeles Lakers (8-9)  (-2)
Offense: 5.; Defense: 8.
Schwer, dieses Team adäquat einzustufen. Auf dominante Auftritte folgen völlige Abstürze, wie im Q4 gegen Orlando. Gasol ist ein Schatten seiner Selbst, aber Nash fehlt nach wie vor. LA muss jetzt in 8 der nächsten 9 auswärts ran.

Boston Celtics (9-8)  (+2)
Offense: 13.; Defense: 16.
Den Celtics geht's keinen Deut besser. Die einzigen Schlagzeilen kommen derzeit abseits des Parketts, wo Rondo den Dauer-Bully gibt und Rivers seine Mannschaft als "soft" abstempelt. Boston hat 5 seiner letzten 9 verloren.

Houston Rockets (8-8)  (+5)
Offense: 7.; Defense: 21.
Während projizierte Playoff-Mannschaften wie Denver, LA und Utah weiter straucheln, sammeln die Rockets ein paar extra Ws im Kampf um Postseason-Plätze ein. Das Spielmacher-Duo Harden/Lin verteilte letzte Woche 16 APG.

Utah Jazz (9-10)  (-6)
Offense: 7.; Defense: 23.
Die Musikanten verlieren zum zweiten Mal in drei Spiele in Folge - darunter das erste der Saison auf eigenem Parkett. Derrick Favors' lästige Fussverletzung (Ferse) verkompliziert die Geschicke einer ohnehin schon schwachen Defensive.

Indiana Pacers (8-9)  (+1)
Offense: 29.; Defense: 2.
Indianas Spiele sind immer noch langwieriger als ein Roy Hibbert Sprint. Aber angesichts des brutalen Auswärtsspielplans bisher (11 von 17) und einer Top-3 Defense ist alles nicht ganz so schlimm, wie es auf den ersten Blick aussieht.

Portland Trail Blazers (8-10)  (-1)
Offense: 13.; Defense: 26.
Der Game-Winner von Nic Batum in Cleveland war irre gut - einer von zwei Siegen auf diesem 10 Tage/7 Spiele Auswärtstrip. Lillard ist zwar auch wieder aufgewacht, aber die Bank bleibt nach wie vor erschreckend unproduktiv.

Dallas Mavericks (8-9)
Offense: 17.; Defense: 20.
Es hat nicht lange gedauert, bis der fehleranfällige Darren Collison seinem Coach den allerletzten Nerv geraubt hat. Die 8-9 Mavs wollen sich jetzt mit Derek Fisher über Wasser halten, bis Nowitzki wieder zurück ist. Fisher?

Minnesota Timberwolves (7-8)  (+3)
Offense: 24.; Defense: 5.
Fühlt sich zu niedrig an für Minnesota, bis man registriert, dass Love nur 37% aus dem Feld wirft und glue guy Kirilenko fehlt. Die gute Nachricht: Rubio trainiert wieder und die Wolves dürften das Allerschlimmste überstanden haben.

Orlando Magic (7-10)  (+3)
Offense: 28.; Defense: 13.
Wer Orlandos Stärken in der Defensive sieht, wird genauso überrascht sein wie ich, dass sie Teams mit perfekt orchestrierter Offense aus der Halle ballern. Der Sieg gegen Howard und die Lakers muss Balsam auf die Wunden gewesen sein.

Charlotte Bobcats (7-9)  (-9)
Offense: 27.; Defense: 22.
So dominant die Bobcats zu Beginn in Crunchtime auch waren, so grün und unerfahren zeigten sie sich zuletzt. Was uns erinnert, dass dieses Team noch einen langen Weg vor sich hat. Zumindest ist der Entertainment-Faktor zurück.

Detroit Pistons (6-13)  (+3)
Offense: 25.; Defense: 15.
Nach katastrophalem 0-8 Start spielen die Pistons plötzlich .500 Basketball. Auswärts geht noch immer nix, aber im heimischen Palace treten die Kolben aggressiv auf dank Monroe, Knight und Überraschungs-Rookie Singler.

Phoenix Suns (7-11)  (-3)
Offense: 15.; Defense: 28.
Die Michael Beasley Akquisition war ganz offiziell ein Griff ins Klo: 11.8 PPG bei 39% aus dem Feld, Matador-Defense inklusive. Das erklärt zum Teil, wieso sich die Suns Abend für Abend die meisten Punkte der Association einfangen.

New Orleans Hornets (5-11)  (+3)
Offense: 12.; Defense: 30.
Die zwei besten Spieler verletzt, der Rookie-Guard versteht das NBA-Spiel keinen Deut (29% FG), und Robin Lopez ist zweitwichtigste Scoring-Option. Da ist es kein grosses Wunder, dass die Hornets so nicht zum Fliegen kommen.

Toronto Raptors (4-14)  (-1)
Offense: 19.; Defense: 25.
Waren wir nicht alle kurz davor, Torontos Defense als absolut legitim anzuerkennen? Davon ist bisher überhaupt nichts zu sehen, und es kommt schlimmer: ein 5 Spiele-Trip in den Westen. Die Dinos sind auswärts 1-10.

Cleveland Cavaliers (4-14)
Offense: 22.; Defense: 29.
Der Play-by-play Ansager brachte es auf den Punkt: "Wann gehen diese engen Kisten mal wieder zu unseren Gunsten aus?" Wenigstens steigert Anderson Varejao seinen Trade-Wert ins Unermessliche (19/18 im Schnitt letzte Woche).

Sacramento Kings (4-12)  (-6)
Offense: 26.; Defense: 27.
Deprimierendstes Team der NBA? Auswärts sieglos, mieseste Punktedifferenz im Westen und 35-Punkte Blowouts wie in LA, dazu Evans verletzt - die Nerven liegen schon wieder blank bei Fans und Verantwortlichen in Sac-Town.

Washington Wizards (1-13)
Offense: 30.; Defense: 18.
Hey, immerhin haben sie dem All-Time Negativrekord für die meisten Niederlagen zum Auftakt ein Schnippchen geschlagen. Eins ist besser als Null, oder? Sonst gibt's hier überhaupt nicht zu sehen. Bitte weitergehen...